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Enerige & Management > Meinung - Innogy-Verkauf: The loser is... RWE
Bild: RWE
MEINUNG:
Innogy-Verkauf: The loser is... RWE
Eon und RWE teilen sich Innogy auf. Das Risiko liegt dabei eher auf Seiten von RWE. Ein Kommentar.
 
Der Deal ist spektakulär. RWE und Eon filetieren Innogy. Die beiden Alphatiere in der deutschen Energiewirtschaft, Rolf Martin Schmitz (RWE) und Johannes Teyssen (Eon), haben sich Innogy als Beute auserkoren. Die beiden Vorstandschef haben den gleichen Background. Sie arbeiten seit Jahren in ihren Konzernen, stammen aus der alten Energiewelt und sind bislang eher als Verwalter als Gestalter der Energiewende aufgefallen – trotz der vor gut zwei Jahren erfolgten Aufspaltung ihrer Unternehmen. Beide machen nun das, was Manager meistens in Situationen machen, wenn es nicht so gut läuft: Sie stoßen ab, schichten um, legen zusammen. Eon hat kürzlich seine Kraftwerkstochter Uniper verscherbelt, RWE gibt nun Innogy ab.

Vereinbart ist, dass Eon das Vertriebs- und Netzgeschäft von Innogy übernimmt. RWE hingegen soll das grüne Erzeugungsgeschäft von Eon übernehmen und knapp 17 % der Anteile von Eon bekommen. RWE würde somit größter Einzelaktionär bei Eon. Der Vorteil an dem Geschäft: Jeder der beiden Konzerne hat ein klares Aufgabengebiet. Sie würden bei Erzeugung, Netzen und Vertrieb nicht mehr konkurrieren.

Mit dem Deal geht RWE sicherlich das größere Risiko ein. Eon bekommt das Netzgeschäft. Das ist reguliert, planbar und stabil. Das Vertriebsgeschäft ist zwar hart und die Margen gering, aber Eon kann mit den zusätzlichen Innogy-Kunden weitere Skaleneffekte erzielen. Die Wechselbereitschaft und einhergehende die Wechselraten in Deutschland sind seit Längerem schon auf einem gleichbleibenden Niveau.

Das Erzeugungsgeschäft ist ein Risikogeschäft

Das Erzeugungsgeschäft ist und war seit der Liberalisierung immer mit Risiken behaftet. Die Strompreise sind nicht mehr wirklich prognostizierbar. Der Bau und Betrieb von konventionellen Kraftwerken ist seit dem Aufstieg der erneuerbaren Energien zu einem (fast) nicht mehr kalkulierbaren Risiko geworden. Die erneuerbaren Energien sind ebenfalls keine Cash Cows mehr. Denn die Bedingungen für die Errichtungen für Erneuerbare-Anlagen haben sich durch die Ausschreibungen verschärft. Außerdem greift die Politik respektive Bundesnetzagentur immer mehr in die Erzeugung ein. Die Rahmenbedingungen für Erzeugungsanlagen werden ständig angepasst, was eine vernünftige Investitionsplanung schwierig macht.

Es wird sich zeigen, was die Filetierung von Innogy bringt. Teyssen gibt bei Eon den harten aber bislang nicht wirklich erfolgreichen Sanierer. Schmitz hat sich bei RWE lange im Hintergrund gehalten und dem Fall von Innogy-Chef Peter Terium aus der Ferne zugesehen. Durch neue Ideen sind beide Manager bislang nicht aufgefallen. Fraglich ist, ob die Aufteilung von Innogy reicht, um die beiden (noch) Energieriesen (wieder einmal) fit zu machen für die Zukunft.
 

Stefan Sagmeister
Chefredakteur
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Montag, 12.03.2018, 12:58 Uhr

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