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Enerige & Management > IT - Knapp ein Viertel der Nutzer erreicht vertragliche Bandbreite
Bild: kirill_makarov/Shutterstock
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Knapp ein Viertel der Nutzer erreicht vertragliche Bandbreite
Mit dem Jahresbericht der Bandbreitenmessung prüft die Bundesnetzagentur, ob die Anbieter ihren Kunden die vereinbarte Datenübertragungsrate liefern.
 
Die Bundesnetzagentur hat den Jahresbericht 2019/2020 der Breitbandmessung veröffentlicht. Es ist die fünfte jährliche Bestandsaufnahme über die Leistungsfähigkeit der stationären und mobilen Breitbandanschlüsse in Deutschland.

„Gegenüber den Vorjahren ist die Entwicklung positiv. Zwar erreichen Kunden nach wie vor oft nicht die Geschwindigkeit, die vertraglich in Aussicht gestellt wurde, aber es lassen sich insbesondere bei stationären Breitbandanschlüssen leichte Verbesserungen feststellen,“ sagt Jochen Homann. Dies sei erfreulich, so der Präsident der Bundesnetzagentur, der gleichzeitig die Telekommunikationsanbieter in Schutz nahm. Denn die Corona-Pandemie stelle diese Unternehmen vor sehr große Herausforderungen.

Die Ergebnisse des Jahresberichts beruhen auf 949.414 validen Messungen an stationären Breitbandanschlüssen und 448.058 Messungen an mobilen Breitbandanschlüssen im Zeitraum zwischen dem 1. Oktober 2019 und dem 30. September 2020.

Im Download kamen 73,6 % der Nutzer bei stationären Anschlüssen über alle Breitbandklassen und Anbieter hinweg auf mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate. Im vorausgegangenen Betrachtungszeitraum waren es 70,8 %. Den Wert voll erreicht oder sogar überschritten haben 24,0 % der Nutzer.

Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass bei einer näheren Betrachtung der Breitbandklassen die Werte zum Jahresbericht davor weitgehend unverändert geblieben sind. In der Bandbreiteklasse 7 (200 Mbit/s bis kleiner 500 Mbit/s) zeige sich jedoch eine leichte und in der Bandbreiteklasse 5 (50 Mbit/s bis kleiner 100 Mbit/s) eine deutliche Verbesserung.

Im Tagesverlauf sei zu beobachten, dass die Abnahme der prozentualen Datenübertragungsrate in den Abendstunden im vergangenen Jahr deutlich geringer ausfiel als in früheren Messperioden. Dagegen habe sich aktuell besonders in der Bandbreiteklasse bis 500 Mbit/s gezeigt, dass es im Tagesverlauf zu Engpasssituationen kommen könne. Entsprechend fielen die Datenübertragungsraten erkennbar ab – allerdings immer noch auf hohem Niveau. Einzelne Anbieter seien hiervon stärker betroffen als andere.
 
Engpasssituationen im Tagesverlauf möglich
 
Zwar ist laut Bundesnetzagentur die Zahl der mit ihrem Telekommunikationsanbieter zufriedenen Kunden etwas zurückgegangen, immerhin vergaben aber noch 60,7 % der befragten Endkunden die Noten „sehr gut“ bis „befriedigend“. Im Bericht 2018/19 waren es 61,4 %.

Bei den mobilen Breitbandanschlüssen kamen über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg 17,4 % der Nutzer mindestens auf die Hälfte der vertraglich zugesicherten Datenübertragungsrate (2018/19: 14,9 %). Voll erreicht oder gar übertroffen haben sie 2,1 %. „Damit ist insgesamt eine leichte Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr festzustellen, zumal in diesem Berichtsjahr auch die vertraglich vereinbarten geschätzten maximalen Datenübertragungsraten sichtbar angestiegen sind“, schreiben die Autoren des Jahresberichts.

Im Tagesverlauf sei wie bereits im Jahr zuvor eine Abnahme der prozentualen Datenübertragungsrate zu beobachten. Dennoch zeigt sich die Mehrheit der Endkunden mit ihrem jeweiligen Anbieter zufrieden, denn 74,2 % vergeben die Noten „sehr gut“ bis „befriedigend“. Damit sei das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr praktisch unverändert.

„Dass der im Rahmen der Breitbandmessung ermittelte Verhältniswert wieder auf einem geringen Niveau lag, legt weiterhin den Schluss nahe, dass die Nutzer bei mobilen Breitbandanschlüssen eher die Mobilität und die zur Verfügung stehende Performance bewerten als das Erreichen der in Aussicht gestellten Datenübertragungsrate“, heißt es im Bericht.

In einer Mitteilung, weist die Bundesnetzagentur darauf hin, dass die Ergebnisse der Breitbandmessungen davon abhängen, welchen Tarif der jeweilige Nutzer gebucht hat. Aussagen zur Versorgungssituation mit breitbandigen Internetzugangsdiensten könnten nicht getroffen werden. „Es wird lediglich geprüft, ob die Anbieter ihren Kunden die vertraglich zugesicherte Bandbreite liefern“, heißt es aus der Behörde. Eine pandemiebedingte Veränderung der Datenübertragungsraten habe weder bei stationären noch mobilen Breitbandanschlüssen festgestellt werden können.
 
Der Jahresbericht Breitbandmessung 2019/20  steht auf der Internetseite der Bundesnetzagentur zum Download zur Verfügung.
 

Fritz Wilhelm
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