• Strompreise legen wegen geringerer Erneuerbaren-Einspeisung zu
  • Unscharfe Anlagenfehler treffsicher im Vorhinein erkennen
  • Kabinett beschließt schnelleren Windkraft- und Netzausbau
  • Thüga fordert Nachbesserung beim Margining
  • Lob und Kritik für Vorschlag zur Steuerung von Verbrauchern
  • Netze BW mahnt großen Ausbaubedarf an
  • Hansewerk baut Holzgaskraftwerk
  • Prokon prognostiziert "herausragendes" Ergebnis 2022
  • Neues Planungstool für Geothermie in NRW
  • Bayern nimmt zwei Batteriespeicher in Betrieb
Enerige & Management > Stromnetz - Interconnector soll irische Stromversorgung absichern
Wandelt Wechselstrom in Gleichstrom um und umgekehrt: Der Nordlink-Konverter in Wilster (Schleswig-Holstein). Quelle: Tennet
STROMNETZ:
Interconnector soll irische Stromversorgung absichern
Siemens Energy wird die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungstechnik (HGÜ) für den Celtic Interconnector, eine 700-MW-Stromtrasse zwischen Frankreich und Irland, zur Verfügung stellen.
 
Celtic Interconnector ist die erste Stromverbindung zwischen Irland und dem europäischen Festland. Das Projekt soll die Sicherheit der Stromversorgung in beiden Ländern erhöhen und die Integration erneuerbarer Energien in das europäische Stromnetz erleichtern. Der Auftragswert für das Projekt liegt nach Angaben von Siemens Energy im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Der Celtic Interconnector hat eine Gesamtlänge von 575 Kilometer. 500 Kilometer der Kabel verlaufen durch die Keltische See. Die Übertragung über diese lange Strecke ist nur mittels Hochspannungs-Gleichstrom-Technik wirtschaftlich. Dafür baut Siemens Energy an den Endpunkten der Leitung zwei Konverterstationen – eine bei Knockraha in der Region Cork in Irland, die andere bei La Martyre in Frankreich. Sie können Wechselstrom, der aus dem jeweiligen nationalen Netz eingespeist wird, für den Transport in Gleichstrom umwandeln. Die Station am anderen Ende verwandelt den Strom dann zurück in Wechselstrom, sodass er ins Verteilnetz eingespeist werden kann.

In Zukunft kann Irland so französischen Strom importieren, um die Grundlast im Netz zu sichern oder – nach Umsetzung der ehrgeizigen Windenergie-Ausbaupläne des Landes – überschüssige erneuerbare Energie nach Europa schicken.

Die Konverterstationen ermöglichen den Austausch von bis zu 700 MW Strom in beide Richtungen, was dem Bedarf von rund 450.000 Haushalten entspricht. Die Inbetriebnahme des Celtic Interconnector ist für 2026 geplant.

​Jedes Elektron zählt

„Wir können es uns absolut nicht leisten, Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu verschwenden. Jedes überschüssige Elektron, das wir mit anderen Verbrauchern teilen, bringt uns unseren Klimazielen näher“, erklärte Tim Holt, Mitglied des Vorstands von Siemens Energy, in einer Unternehmensmitteilung. Die Verbraucher profitierten durch die zunehmende Vernetzung Europas von einem offeneren Strommarkt, höherer Energiesicherheit und niedrigeren Stromkosten. Nur gemeinsam lasse sich das „Energie-Trilemma“ aus Bezahlbarkeit, Zuverlässigkeit und Energiesicherheit bewältigen.

Stromverbindungen zwischen benachbarten Ländern verringern das Risiko von Stromausfällen und erleichtern die Integration von variablen erneuerbaren Energiequellen wie Sonne und Wind. Die EU hat daher das Ziel gesetzt, dass jedes Land bis 2030 über eine elektrische Verbindungskapazität von mindestens 15 Prozent seiner installierten Energieerzeugung verfügen muss. Im Jahr 2021 gaben 16 Länder an, dieses Ziel bis 2030 zu erreichen oder es sogar schon erreicht zu haben.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
+49 (0) 8152 9311 15
eMail
facebook
© 2023 Energie & Management GmbH
Montag, 28.11.2022, 10:55 Uhr

Mehr zum Thema