• Kälte und Dunkelflaute bringen neue Preishochs an allen Märkten
  • Weitere 1,4 Milliarden Euro für die Braunkohle-Sanierung
  • Marktwerte Erneuerbarer legen erstmals seit August zu
  • Förderfreie Direktvermarktung sinkt erstmals
  • EnBW importiert LNG über Stade
  • NRW beginnt Infrastrukturdebatte für den Transport von CO2
  • Axpo: Jahresgewinn sinkt leicht, Ebitda massiv
  • Wilken nach Cyberangriff wieder voll arbeitsfähig
  • Erste Vergabe für Import von grünem Wasserstoff startet
  • Stromnetz in Daimlers Stammwerk nun in Stadtwerke-Hand
Enerige & Management > Studien - Kaum "vorausschauende Einführung neuer Technologien"
Quelle: mik38 / Fotolia
STUDIEN:
Kaum "vorausschauende Einführung neuer Technologien"
Nachhaltigkeit, ja, Digitalisierung, na ja: Viele Energieversorger führen laut einer Studie neue Technologien im Unternehmen erst dann ein, wenn es gar nicht mehr anders geht.
 
Zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland sind davon überzeugt, dass digitale Technologien dabei helfen können, energieeffizienter zu wirtschaften. Und noch mehr haben sich Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben, 71 Prozent haben sie „strategisch verankert“. Doch viele digitalen Errungenschaften werden nur „zögerlich eingesetzt“. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Marktforschern des Branchenverbands Bitkom.

Die Digitalisierung geht demnach langsam voran. Auf einer Skala von 1 („ganz am Anfang des Prozesses“) bis 10 („vollständig digitalisiert“) sehen sich die befragten Unternehmen bei einem Wert von 5,9. Vor einem Jahr habe der Wert bei 5,7 gelegen, heißt es. „Aufgrund des hohen Kostendrucks implementieren Energieversorger meist nur dann neue Lösungen, wenn sie zwingend darauf angewiesen sind“,sagt der Santu Mandal. Er ist zuständig für die Versorgersparte beim IT-Dienstleister Tata Consultancy Services (TCS), das Unternehmen hatte die Studie in Auftrag gegeben.

 „Die vorausschauende Einführung neuer Technologien findet eher nicht statt“, sagt der IT-Experte. Für die Branche sei es jedoch wichtig, bestehende Funktionalitäten auszubauen und „mit dem Einsatz disruptiver Technologien neue Funktionen und Geschäftsfelder zu entwickeln.“

"Change-Management" gewinnt an Bedeutung

Doch, auch das wollen Marktforscher herausgefunden haben: Nur etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen verfügten über das Wissen, wie sich sich digitale Technologien für mehr Nachhaltigkeit einsetzen lassen. Und nur ein Drittel habe eigens ein Budget für Nachhaltigkeit.

Am fortschrittlichsten zeigt sich die deutsche Wirtschaft beim Cloud-Computing. Neun von zehn Unternehmen nutzen der Erhebung zufolge inzwischen solche Lösungen – umgerechnet 5 Prozentpunkte mehr als 2021. Technologien wie „Big Data“ und „Analytics“ sind in 51 % der Unternehmen im Einsatz (plus 3 Prozentpunkte). 29 % verwendeten „Internet of Things“ (plus 1), ebenso viele 3D-Druck (plus 3 Prozentpunkte). Drohnen, etwa zur Überwachung von Anlagen, oder Augmented Reality, zum Beispiel mit Datenbrillen zur Schulung von Technikern im Außeneinsatz, gebe es erst in jedem fünften Betrieb.

Zusehends auf der Agenda stehe in der Wirtschaft die Frage der Gestaltung von Veränderungsprozessen. Sechs von zehn Firmen (59 %) setzen bereits auf Change-Management, berichten die Marktforscher. Vor fünf Jahren habe der Wert noch bei 36 % gelegen.

Für die Studie befragte Bitkom Research 951 Unternehmen mit 100 oder mehr Beschäftigten. Die Interviews seien mit Führungskräften durchgeführt, die in ihrem Unternehmen für das Thema Digitalisierung verantwortlich sind.

Die Studie steht auf der Website des IT-Unternehmens TCS kostenlos als Download  bereit.
 

Manfred Fischer
© 2022 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 16.02.2022, 15:15 Uhr

Mehr zum Thema