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Enerige & Management > Windkraft Onshore - Im Norden gehen die ersten (Blink-)Lichter aus
Quelle: Fotolia/psdesign1
WINDKRAFT ONSHORE:
Im Norden gehen die ersten (Blink-)Lichter aus
In Schleswig-Holstein ist in der Nacht auf den 24. September der erste Onshore-Windpark im Realbetrieb dunkel geblieben. Ein Erfolg des Anbieters WUF.
 
Der Windpark Quarnbek ist am Abend und in der Nacht des 23. Septembers als erster in Schleswig-Holstein, vielleicht sogar bundesweit, im Realbetrieb in die "Bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung" (BNK) gegangen. Das bestätigte Björn Boll vom BNK-Anbieter Windenergie und Flugsicherheit GmbH (WUF) unserer Redaktion.

Damit bleiben die drei Windenergieanlagen des Parks nachts dunkel - es sei denn, ein Flugzeug nähert sich ihnen tatsächlich. Dies bekommt die Windparksteuerung in diesem Fall durch neu eingebaute BNK-Sensoren mit, die Transpondersignale von Flugzeugen empfangen und interpretieren. Die dominante Technologie bei neu genehmigten Anlagen im Land ist aber Radar.

In wohl 95 % der Nacht bleiben Windräder aber dunkel, verursachen keine Lichtverschmutzung mehr und heben die Akzeptanz bei Nachbarn und Touristen. Ein Gutteil der Windenergieanlagen an Land muss die BNK bis Ende 2022 nachrüsten, auf See wird sie bis Ende 2023 Pflicht - wenn es nicht wieder eine Verschiebung gibt. Die Abstimmungsprozesse zwischen Turbinenherstellern, Eigentümern, Betreibern und Behörden liefen "sehr schleppend", sagte Björn Roll. Rein rechtlich ist der Windpark Quarnbek jedenfalls 15 Monate früher damit fertig.
 
Der Windpark Quarnbek (Schleswig-Holstein) bleibt seit Kurzem nachts dunkel.
Quelle: Tom-Niklas Wegner


Die bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung bedarf der standortbezogenen Genehmigung durch die jeweilige Landesluftfahrtbehörde. WUF steht nach Rolls Worten auch in anderen Bundesländern kurz vor der luftfahrtrechtlichen Genehmigung. Über weite Teile Schleswig-Holsteins, Hamburg und das nördliche Niedersachsen hat das Unternehmen in den vergangenen Monaten ein flächendeckendes Sensornetzwerk gespannt, das die Berechnung eines Luftlagebilds ermöglicht („Multilateration“). Innerhalb des Netzwerkes lässt sich jeder Windpark ohne größeren eigenen Aufwand anschließen. Das Sensornetz soll ausgedehnt werden.

In Schleswig-Holstein warten in Jübek, Sehestedt, Galmsbüll sowie Schülp bei Nortorf weitere Windparks nur noch auf das grüne Licht der Landesluftfahrtbehörde, um auf das rote Dauerblinken verzichten zu dürfen. Insgesamt will WUF bis dato mehrere hundert Windenergieanlagen für den Anschluss an das Sensornetzwerk akquiriert haben.

Mit der Denker & Wulf AG schloss sich dem BNK-Projekt zudem
Schleswig-Holsteins größter Windkraft-Projektierer an. Etwa 450 Anlagen
plant das Sehestedter Unternehmen mit der BNK von WUF ausstatten zu
lassen.

Mit der seit 2020 erlaubten Transpondertechnik arbeiten in Schleswig-Holstein neben WUF die Ausrüster Dark Sky, eine unabhängige Tochter des Projektentwicklers Enertrag, sowie Lanthan Safe Sky. Die dominante Radartechnik bietet neben Dark Sky der Hersteller Quantec an.
 

Georg Eble
Redakteur
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Freitag, 24.09.2021, 15:38 Uhr

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