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Enerige & Management > IT - Items hilft bei der Fernwärme-Optimierung
Quelle: Fotolia / Nmedia
IT:
Items hilft bei der Fernwärme-Optimierung
Eine IT-Lösung von Items soll Einsparpotenziale beim Brennstoffeinsatz aufzeigen und die Erzeugung über mehrere Anlagen hinweg optimieren.
 
Die Bundesregierung hat mehrfach an alle Verbraucher appelliert, ihren Gasverbrauch so weit wie möglich zu reduzieren. Vor diesem Hintergrund berichtet der IT-Dienstleister Items über den Einsatz einer Software bei den Stadtwerken Iserlohn, mit deren Hilfe eine Optimierung des Brennstoffeinsatzes und die Vermeidung von Lastspitzen bei der Fernwärmebereitstellung gelingen sollen.

"Nach nun zehn Monaten lässt sich festhalten, dass das Projekt ein voller Erfolg ist", sagt Thomas Armoneit. Bei einer Prognosegüte von mehr als 93 % sei eine Reduktion der Kosten um einen mittleren sechsstelligen Betrag erreicht worden, so der technische Leiter der Stadtwerke Iserlohn. Es sei gelungen, die Gasleistungsspitzen gegenüber der herkömmlichen Fahrweise zu reduzieren und gleichzeitig die Produktion der CO2-optimierten Müllwärme zu maximieren, betont Dennis Betzinger, Innovationsmanager beim kommunalen Versorger.

Grundlage der Software ist eine Mengenprognose auf Basis künstlicher Intelligenz und die Optimierung der Erzeugung über alle Anlagen hinweg. Letztlich trage das Projekt damit auch zur Erreichung der Klimaziele bei, sagt Armoneit.

Items wirbt für seine Lösung unter anderem mit dem Verzicht auf separate Einrichtungs- und Betriebskosten für ein Jahr. Die Kosten sollen stattdessen über eine anteilige Beteiligung an der Einsparsumme gedeckt werden. "Durch die Abschaffung der Einrichtungs- und Betriebskosten wollen wir bürokratische und kaufmännische Hürden abbauen, um schnell und effizient auf die Störung der Gasversorgung reagieren", erklärt Alexander Sommer, Bereichsleiter Digitale Netze beim IT-Dienstleister, an dem unter anderem die Stadtwerke Münster und die Stadtwerke Osnabrück beteiligt sind.

Die Kooperation von Items mit den Stadtwerken Iserlohn reicht schon länger zurück. Bereits 2020 hatte Marcel Linnemann, Product Owner im Bereich Digitale Netze bei Items, im Gespräch mit der Redaktion darauf hingewiesen, dass die Fernwärmenetzbetreiber bislang eine recht dünne Datengrundlage für den Betrieb hatten und es möglich sei, beispielsweise mithilfe von mehr Sensorik, das Netz monitoringfähig zu machen. Daher hat Items mit den Stadtwerken Iserlohn gemeinsam die IT-Lösung mit der Bezeichnung "Grid Insight: Heat" als System zur Prognoseoptimierung entwickelt. Ziel war es, zunächst auf Basis historischer Daten und von Live-Werten aus dem Fernwärmenetz die Wärmemengenprognose und die Erzeugungsverteilung im Iserlohner Fernwärmenetz zu optimieren und später zu einem Echtzeit-Monitoring zu gelangen.

Insgesamt verfügt das Iserlohner Netz über rund 75 Kilometer Leitungslänge. Im Jahr 2021 wurden im Müllheizkraftwerk des Märkischen Kreises mehr als 152 Mio. kWh Wärme produziert. Weitere Heizwerke mit wesentlich geringerer Erzeugung betreiben die Stadtwerke zur Besicherung der Müllwärme und zur Abdeckung von Lastspitzen.
 

Fritz Wilhelm
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