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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - Jena installiert Schnelllader und prüft Einsatz von Wasserstoff
Bild: E&M, Jonas Rosenberger
ELEKTROFAHRZEUGE:
Jena installiert Schnelllader und prüft Einsatz von Wasserstoff
Der Jenaer Stadtrat hat das Projekt "Elektromobilität Jena 2030" um weitere fünf Jahre verlängert. Neben Ladesäulen sollen auch Wasserstoff und synthetische Treibstoffe erprobt werden.
 
Seit 2017 schafft ein Netzwerk Elektromobilität in der thüringischen Stadt die Voraussetzungen dafür, dass bis 2030 mindestens 10.000 Elektroautos fahren können. Damit herkömmliche Kraftstoffe durch elektrische Antriebe ersetzt werden, arbeiten Akteure in Verwaltung, Wirtschaft, verschiedenen Unternehmen der Stadtwerke Jena Gruppe, Wohnungsgesellschaften und städtischen Eigenbetrieben zusammen. Ihr Programm wurde nun vom Stadtrat verlängert.

Projektleiter Andre Kliem von den Stadtwerken Jena sagte: "Wir freuen uns, dass die Stadt die Bedeutung von Elektromobilität als Antriebsform der Zukunft würdigt und unserem Netzwerk die Chance gibt, mit gebündelter Kraft weitere konkrete Maßnahmen auf den Weg zu bringen." Die steigenden Zulassungszahlen für Elektrofahrzeuge zeigten, dass Elektromobilität in der Saale-Stadt angekommen ist. Ende 2020 waren bereits 510 Fahrzeuge vollelektrisch oder als sogenannte Plug-in-Hybride unterwegs.

Ladeinfrastruktur vor allem privat errichten

Das Jenaer Stromnetz sei laut Stadtwerke-Kapazitätsanalysen auf die steigende Zahl von E-Fahrzeugen vorbereitet. Darüber hinaus arbeite der kommunale Energieversorger an Ladelösungen für die verschiedenen Bedürfnisse der E-Autofahrer. Beim Ausbau der Ladeinfrastruktur verlagert sich aktuell der Schwerpunkt der Stadtwerke Energie: In den ersten Projektjahren lag der Fokus im Aufbau möglichst vieler öffentlicher Ladepunkte. Mittlerweile gibt es davon 50 in Jena.

Mit steigenden Zulassungszahlen setzten immer mehr E-Autofahrer sowie Unternehmen auf eigene Ladesäulen. Inzwischen seien über 100 private und gewerbliche Ladepunkte in Jena entstanden. Matthias Stüwe, verantwortlich für den Ausbau der Ladeinfrastruktur bei den Stadtwerken Energie: "Das Laden an herkömmlichen Ladepunkten nimmt mehrere Stunden in Anspruch und ist damit vorrangig für Ladevorgänge Zuhause oder am Arbeitsplatz geeignet."

Neues Pilotprojekt Super Schnelllader

Weil diese Möglichkeiten nicht allen E-Autofahrern offen stehen, erprobten die Stadtwerke neue Anwendungs-Szenarien. In einem neuen Pilotprojekt soll geprüft werden, ob und wie Super-Schnell-Ladesäulen − sogenannte High Power Charger − in Jena und der Region angenommen werden. An diesen Ladesäulen dauert der Ladevorgang lediglich circa zehn Minuten und kann zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause erfolgen. Noch in diesem Jahr sollen zwei erste Super-Schnelllader an städtischen Einfahrtsstraßen entstehen. Würden diese gut angenommen, erfolge ein weiterer Ausbau an anderen Einfahrtsstraßen.

Ein weiteres Pilotprojekt ermittle die Bedürfnisse von Mietern in Wohngebieten. In Zusammenarbeit mit Jenas Wohnungsgesellschaften ergänzen die Stadtwerke dabei die öffentlichen Ladesäulen in Jenas Wohngebieten um persönliche Ladesäulen für Mieter von Park- und Tiefgaragenstellplätzen. Darüber hinaus wird mit dem städtischen Eigenbetrieb Kommunalservice Jena (KSJ) an Lösungen für "Straßenparker" gearbeitet. Für Elektro-Gelegenheitsfahrer werde der erste E-Car-Sharing-Stellplatz um einen weiteren Standort ergänzt.

Elektrifizierung des Nahverkehrs und eigener Fuhrparks

Mit den ersten drei E-Bussen begann 2020 die "Elektrifizierung" der Busse des Jenaer Nahverkehrs. Für das Jahr 2022 ist die Beschaffung weiterer E-Busse geplant. Sowohl die Unternehmen der Stadtwerke Jena Gruppe als auch die Jenaer Stadtverwaltung und Eigenbetriebe stellen sukzessive ihre Fuhrparks um. In diesem Jahr zählt der Stadtwerke-Fuhrpark 28 E-Autos, 18 E-Fahrzeuge sind bei der Stadtverwaltung und fünf bei Kommunale Immobilien Jena (KIJ) im Einsatz.

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur wird außerdem auch in städtischen Infrastrukturprojekten mitgedacht. So bekämen das neue Parkhaus am Inselplatz, die neue Bibliothek und der Bürgerservice, die Schwimmhalle in Lobeda und das Smarte Quartier Jena-Lobeda Elektro-Ladepunkte.
 
Stromladesäule der Stadtwerke Jena
Bild: Stadtwerke Jena-Pößneck

Machbarkeit von Wasserstoff und Synfuels geprüft

Für Wasserstoff und synthetische Treibstoffe identifizierte die Projektgruppe im vergangenen Jahr verschiedene Anwendungsfälle, die in Zukunft theoretisch relevant für Jena sein könnten. Beispielsweise für den öffentlichen Nahverkehr, Nutzfahrzeuge der Müllentsorgung oder Schwerlasttransporte für Logistikfirmen bewertet die Projektgruppe deren technische und wirtschaftliche Machbarkeit.

Eine Entscheidung soll in etwa zwei Jahren fallen. Darüber hinaus wird auch der Einsatz von Wasserstoff im Bereich der Wärme- und Energieversorgung untersucht.

Weitere Informationen zum Projekt "Elektromobilität Jena 2030"    stehen im Internet bereit.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Freitag, 19.02.2021, 11:35 Uhr

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