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Enerige & Management > Klimaschutz - Klimaanpassung durch Beratung mit 60 Mio. Euro gefördert
Quelle: iStock
KLIMASCHUTZ:
Klimaanpassung durch Beratung mit 60 Mio. Euro gefördert
Das Bundesumweltministerium legte ein Sofortpaket mit Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel für Kommunen vor. Damit sollen Berater eingestellt und informiert werden.
 
Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) hat ein Sofortprogramm des BMUV für die Anpassung an den Klimawandel vorgestellt. Anlass war die erste Vernetzungskonferenz „Kommunale Klimaanpassung im Dialog“ am 24. März. Das Maßnahmenpaket mit 60 Mio. Euro zusätzlich bis 2026 soll Städten und Gemeinden helfen, sich für die Extremwettereignisse der Zukunft zu rüsten. Erste Schritte und Maßnahmen sollten sofort umgesetzt werden. Im Fokus des Programms steht die Unterstützung von Kommunen bei der Anpassung an
  • größere Hitze,
  • Starkregen,
  • Stürme
  • und andere Extremwetterereignisse, die häufiger auftreten werden.
Der Ausbau von Förderprogrammen und Kompetenzaufbau, passgenaue Beratung vor Ort und bessere Ausbildung von lokalen Expertinnen und Experten sowie die Sensibilisierung und Aufklärung der Bürger stehen im Sofortprogramm. Lemke sagte: „Die Notwendigkeit zu Anpassung und Vorsorge wird sich künftig mit jedem Zehntelgrad Erderhitzung weiter verschärfen.“ Viele Kommunen hätten bereits begonnen, auf lokaler Ebene Infrastruktur und Gesellschaft auf die künftigen klimatischen Bedingungen auszurichten. Dafür stehen 14 Mio. Euro jährlich zur Verfügung.

Passgenaues Klimaprogramm entwickeln

Jede Kommune sei anders betroffen und soll daher durch 100 neue Berater bundesweit die für sie richtigen Maßnahmen ergreifen. Bisher befristete, auf Modellprojekte ausgerichtete Programme würden zudem zur Standardförderung erweitert. „Weitere Schritte folgen mit dem Klimaanpassungsgesetz, einer neuen, vorsorgenden Anpassungsstrategie und einer gemeinsamen Finanzierung von Bund und Ländern“, kündigte Lemke zugleich an. Auch die "Nationale Wasserstrategie" und das "Aktionsprogramm natürlicher Klimaschutz" würden zur Klimaanpassung beitragen.

Künftig werde eine eigene Unterabteilung Klimaanpassung im BMUV dem Thema die notwendige Aufmerksamkeit verschaffen und Synergien mit anderen Programmen und Strategien der Bundesregierung nutzen. Dabei soll der im vergangenen Jahr geschaffenen Online-Beratungsstelle "Zentrum für Klimaanpassung" (ZKA) eine vermittelnde Rolle zukommen.

Inhalte des BMUV-Sofortprogramms Klimaanpassung
  • Bessere Klimavorsorge durch 100 lokale Anpassungsmanager, die durch erfahrene Mentoren geschult werden.
  • Kompetenzausbau in strukturschwachen Regionen: Das Zentrum Klimaanpassung richtet neue Veranstaltungsformate wie Klimawerkstätten für regionale Multiplikatoren und Akteure insbesondere in strukturschwachen und von der Klimakrise besonders betroffenen Regionen aus.
  • Für besseren Schutz von Risikogruppen in sozialen Einrichtungen wird das Förderprogramm entfristet und als neues Regelprogramm des BMUV geführt.
  • Entwicklung und Umsetzung von Hitzeaktionsplänen als Beratungsprogramm für Kommunen.
  • Klimaanpassungs-Kommunikation für Bürgerinnen und Bürger. Dazu gehören Bauberatungen für bessere Hausisolation oder das Verhalten bei extremer Hitze.
Besseres Wassermanagement angemahnt

Der Vizepräsident des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), Karsten Specht, nannte auf der Konferenz weitere Herausforderungen etwa beim Wassermanagement. Er warb für die Idee einer „Schwammstadt“, damit Regenwasser in den Städten verbleibt und das Stadtklima verbessert. „Wir brauchen insgesamt mehr Platz und Raum für Wasser, das heißt mehr Grün und Blau im Grau“, sagt Specht. Das könne die Auswirkungen von Wetterextremen mildern.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Donnerstag, 24.03.2022, 13:23 Uhr

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