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Enerige & Management > Stadtwerke - Kempen setzt auf Lambda-1-Motoren
Quelle: Jonas Rosenberger / E&M
STADTWERKE:
Kempen setzt auf Lambda-1-Motoren
Die Stadtwerke Kempen setzen bei dem neuen Blockheizkraftwerk für die Versorgung des Krankenhauses wieder auf einen Lambda-1-Motor.
 
Nach mehr als 22 Jahren beziehungsweise 155.636 Betriebsstunden stand bei den Stadtwerken Kempen (Nordrhein-Westfalen) der Tausch eines Blockheizkraftwerkes im Hospital Kempen an. Die KWK-Anlage sei bis zum Schluss ein Vorbild an Zuverlässigkeit gewesen, so die Stadtwerker, und habe durch die gekoppelte Erzeugung von 93 Mio. kWh Strom und 144 Mio. kWh Wärme 30.000 Tonnen CO2 eingespart.

Die Anlage mit einer elektrischen Leistung von knapp 600 kW sollte komplett erneuert werden. Dabei legten die Stadtwerke ein besonderes Augenmerk auf die Abgasemissionen, die bereits ab Inbetriebnahme den ab 2025 einzuhaltenden Werten der neuen 44. BImSchV entsprechen sollen. Daher haben sich Rüdiger Leibauer, Leiter Energieerzeugung der Stadtwerke Kempen, und sein Team vom Heizkraftwerk Kempen, wieder für einen sogenannten Lamba-1-Motor entschieden. Es gab aber noch einen weiteren Grund.

Da das Raumangebot am Standort sehr limitiert und somit kein Platz „für eine SCR-Abgasreinigung vorhanden ist, sprach vieles dafür, den bewährten Magermotor Waukesha P48GLD durch einen nahezu baugleichen P48GSID mit Lambda-1-Verbrennung zu ersetzen“, sagte Leibauer, der das KWK-Projekt unter anderem auf einer Tagung der S&L Energie-Projekte GmbH in Lutherstadt Wittenberg diesen Sommer vorstelle. Dank dieser Technologie können die verschärften Emissionsgrenzwerte mit Hilfe eines platzsparenden 3-Wege-Katalysators mühelos eingehalten werden, ohne Verbrauchs- und Logistikkosten für Harnstoff (Ad Blue).

Das BHKW im Keller des Krankenhausgebäudes versorgt das gesamte Krankenhaus mit Wärme. Überschüssige Wärme wird in das Fernwärmenetz der Stadtwerke, der erzeugte Strom in das öffentliche Netz eingespeist. Wie das Vorgängermodell, ist nach Auskunft der Stadtwerke auch dieses wieder als Dauerläufer ausgelegt und nun seit Herbst 2021 im Dauerbetrieb.

Ein weiterer Vorteil ist, dass bei den Rücklauftemperaturen von zwischen 50 und maximal 60 Grad Celius kein externer Gemischkühler benötigt wird. Dies wäre aufgrund scharfer Schallschutzanforderungen am Hospitalstandort nicht möglich gewesen. Aufgrund der vollständigen Nutzung der Gemischwärme und anderer Effizienzvorteile, die der Lambda-1-Motor mitbringt, wird der Gesamtwirkungsgrad der neuen Anlage gute 92 % betragen. „Noch mehr wäre mit einem zweiten Abgaswärmetauscher herauszuholen gewesen“, sagte S&L-Projektleiter Bernd Haasken, „was jedoch aufgrund der beengten Platzverhältnisse nicht realisierbar ist.“ Der neue Waukesha-Motor wurde vom Motorenwerk in Nordamerika geliefert.
Zusätzlich werden die Emissionen an Stickoxiden, Kohlenmonoxid, Formaldehyd und Methan noch einmal um bis zu 90 % reduziert.

In Kempen planen die Stadtwerke indes, bis Ende des Jahres einen weiteren Lambda-1-Motor am Schwimmbad Aqua Sol in Betrieb zu nehmen. Allerdings sagte Leibauer auf der Tagung in Wittenberg, dass wohl nicht jede KWK-Anlage des Versorgers erneuert werden wird. Derzeit betreiben die Stadtwerke Kempen zwölf BHKW-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 19,5 MW elektrisch.
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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