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Energie & Management > Veranstaltung - KEI-Podium diskutiert Industrie-Dekarbonisierung
KEI-Podium am 12. März 2026 in Cottbus. Quelle: Susanne Harmsen
Veranstaltung

KEI-Podium diskutiert Industrie-Dekarbonisierung

Beim KEI-Podium in Cottbus diskutierten Vertreter aus Politik, Industrie und Forschung über Geschäftsmodelle und Clusterstrategien für die Dekarbonisierung energieintensiver Industrien.
Das Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) in Cottbus (Brandenburg) richtete am 12. März erneut sein KEI-Podium aus. Die Veranstaltung brachte rund 200 Vertreter aus Politik, Industrie, Wissenschaft und Forschung zusammen, um über Wege zu einer klimaneutralen und zugleich wettbewerbsfähigen Industrie zu diskutieren. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Innovationen als strategischer Hebel genutzt werden können, um Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Grundstoffindustrie zu stärken.

Ausgangspunkt der Debatte ist die Einschätzung, dass Dekarbonisierung nicht nur zum Erreichen von Klimazielen beiträgt, sondern auch wirtschaftliche Chancen eröffnet. Technologische Innovationen, neue Marktmodelle und stärker zirkuläre Produktionssysteme können laut den Veranstaltern Effizienz steigern und Abhängigkeiten von fossilen Rohstoffen verringern. Ziel sei eine Industrie, die bis 2040 klimaneutral produziert und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig bleibt.

Zentrale Themen sind nach Angaben der Organisatoren die Rolle von Innovation für Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz, klimafreundliche Geschäftsmodelle sowie die Kombination verschiedener Transformationspfade. Dazu zählen insbesondere Dekarbonisierungstechnologien und Konzepte der Kreislaufwirtschaft. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf regionalen Industrieclustern, die als strukturelle Grundlage für widerstandsfähige Industriestandorte gelten.

Rahmen der EU

Zum Auftakt sprach Berthold Goeke, Abteilungsleiter für nationalen und europäischen Klimaschutz im Bundesumweltministerium (BMUKN) über den Clean Industrial Deal der Europäischen Union und seine Rolle für Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Resilienz der Industrie. Weitere Impulsvorträge widmen sich technologischen und wirtschaftlichen Perspektiven der Transformation. Christian Bogatu, Investment Director bei der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIN-D), stellte dar, welche Rolle technologische Innovationen für die Dekarbonisierung industrieller Prozesse spielen können.

Jose Gonzalez Cuenca vom European Innovation Centre for Industrial Transformation and Emissions (INCITE) erläuterte, wie europäische Innovationsprogramme Kreislaufwirtschaft, Emissionsminderung und Ressourceneffizienz fördern sollen. Der Projektmanager verwies darauf, dass Branchen wie Stahl, Zement und Chemie besonders stark unter Druck stehen, ihre Emissionen zu reduzieren. Gleichzeitig gelten sie als zentrale Sektoren für Dekarbonisierungstechnologien.

Industrielle Cluster

Auch industrielle Clusterstrukturen standen im Fokus der Vorträge. Marc Bovenschulte, Leiter des Servicezentrums für industrielle Transformation in den Regionen (SiT), erklärte, dass ein integrierter Ansatz für Industriecluster notwendig sei, um Emissionsminderungen und Energieversorgung effizient zu verbinden. Systemische Effizienz, Kreislaufwirtschaft, Elektrifizierung industrieller Prozesse sowie der Einsatz von Wasserstoff und CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCUS) gehörten zu den Optionen, die Unternehmen prüfen müssten.

Anhand mehrerer deutscher Beispiele wurden Erfolgsfaktoren für solche Cluster identifiziert. Darunter war „Create“ die Cross Cluster Innovation für biobasierte Kunststoffe. In einer Zusammenarbeit von mit SKZ, „C.A.R.M.E.N“, sowie den Chemie- und Umweltclustern Bayern wird hier ein Umfeld geschaffen, in dem biobasierte Kunststoffe entwickelt und erfolgreich in die industrielle Praxis überführt werden. Biobasierte Kunststoffe und Verbundwerkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen hätten das Potenzial, fossile Ressourcen langfristig zu ersetzen.

Drei Workshops zur Vertiefung

In Workshops vertiefte die Tagung einzelne Themen. Ein erster Workshop beschäftigt sich mit dem sogenannten „Valley of Death“. Damit beschreiben Innovationsforscher die Phase zwischen technischer Entwicklung und Markteinführung, in der viele Projekte an fehlender Finanzierung oder fehlender industrieller Anwendung scheitern. 

Ein zweiter Workshop richtet den Blick auf Materialflüsse und Geschäftsmodelle. Dort geht es um die Frage, wie Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft Produktionsketten in energieintensiven Industrien verändern. Der dritte Workshop widmet sich regionalen Innovationsclustern in sogenannten Net-Zero-Valleys. Dabei handelt es sich um Regionen, in denen Industrie, Forschung und Politik eng zusammenarbeiten, um klimaneutrale Technologien schneller umzusetzen.

Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Fachleute aus den Bereichen Stahl, Chemie, Zement, Kalk, Nichteisenmetalle, Glas, Keramik sowie Papier- und Zellstoffproduktion.

Donnerstag, 12.03.2026, 16:17 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Veranstaltung - KEI-Podium diskutiert Industrie-Dekarbonisierung
KEI-Podium am 12. März 2026 in Cottbus. Quelle: Susanne Harmsen
Veranstaltung
KEI-Podium diskutiert Industrie-Dekarbonisierung
Beim KEI-Podium in Cottbus diskutierten Vertreter aus Politik, Industrie und Forschung über Geschäftsmodelle und Clusterstrategien für die Dekarbonisierung energieintensiver Industrien.
Das Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) in Cottbus (Brandenburg) richtete am 12. März erneut sein KEI-Podium aus. Die Veranstaltung brachte rund 200 Vertreter aus Politik, Industrie, Wissenschaft und Forschung zusammen, um über Wege zu einer klimaneutralen und zugleich wettbewerbsfähigen Industrie zu diskutieren. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Innovationen als strategischer Hebel genutzt werden können, um Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Grundstoffindustrie zu stärken.

Ausgangspunkt der Debatte ist die Einschätzung, dass Dekarbonisierung nicht nur zum Erreichen von Klimazielen beiträgt, sondern auch wirtschaftliche Chancen eröffnet. Technologische Innovationen, neue Marktmodelle und stärker zirkuläre Produktionssysteme können laut den Veranstaltern Effizienz steigern und Abhängigkeiten von fossilen Rohstoffen verringern. Ziel sei eine Industrie, die bis 2040 klimaneutral produziert und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig bleibt.

Zentrale Themen sind nach Angaben der Organisatoren die Rolle von Innovation für Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz, klimafreundliche Geschäftsmodelle sowie die Kombination verschiedener Transformationspfade. Dazu zählen insbesondere Dekarbonisierungstechnologien und Konzepte der Kreislaufwirtschaft. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf regionalen Industrieclustern, die als strukturelle Grundlage für widerstandsfähige Industriestandorte gelten.

Rahmen der EU

Zum Auftakt sprach Berthold Goeke, Abteilungsleiter für nationalen und europäischen Klimaschutz im Bundesumweltministerium (BMUKN) über den Clean Industrial Deal der Europäischen Union und seine Rolle für Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Resilienz der Industrie. Weitere Impulsvorträge widmen sich technologischen und wirtschaftlichen Perspektiven der Transformation. Christian Bogatu, Investment Director bei der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIN-D), stellte dar, welche Rolle technologische Innovationen für die Dekarbonisierung industrieller Prozesse spielen können.

Jose Gonzalez Cuenca vom European Innovation Centre for Industrial Transformation and Emissions (INCITE) erläuterte, wie europäische Innovationsprogramme Kreislaufwirtschaft, Emissionsminderung und Ressourceneffizienz fördern sollen. Der Projektmanager verwies darauf, dass Branchen wie Stahl, Zement und Chemie besonders stark unter Druck stehen, ihre Emissionen zu reduzieren. Gleichzeitig gelten sie als zentrale Sektoren für Dekarbonisierungstechnologien.

Industrielle Cluster

Auch industrielle Clusterstrukturen standen im Fokus der Vorträge. Marc Bovenschulte, Leiter des Servicezentrums für industrielle Transformation in den Regionen (SiT), erklärte, dass ein integrierter Ansatz für Industriecluster notwendig sei, um Emissionsminderungen und Energieversorgung effizient zu verbinden. Systemische Effizienz, Kreislaufwirtschaft, Elektrifizierung industrieller Prozesse sowie der Einsatz von Wasserstoff und CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCUS) gehörten zu den Optionen, die Unternehmen prüfen müssten.

Anhand mehrerer deutscher Beispiele wurden Erfolgsfaktoren für solche Cluster identifiziert. Darunter war „Create“ die Cross Cluster Innovation für biobasierte Kunststoffe. In einer Zusammenarbeit von mit SKZ, „C.A.R.M.E.N“, sowie den Chemie- und Umweltclustern Bayern wird hier ein Umfeld geschaffen, in dem biobasierte Kunststoffe entwickelt und erfolgreich in die industrielle Praxis überführt werden. Biobasierte Kunststoffe und Verbundwerkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen hätten das Potenzial, fossile Ressourcen langfristig zu ersetzen.

Drei Workshops zur Vertiefung

In Workshops vertiefte die Tagung einzelne Themen. Ein erster Workshop beschäftigt sich mit dem sogenannten „Valley of Death“. Damit beschreiben Innovationsforscher die Phase zwischen technischer Entwicklung und Markteinführung, in der viele Projekte an fehlender Finanzierung oder fehlender industrieller Anwendung scheitern. 

Ein zweiter Workshop richtet den Blick auf Materialflüsse und Geschäftsmodelle. Dort geht es um die Frage, wie Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft Produktionsketten in energieintensiven Industrien verändern. Der dritte Workshop widmet sich regionalen Innovationsclustern in sogenannten Net-Zero-Valleys. Dabei handelt es sich um Regionen, in denen Industrie, Forschung und Politik eng zusammenarbeiten, um klimaneutrale Technologien schneller umzusetzen.

Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Fachleute aus den Bereichen Stahl, Chemie, Zement, Kalk, Nichteisenmetalle, Glas, Keramik sowie Papier- und Zellstoffproduktion.

Donnerstag, 12.03.2026, 16:17 Uhr
Susanne Harmsen

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