• Strompreise legen wegen geringerer Erneuerbaren-Einspeisung zu
  • Unscharfe Anlagenfehler treffsicher im Vorhinein erkennen
  • Kabinett beschließt schnelleren Windkraft- und Netzausbau
  • Thüga fordert Nachbesserung beim Margining
  • Lob und Kritik für Vorschlag zur Steuerung von Verbrauchern
  • Netze BW mahnt großen Ausbaubedarf an
  • Hansewerk baut Holzgaskraftwerk
  • Prokon prognostiziert "herausragendes" Ergebnis 2022
  • Neues Planungstool für Geothermie in NRW
  • Bayern nimmt zwei Batteriespeicher in Betrieb
Enerige & Management > Klimaschutz - KfW: Unternehmen müssen Klimaschutzinvestitionen verdoppeln
Quelle: Shutterstock / 24Novembers
KLIMASCHUTZ:
KfW: Unternehmen müssen Klimaschutzinvestitionen verdoppeln
Deutsche Unternehmen haben 2021 55 Milliarden Euro in den Klimaschutz investiert. Die KfW sieht Luft nach oben: 70 Prozent der Unternehmen haben gar keine Klimaschutzprojekte umgesetzt.
 
Rund 120 Milliarden Euro müssten deutsche Unternehmen nach Angaben der KfW bis zum Jahr 2045 jährlich investieren, damit Deutschland das Ziel der Klimaneutralität erreichen kann. Dass dieses Ziel allerdings momentan noch in weiter Ferne liegt, zeigt eine aktuelle Studie von KfW-Research.

Dem „KfW-Klimabarometer“ zufolge hat die deutsche Wirtschaft im Jahr 2021 inländische Klimaschutzinvestitionen in Gesamthöhe von 55 Milliarden Euro getätigt. Jeder achte Euro aller Investitionen des deutschen Unternehmenssektors sei damit im Jahr 2021 in Energiewendevorhaben geflossen, sagte Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Das sind beeindruckende Summen und es ist ein guter Anfang, allerdings muss noch mehr passieren. Um Klimaneutralität in Deutschland bis Mitte des Jahrhunderts zu erreichen, sind Gesamtinvestitionen von 5 Billionen Euro nötig, durchschnittlich rund 190 Milliarden Euro pro Jahr. Allein private Unternehmen müssen jährlich Investitionen in Höhe von circa 120 Milliarden Euro klimafreundlich ausrichten. Das Ambitionsniveau muss sich folglich in den kommenden Jahren noch mehr als verdoppeln.“

Das Potenzial dafür scheint der Studie zufolge, bei der im Zeitraum vom 10. Februar 2022 bis zum 17. Juni 2022 insgesamt rund 11.000 Unternehmen Auskunft zu ihren im Jahr 2021 getätigten Klimaschutzinvestitionen gaben, durchaus vorhanden. Demnach hat nur rund jedes vierte (23 Prozent) der knapp 3,8 Millionen Unternehmen in Deutschland überhaupt Klimaschutzinvestitionen getätigt. Weitere 7 Prozent haben im Jahr 2021 zwar keine entsprechenden Investitionen getätigt, planen das aber bis Ende des Jahres 2022. Dabei zeige sich KfW-Research zufolge die mit Abstand größte Investitionsneigung bei Großunternehmen: Mehr als zwei Drittel dieser haben im Jahr 2021 Klimaschutzinvestitionen getätigt, weitere 16 Prozent planen dies bis Ende 2022.

70 Prozent der Unternehmen allerdings haben der Befragung zufolge demnach in 2021 gar keine Investitionsprojekte mit Klimaschutzfokus umgesetzt und haben dies auch bis zum Ende des Jahres 2022 nicht vor. Einschränkend sei allerdings hinzuzufügen, so die Forschenden, dass 62 Prozent aller Unternehmen auch keinerlei Investitionen in andere Bereiche getätigt haben: Die Investitionstätigkeit sei seit einiger Zeit grundsätzlich eher zurückhaltend.
  Wichtigste Motivation: Senkung der Energiekosten

Unter Klimaschutzinvestitionen verstehen die Wissenschaftler Investitionen in Maßnahmen zur Vermeidung oder Verminderung von Treibhausgasemissionen, wobei der Klimaschutz dabei nicht zwingend die Hauptmotivation gewesen sein muss. Am häufigsten investierten Unternehmen in Maßnahmen zur klimafreundlichen Mobilität (47 Prozent), gefolgt von Investitionen in die Verbesserung der Energieeffizienz ihrer Gebäude etwa durch Dämmung oder Einbau von Wärmepumpen (32 Prozent). Den dritten Platz nahmen Maßnahmen zur Erzeugung oder Speicherung erneuerbarer Energie ein (27 Prozent). Für zwei Drittel der investierenden Unternehmen war dabei die Senkung der Energiekosten die wichtigste Motivation.

Die Unternehmen wünschen sich von der Politik in erster Linie eine Vereinfachung der Planungs- und Genehmigungsverfahren zur Erleichterung von Klimaschutzinvestitionen: Fast zwei Drittel aller Unternehmen halten dies für wichtig. Auf Platz zwei folgt der Wunsch nach mehr Fördermitteln (60 Prozent), gefolgt von mehr Planungssicherheit beim CO2-Preis (56 Prozent).

Die Erkenntnisse der Studie zur strategischen Bedeutung des Themas Klimaschutzes in den Unternehmen sind allerdings ebenfalls eher ernüchternd: So haben zwar mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Unternehmen zumindest teilweise den Klimaschutz in der eigenen Unternehmensstrategie verankert. Konkrete Treibhausgasminderungsziele haben allerdings nur 13 Prozent festgelegt. Und etwa die Hälfte der Unternehmen streben keine Klimaneutralität an oder kennen das Konzept gar nicht.

Das KfW-Klimabarometer  ist auf der Internetseite er KfW kostenlos abrufbar.
 

Katia Meyer-Tien
Redakteurin
+49 (0) 8152 9311 21
eMail
facebook
© 2023 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 23.11.2022, 11:41 Uhr

Mehr zum Thema