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Enerige & Management > Wasserstoff - Initiative "Ready4H2" unterstreicht Rolle der Verteilnetzbetreiber
Quelle: Shutterstock / Tomasz Makowski
WASSERSTOFF:
Initiative "Ready4H2" unterstreicht Rolle der Verteilnetzbetreiber
Unter dem vielversprechenden Projektnamen "Ready4H2" wollen Verteilnetzbetreiber aus 13 Ländern Europas künftig ihre mit Wasserstoff gesammelten Erfahrungen und Kenntnisse bündeln.  
 
Den an Ready for H2 beteiligten Unternehmen geht es um ein gemeinsames Verständnis dafür, wie Verteilnetzbetreiber die Einspeisung und Nutzung von Wasserstoff erleichtern können. Deutschland ist durch die deutsche Verteilnetzinitiative "H2vorOrt" im Projekt vertreten. In H2 vor Ort sind rund 40 Unternehmen zusammengeschlossen, darunter etwa der Energieversorger EAM, der Netzbetreiber Wesernetz und die Verbände VKU (Verband kommunaler Unternehmen) und DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches). Sie repräsentieren mehr als die Hälfte der Gasverteilnetzkilometer in Deutschland und untersuchen, wie sich Wasserstoff und dessen Derivate über das Verteilnetz Deutschlands für jedermann nutzen lassen. 

Im nun gestarteten internationalen Projekt Ready for H2 sind neben Deutschland auch folgende Länder vertreten: Belgien, Griechenland, Italien, Portugal, Spanien, Tschechische Republik, Dänemark, Frankreich, Irland, Österreich. Slowakei und Schweden. Der VKU ist zuversichtlich, dass sich weitere Länder dem Projekt anschließen. Das Projekt ist angesetzt bis Februar kommenden Jahres.

Im Rahmen des Projektes wollen die Partner drei neue Studien mit unterschiedlichen Untersuchungsschwerpunkten angehen:
  • Zum Wasserstoffwissen der Verteilnetzbetreiber: Die erste Analyse wird eine Sammlung der Erfahrungen sein, die die europäischen Verteilnetzbetreiber mit Wasserstoffprojekten und Wasserstoffinfrastruktur haben. Darüber hinaus soll untersucht werden, wie die Verteilnetzbetreiber in die Wasserstoffentwicklung ihres Landes eingebunden sind und wie weit die Wasserstoffstrategie jeweils entwickelt ist.
  • Zum Beitrag der Verteilnetzbetreiber zur Wasserstoff-Wertschöpfungskette: Die zweite Analyse soll auf der ersten Analyse aufbauen und untersuchen, wie die europäischen Verteilnetzbetreiber zur Wasserstoffentwicklung beitragen können. Die Erfahrungen und das Wissen der Verteilnetzbetreiber werden analysiert und in Wertvorschläge für die Wasserstoff-Wertschöpfungskette umgesetzt. Zum Tragen kommen sollen die historischen Erfahrungen der Verteilnetzbetreiber und Kompetenzen in den Wasserstoffsektoren.
  • Zur primären Wasserstoffverteilungsinfrastruktur in Europa: Die dritte Analyse soll einen Fahrplan mit konkreten Initiativen dafür
    liefern, wie die Verteilnetzbetreiber auf europäischer und nationaler Ebene ein Bindeglied zwischen Wasserstoffproduzenten und -verbrauchern sein können. Mögliche Hindernisse und Chancen auf dem Weg der Transformation der Verteilnetzbetreiber zur primären Verteilungsinfrastruktur für Wasserstoff sollen darin aufgegriffen sein.
Wasserstoff ist ein "Schlüsselelement der europäischen Energiewende", stellen Gerald Linke (DVGW), Ingbert Liebing (VKU) und Florian Feller (H2vorOrt) in einer gemeinsamen Mitteilung zum Start des Projektes heraus. Gasverteilnetzbetreiber seien ein "natürlicher Bestandteil der raschen Wasserstoffentwicklung", die in den kommenden Jahren erwartet wird. Jahrzehntelang hätten sie in ganz Europa bewiesen, dass sie in der Lage sind, Gas kosteneffizient und sicher über die Netze zu verteilen. Ihre umfangreichen Kenntnisse und Erfahrungen sollten für den Umbau der europäischen Energieinfrastruktur genutzt werden. 

Von diesem Wissen sollen europäische und nationale Entscheidungsträgern bei der Entwicklung einer europaweiten Wasserstoffwirtschaft profitieren. Mit den weit verzweigten Netzen in ganz Europa brauche man die Verteilnetzbetreiber, um neben den Plänen der europäischen Fernleitungsnetzbetreiber für den geplanten 40.000 Kilometer langen Wasserstoff-Backbone klimaneutrale Gase auch in der dezentralen Wärmeversorgung und Industrie einsetzen zu können.

Wie H2vorOrt und die Verbände VKU und DVGW herausstellen, sei die Zusammenarbeit mit den europäischen Nachbarn aufgrund der
gestiegenen Bedeutung der EU-weiten Entwicklungspläne und -regelungen umso wichtiger. Nur durch den "gemeinschaftlichen Austausch" könne ein klares europäisches Bild von den Entwicklungspfaden und den Rechtsrahmen für eine erneuerbare und dekarbonisierte Gasverteilung entstehen, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.
 

Davina Spohn
Redakteurin
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Mittwoch, 20.10.2021, 14:45 Uhr

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