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Enerige & Management > Kohlekraftwerk - Kauft die Mibrag das Kraftwerk Buschhaus?
Bild: Fotolia.com, visdia
KOHLEKRAFTWERK:
Kauft die Mibrag das Kraftwerk Buschhaus?
Die Zeitung "Die Welt" berichtet, dass sich Eon vom Kraftwerk Buschhaus und dem Helmstedter Braunkohlerevier trennen will. Übernimmt die Mibrag das Kraftwerk, könnte sie für einen Weiterbetrieb auch nach dem Jahr 2017 sorgen.
 
Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon trennt sich von weiteren Aktivitäten in Deutschland. Nach einem Bericht der Tageszeitung „Die Welt“ verkauft der Konzern in Kürze das niedersächsische Braunkohlerevier Helmstedt zusammen mit dem dortigen Kraftwerk Buschhaus. Käufer soll die tschechische EP-Holding sein, die bereits das Braunkohleunternehmen Mibrag besitzt, das vor allem in Sachsen und Sachsen-Anhalt aktiv ist. Nach Informationen der Zeitung wurden die Mitarbeiter des Braunkohle-Reviers von Eon bereits am 12. Juli über den bevorstehenden Verkauf informiert. Danach soll Eon bereits „eine kommerzielle Einigung zu wesentlichen Punkten der geplanten Übertragung des Helmstedter Reviers“ erzielt haben. Bis zum Vertragsabschluss seien aber noch einige Verhandlungspunkte zu klären. Nach Informationen der Zeitung soll es dabei um die Stromlieferverträge des Kraftwerks Buschhaus mit der Karlsruher EnBW gehen.

Das Kraftwerk Buschhaus in der Nähe von Helmstedt mit seinen 390 MW Leistung steht vor akuten Fragen. Das Helmstedter Braunkohle-Revier an der Grenze zu Sachsen-Anhalt hat kaum noch Kohle. Spätestens 2017 könnte die Brennstoff-Versorgung für das Kraftwerk auslaufen. Die Mibrag stünde also möglicherweise vor der Aufgabe, die Brennstoff-Versorgung für Buschhaus auf anderem Weg sicher zu stellen. Wegen der geringen Energiedichte des Brennstoffs und der damit verbundenen hohen Transportkosten werden Braunkohlekraftwerke meist aus direkt benachbarten Tagebauen versorgt. Möglicherweise könnte Buschhaus per Zug mit Braunkohle aus Sachsen-Anhalt versorgt werden. Kommt der Kauf zustande, könnte die Mibrag erstmals auch direkt zum Betreiber eines Großkraftwerks werden.
 

Timm Krägenow
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Montag, 19.08.2013, 13:23 Uhr

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