• Gas: Revidierte Prognosen treiben die Preise
  • Strom: Day Ahead klettert über 40 Euro
  • Gas als Schlüssel zur Klimaneutralität
  • Osnabrück erhält größte Flotte von E-Gelenkbussen
  • Ausbau der ingenieurtechnischen Kompetenz
  • Nordex mit roter Halbjahresbilanz
  • RWE mit erstem Halbjahr zufrieden
  • Stromkontor Rostock Port kauft Netz im Hafen Aschaffenburg
  • Beteiligung soll Smart Cities voranbringen
  • Kompromiss: Kassel verbrennt ab 2025 keine Kohle mehr
Enerige & Management > Photovoltaik - Ikea will im großen Maßstab private PV-Anlagen verkaufen
Bild: Helmut Stettin für IKEA
PHOTOVOLTAIK:
Ikea will im großen Maßstab private PV-Anlagen verkaufen
Neben dem Billy-Regal, dem Lövbacken-Tisch oder der „Orgel Vreten“-Lampe bietet Ikea demnächst in ersten Ländern auch private Solardachanlagen an - allerdings nicht in Deutschland.
 
Der schwedische Möbelkonzern Ikea hat angekündigt, weltweit der größte Einzelhändler für private Solardachanlagen werden zu wollen. „Unser Ziel ist es, unseren Kunden zu helfen und sie für ein nachhaltigeres Leben im Eigenheim zu inspirieren. Das private Photovoltaik-Dachanlagen-Programm ist ein Schritt auf dem Weg, diese Ambitionen zu verwirklichen“, erklärte Hakan Nordkvist, Leiter der Abteilung Sustainability Innovation, gegenüber dem Branchenmagazin pv-magazine. Bis zum Sommer will Ikea deshalb mit dem Verkauf von Photovoltaikanlagen in Großbritannien, den Niederlanden und der Schweiz beginnen. Sechs weitere Länder sollen noch in diesem und dann im kommenden Jahr folgen. Danach ist vorgesehen, den Verkauf von Solaranlagen auf Filialen weltweit auszudehnen. Wann es in den deutschen Ikea-Geschäften Solaranlagen zu kaufen gibt, ließ Nordkvist offen.

Dass Ikea seine Solar-Offensive in Großbritannien, den Niederlanden und der Schweiz startet, begründete Nordkvist so: „Die drei Länder wurden auf Basis vieler Kriterien ausgewählt, unter anderen wegen ihrer Unterschiede bei den regulatorischen Vorschriften und der Reife der Photovoltaik-Märkte.“ Zuvor hatte Ikea in mehreren Filialen in den drei Ländern längere Zeit getestet, ob und wie die Kunden das Solar-Angebot annehmen würden. Die Resonanz sei positiv gewesen, heißt es bei Ikea. 

Der schwedische Möbelkonzern plant nach Nordkvists Angaben nicht, eine eigene Marke an Solarmodulen, Montagesystemen und Wechselrichtern zu verkaufen. Ziel es vielmehr, eng mit Installateuren und Komponentenherstellern zusammenzuarbeiten, um Qualität und Preise gewährleisten zu können. Dabei sollen Dienstleistungen und Produkte für jedes Land separat ausgeschrieben werden. Wie viele PV-Anlagen Ikea künftig verkaufen will, ließ der Bericht in pv-magazine allerdings offen.

Das neue Solar-Angebot passt in die seit Jahren verfolgte Nachhaltigkeitsstrategie von Ikea. So hat das Management angekündigt, bilanziell seine Standorte bis Sommer August 2020 komplett mit Strom aus eigenen regenerativen Anlagen versorgen zu wollen. Deshalb hat Ikea nach eigenen Angaben seit 2009 rund 1,5 Mrd. Euro in regenerativen Anlagen investiert. Im vergangenen Jahr sind weitere 600 Mio. Euro für weitere Investitionen freigegeben worden. Laut dem jüngsten Nachhaltigkeitsbericht besitzt und betreibt Ikea mittlerweile 314 Windturbinen. Zudem sind über 700 000 Solarmodule auf den Dächern der konzerneigenen Geschäfte installiert. Zusammen mit mehreren Biomasseanlagen hat Ikea im vergangenen Jahr rund 2,4 Mrd. kWh Ökostrom produziert, womit rechnerisch 53,4 % des konzernweiten Strombedarfs gedeckt werden konnten.
 

Ralf Köpke
© 2020 Energie & Management GmbH
Freitag, 01.04.2016, 13:42 Uhr

Mehr zum Thema