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Enerige & Management > Regenerative - Klimawandel beeinflusst die Windkraft-Ausbeute
Bild: Eisenhans / Fotolia
REGENERATIVE:
Klimawandel beeinflusst die Windkraft-Ausbeute
Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat analysiert wie sich der Klimawandel auf die Windkraft auswirken wird. Die Prognosen zeigen starke saisonale Schwankungen.
 
Wie sich die Windgeschwindigkeiten und damit das Potenzial der Windkraft in Europa bis Ende dieses Jahrhunderts entwickeln werden, haben Wissenschaftler der Arbeitsgruppe „Regionales Klima und Wettergefahren“ am Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Department Troposphärenforschung (IMK-TRO) des KIT gemeinsam mit Forschern der Universität zu Köln nun anhand regionaler Klimaprojektionen untersucht.

Demnach wird sich die mittlere Windstromerzeugung für den gesamten europäischen Kontinent bis Ende des 21. Jahrhunderts zwar nur geringfügig ändern. Dafür sind im Allgemeinen größere jahreszeitliche Schwankungen sowie eine Häufung von Schwachwindphasen zu erwarten, teilte das KIT mit.
 
Änderungen der mittleren jährlichen Windstromproduktion (Eout, in Prozent) in Europa 2071 bis 2100 im Vergleich zu 1971 bis 2000. (Abb. aus Moemken et al.(2018), bearbeitet von J. Mömken, KIT
Quelle: KIT

Zu erwarten ist laut den Forschungsergebnissen weiter, dass Windgeschwindigkeiten, die für die Stromproduktion optimal sind, über den Meeren etwas seltener auftreten werden. Zugleich sind häufigere Schwachwindphasen mit Windgeschwindigkeiten unter drei Metern pro Sekunde über dem europäischen Kontinent zu erwarten. „Dies ist insoweit problematisch, als dadurch die Volatilität der Windstromproduktion weiter erhöht wird“, teilte das KIT weiter mit.

Den Untersuchungen der Forscher nach wirkt sich der Klimawandel in verschiedenen Gebieten jedoch unterschiedlich auf die Windkraft aus. „Im Baltikum und in der Ägäis könnte die Windstromerzeugung künftig von den Klimaänderungen profitieren“, sagt Julia Mömken, Forscherin in der Arbeitsgruppe „Regionales Klima und Wettergefahren“ am IMK-TRO. „Für Deutschland, Frankreich und die Iberische Halbinsel dagegen sind eher nachteilige Auswirkungen zu befürchten.“

Alles in allem sehen die Forscher in den projizierten Änderungen „große Herausforderungen für die Windenergienutzung in Europa“. Geeignete Gegenmaßnahmen, wie der dezentrale Ausbau der Windenergie und der Ausbau des europäischen Stromverteilnetzes, könnten den Einfluss des Klimawandels auf die Windkraft aber abschwächen, so die Forscher.

Die Forscher präsentieren ihre Studie im Journal of Geophysical Research: Atmospheres. (DOI: 10.1029/2018JD028473)
 

Heidi Roider
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Montag, 16.07.2018, 16:01 Uhr

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