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Enerige & Management > Wärme - Immer mehr große Solarthermieanlagen speisen in Netze ein
Bild: Solites
WÄRME:
Immer mehr große Solarthermieanlagen speisen in Netze ein
In Deutschland wächst die Zahl der Solarthermieanlagen, die in Wärmenetze einspeisen. Im vergangenen Jahr legte die Solarthermie um 41 % zu.
 
„Wir erleben bei den solaren Wärmenetzen in Deutschland seit etwa fünf Jahren ein dynamisches Wachstum, das sich nach unseren Prognosen auch in Zukunft fortsetzen wird“, sagte Patrick Geiger, wissenschaftlicher Mitarbeiter von Solites.
Mit der Inbetriebnahme von rund 31.000 Quadratmetern Bruttokollektorfläche war 2020 nach Angaben des Steinbeis-Forschungsinstituts Solites das bislang erfolgreichste Jahr für den Markt der solaren Wärmenetze in Deutschland. Ende vergangenen Jahres waren somit insgesamt 44 solarthermische Großanlagen mit einer Kollektorfläche von etwa 107.000 Quadratmetern und einer Leistung von rund 75 MW in der Fernwärme in Betrieb.

Zum Vergleich: Laut den Zahlen des Umweltbundesamtes lag der Anteil der Solarthermie am Wärmeverbrauch aus erneuerbaren Energien im Jahr 2020 bundesweit bei rund 4,8 %, wobei die erneuerbare Wärme insgesamt − bezogen auf den gesamten Wärmebedarf Deutschlands − lediglich auf rund 14,5 % kommt.

Den Löwenanteil am Solarthermie-Zubau trugen laut dem Forschungsinstitut drei große Kollektorfelder von Multimegawattanlagen bei, die im ersten Halbjahr 2020 den Betrieb aufgenommen haben. Mehr als die Hälfte der neuen Kollektorfläche entfällt dabei auf die mit 14.800 Quadratmetern deutschlandweit bislang größte Anlage in Ludwigsburg/Kornwestheim (Baden-Württtemberg), die seit Februar 2020 Solarwärme liefert.

Auf Basis bekannter in Bau und Planung befindlicher Projekte prognostizieren Wissenschaftler des Stuttgarter Forschungsinstituts bis 2025 eine Verdopplung der Anlagenzahl auf rund 90 und eine Verdreifachung der Kollektorfläche auf mehr als 300.000 Quadratmeter.
 
Netzgebundene solarthermische Anlagen entwickeln sich in allen Marktsegmenten positiv. Für die kommenden Jahre sind vor allem große Anlagen für städtische Fernwärme in Vorbereitung
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Quelle: Solites

Ein wesentlicher Treiber für die positive Marktentwicklung seien langfristig berechenbare günstige Wärmegestehungskosten. Sie seien bei großen Freiflächenanlagen − nicht zuletzt dank einer attraktiven Förderung des Bundes − mit 40 bis 70 Euro pro MWh bereits heute wettbewerbsfähig zu fossiler Wärmeerzeugung. Steigende CO2-Preise und europäische Vorgaben zur schrittweisen Dekarbonisierung der Fernwärme dürften diesen Trend daher in den kommenden Jahren verstärken.

„Für schnelle Fortschritte beim Klimaschutz im Gebäudesektor ist der Ausbau von Wärmenetzen auf Basis von erneuerbaren Energien und Abwärme ein Schlüsselfaktor. Solarthermie hat dabei neben Großwärmepumpen und Geothermie die größten Potenziale“, sagt Dirk Mangold, Leiter von Solites. „Um das Potenzial der solaren Fernwärme zu heben, bedarf es einer systematischen kommunalen Wärmeplanung“, so Mangold. „Die Sicherung potenzieller Flächen für Solarthermie steht bislang zu wenig im Fokus der Planungsbehörden. Denn die zunehmende Konkurrenz um Flächen ist eine der größten Herausforderungen der Energiewende – auch im Wärmebereich.“

Eines der stärksten Argumente für die Solarthermie ist seiner Ansicht nach ihre hohe Flächeneffizienz: diese liegt um den Faktor 3 bis 4 über der Photovoltaik und um den Faktor 30 bis 50 über dem Energiepflanzenanbau und ermöglicht einen Wärmeertrag von rund 2 Mio. kWh pro Hektar Landfläche und Jahr.
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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