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Bild: Leonid Tit, Fotolia
KLIMASCHUTZ:
Klimaschutz statt Geo-Engineering
Ausstieg aus den fossilen Energien statt riskanter Eingriffe in das Klima- und Wettersystems - das fordern Umweltorganisationen anlässlich einer Geo-Engineering-Konferenz in Berlin.
 
Gegenwärtig werden Technologien zur künstlichen Veränderung des Klimas erforscht, denen sich die aktuell stattfindende „Climate Engineering Conference, CEC17“ in Berlin widmet. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Heinrich-Böll-Stiftung warnen hingegen vor den „unkalkulierbaren Folgen großflächiger, technologisch unerprobter Manipulationen an den globalen Ökosystemen“.

Den globalen Klimawandel aufzuhalten, sei in erster Linie eine politische und keine ausschließlich technologische Frage, betont Barbara Unmüßig, Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung. Statt in den Ausbau fossiler Infrastruktur und in die agroindustrielle Landwirtschaft zu investieren, müssten Investitionen in Klimaschutz und armutsorientierte Entwicklung umgelenkt werden.

„Geoengineering macht leider das glatte Gegenteil. Investitionen in Milliardenhöhe fließen in Risikotechnologien mit neuen negativen Auswirkungen auf Menschenrechte und Ökosysteme“, so Unmüßig. „Wir brauchen dringend eine breite demokratische Debatte zu den komplexen Gesamtrisiken des Geoengineerings“, so Unmüßig.

Statt an Symptomen herumzudoktern, die Ursachen beseitigen

Auch Karin Nansen, Vorsitzende der internationalen Dachorganisation des BUND „Friends of the Earth International“, warnt: „Geo-Engineering ist verbunden mit einem hohen Flächenverbrauch und birgt große Risiken für die direkt betroffenen Menschen und Ökosysteme.“ Es verführe dazu zu glauben, wir könnten weiter wirtschaften wie bisher.

Die Klimakrise erfordere jedoch das Gegenteil, nämlich den Ausstieg aus fossilen Energien wie der klimaschädlichen Kohle und den Ausbau der erneuerbaren Energien. Wälder und Moore sollten weltweit großflächig renaturiert werden, um die natürlichen CO2-Absorptionspotentiale auszuschöpfen. Unerlässlich sei auch die Veränderung der industriellen landwirtschaftlichen Produktion und der Einstieg in umweltfreundliche Mobilität noch vor 2020. „Wir müssen die Ursache der Klimakrise beseitigen, nicht ihre Symptome“, stellt Nansen klar.


Geo-Engineering kurz erklärt
Geo-Engineering umfasst laut dem Umweltbundesamt zielgerichtete - meist in großem Maßstab durchgeführte - Eingriffe in das Klimasystem mit dem Ziel, die Klimaerwärmung abzumildern. Im Wesentlichen könnten bei den Maßnahmen des Geo-Engineering zwei Kategorien unterschieden werden:
  • Maßnahmen, die den Strahlungshaushalt beeinflussen (engl.: Solar Radiation Management, SRM): Sie sollen die Nettoeinstrahlung kurzwelliger Sonnenstrahlen verringern und so die Atmosphäre in Bodennähe abkühlen.
  • Die zweite Kategorie umfasst Technologien, die darauf abzielen, dem atmosphärischen Kohlenstoffkreislauf Kohlendioxid zu entziehen und dauerhaft zu speichern (engl.: Carbon Dioxide Removal, CDR). Diese Technologien sollen zwar die Konzentration des Treibhausgases CO2 in der Atmosphäre beeinflussen, die Menge der erzeugten Treibhausgase wird aber nicht verändert.
Alle Geo-Engineering-Maßnahmen haben eines gemeinsam: Sie gehen von der Möglichkeit aus, dass sich die globale Erwärmung mit großtechnischen Lösungen rückgängig machen oder verringern lässt.
 

Angelika Nikionok-Ehrlich
Redakteurin
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Montag, 09.10.2017, 14:44 Uhr

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