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Enerige & Management > Bilanz - Klassisches Motorengeschäft stützt Deutz
Quelle: Deutz AG
BILANZ:
Klassisches Motorengeschäft stützt Deutz
Trotz gestiegener Beschaffungskosten konnte der Kölner Antriebs- und Motorenhersteller Deutz sein Ergebnis im ersten Halbjahr verbessern. Zwei Service-Firmen wurden außerdem übernommen.
 
„Wir konnten trotz aller Widrigkeiten in der Beschaffung sowie in der Logistik“ das Ergebnis steigern, zeigte sich Sebastian C. Schulte, CEO von Deutz, zufrieden mit dem ersten Halbjahr 2022. Deutz verbuchte einen Anstieg des Auftragseingangs verglichen zum Vorjahreszeitraum um 4,7 % auf rund 1 Mrd. Euro, „der von allen Regionen getragen wurde“, sagte der Konzernchef am 11. August bei der Präsentation der Geschäftszahlen. Die sei eine stabile Ausgangslage für die kommenden Monate.

Das bereinigte Ergebnis (Ebit) konnte der Kölner Antriebs- und Motorenhersteller um 25,8 Mio. Euro auf 42,6 Mio. Euro steigern. Der Umsatz wuchs in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ebenfalls um 21 % auf 930,4 Mio. Euro. Getragen wird das gute Ergebnis vor allem „durch das Classic-Segment“, sagte Schulte. In diesem klassischen Deutz-Motorengeschäft setzte der Konzern 90.462 Einheiten ab. Mit insgesamt 108.741 verkauften Motoren erzielte der Konzern in der ersten Jahreshälfte eine Absatzsteigerung um 16,1 %, die auf prozentual zweistellige Zuwächse in den beiden größten Absatzregionen, EMEA und Amerika, zurückzuführen ist.

Deutz will ab 2024 Wasserstoff-Motoren in Serie produzieren

Um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben wird Deutz allerdings die gestiegenen Kosten – bei Energie, Rohstoffen und Logistik – an die Kunden weitergeben. Dies sei teilweise auch schon geschehen, so Schulte. Die erste Preiserhöhungsrunde für das Neukundengeschäft fand im Mai statt, eine zweite im Juli. Deutz strebt nach eigenen Angaben im Neumotorenportfolio in diesem Jahr eine Preissteigerung von 8 % bis 12 % an. Zudem will sich der Hersteller bei den Motorenvarianten künftig verschlanken. Schulte sagte, dass rund 15 % der Motorenvarianten, die Deutz anbietet, einen Absatzanteil von rund 80 % einnehmen. Die restlichen 85 % würden hingegen am Absatz nur 20 % ausmachen. Deshalb würden Motorenvarianten verschwinden. Allerdings werde kein Kunde davon Nachteile haben, versicherte der Deutz-Konzernchef.

Außerdem hat sich Deutz zum Ziel gesetzt, das Servicegeschäft zu stärken. Zwei Zukäufe erfolgten Anfang Mai mit dem Kauf der bisherigen Deutz-Servicepartner AUSMA Motorenrevisie B.V. (Niederlande) sowie South Coast Diesels (Irland). Beide Firmen sind in ihren Heimatmärkten im Bereich Vertrieb und Wartung von Dieselmotoren tätig und agieren als Mehrmarkenhändler.

Außerdem treibe der Konzern die Entwicklung neuer alternativer Antriebslösungen voran, so Schulte. Ein Wasserstoffmotor ist nun in Zusammenarbeit mit der Rheinenergie in den Probebetrieb gegangen. Das H2-Genset läuft in einem Heizkraftwerk der Rheinenergie. Der so erzeugte Strom wird direkt in das lokale Stromnetz eingespeist. In einem zweiten Schritt soll auch die Abwärme aus dem Aggregat zur Wärmeerzeugung genutzt werden. In die Serienproduktion soll der Motor im Jahr 2024 gehen.

Ukraine-Krieg hat bislang keine Auswirkungen auf die Nachfrage

Der Ausbruch des Ukraine-Krieges hatte bislang keine negativen Auswirkungen auf die Nachfrage, so Deutz. Dabei kommt dem Unternehmen zugute, dass sein Geschäft in Russland, Belarus und der Ukraine lediglich einen Umsatzanteil von rund 20 Mio. Euro jährlich ausmachte. Die Versorgungssituation sei aber nach wie vor herausfordernd, hier allen voran die Gaslage. Darauf bereite sich Deutz vor. Am Produktionsstandort in Köln sei man mittlerweile so weit, in einer Gasmangellage kurzfristig auf Öl umsteigen zu können. Am kleineren Standort Ulm wird derzeit alles dafür vorbereitet, im Ernstfall auf Flüssiggas wechseln zu können. Parallel werde an einer grüneren Energieversorgung gearbeitet. Seit 2021 beziehe Deutz nur noch Ökostrom, Photovoltaikanlagen seien in der Planung.

Für das Gesamtjahr 2022 prognostiziert Deutz nach wie vor einen Absatz von bis zu 180.000 Motoren sowie einen Umsatz zwischen 1,7 und 1,85 Mrd. Euro. Die Ebit-Rendite wird wohl zwischen 3,5 und 5,5 % liegen.
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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