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Enerige & Management > Statistik - IEA sieht Energieverbrauch der Welt steigen
Bild: Fotolia.com, 3Dmask
STATISTIK:
IEA sieht Energieverbrauch der Welt steigen
Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet in ihrem aktuellen Energieausblick mit einem 80 % höheren Strombedarf weltweit.
 
Der Weltbedarf an Energie wird weiter wachsen - zwar nicht mehr so schnell wie in der Vergangenheit, aber immerhin noch um 37 % bis zum Jahre 2040. Das entspricht einer durchschnittlichen Steigerung um 1,1 % im Jahr. Das betonte Maria van der Hoeven, die Exekutivdirektorin der Internationalen Energie Agentur (IEA), bei der Vorlage der Erwartungen für die nächsten 25 Jahre in London. Am stärksten dürfte dabei der Strombedarf der Welt zunehmen - um 80 % bis 2040.
 
Soweit es um die Sicherheit der Energieversorgung in der absehbaren Zukunft geht, hob IEA-Chefvolkswirt Fatih Birol zwei aus seiner Sicht recht positive Tendenzen hervor. Zum einen ist verflüssigtes Erdgas (LNG) durchaus in der Lage, in Europa wesentlich stärker zur Gasversorgung beizutragen. Zum anderen sieht die IEA in der Kernenergie eine Energieform, die die Versorgungssicherheit langfristig beträchtlich verbessert - trotz ihrer hohen Anfangsinvestition und der anhaltend kritischen Haltung weiter Teile der Bevölkerung in vielen Ländern.
 
Die IEA erwartet, dass im Jahre 2040 vier wichtige Primärenergien jeweils rund ein Viertel zur Weltenergieversorgung beitragen. Dabei nennt Birol die CO2-armen Energien, nämlich Kernenergie und Erneuerbare als ein Viertel, Mineralöl, Gas und Kohle als die weiteren jeweils 25 Prozent. Der Versorgungsanteil der Kernenergie dürfte sogar noch geringfügig von 11 auf 12 % zunehmen, zugleich aber nicht mehr den einstigen Spitzenwert von 18 % erreichen. Soweit es um die installierte Kernenergiekapazität geht, erwartet die IEA bis 2040 eine Zunahme um 60 %. Zugleich geht die IEA davon aus, dass künftig China im Nuklearkraftwerksbau eine Führungsrolle übernehmen wird. Für Japan wird mit einer bald wieder deutlich wachsenden nuklearen Stromerzeugung gerechnet - eine Entwicklung, die Birol aus Gründen der damit verbundenen Versorgungssicherheit ausdrücklich begrüßt.
 
Am stärksten werden die erneuerbaren Energien in den kommenden 25 Jahren wachsen. Auf sie wird nach Einschätzung der IEA rund die Hälfte der gesamten Produktionssteigerung bis zum Jahre 2040 entfallen. Allerdings ließ Birol keinen Zweifel an dem anhaltend hohen Subventionsbedarf für diese Energien. Weltweit beliefen sich diese Subventionen im Jahre 2013 auf 121 Mrd. US-Dollar. Das entspricht einer Steigerung um 15 % gegenüber dem Vorjahr. Auf nur fünf Länder entfallen dabei fast 70 % der gesamten Subventionen. Dabei steht Deutschland mit 22 Mrd. US-Dollar an erster Stelle, gefolgt von den USA mit 15 Mrd. US-Dollar, Italien mit 14 Mrd. US-Dollar, Spanien mit 8 Mrd. US-Dollar und China mit 7 Mrd. US-Dollar Subventionen. Birol betont, dass die erneuerbaren Energien zwangsläufig nicht die volle Versorgungssicherheit bieten könnten. Genau deswegen sei der Bau von anderen Anlagen wie Kern- und Gaskraftwerken auch in der Zukunft unvermeidlich.
 
Für Kohle und Öl geht die Weltenergieagentur davon aus, das ihr Verbrauch um das Jahr 2040 herum den Höhepunkt erreicht. Für Kohle wird für die kommenden 25 Jahre mit einer mittleren jährlichen Produktions- und Verbrauchssteigerung um jeweils 0,5 % gerechnet. Dabei wird es allerdings in einzelnen Ländern - so etwa Polen - ganz erhebliche Umstrukturierungen im Kohlebergbau geben. Zugleich wird es in den USA einen scharfen Verbrauchsrückgang geben, während in China um 2040 die jährlichen Steigerungen auslaufen. Dagegen rechnet die IEA mit einer hohen Produktions- und Verbrauchszunahme für Kohle in Indien.
 
Birol warnte in London davor, dass der gegenwärtig zu beobachtende Preisrückgang beim Öl wohl nicht lange anhalten werde. Vielmehr sei in einiger Zeit wieder mit steigenden Ölpreisen zu rechnen. Dabei spielt für die Bewertung der IEA auch die anhaltende starke Unsicherheit im Nahen Osten eine wichtige Rolle. Beim Ölverbrauch so geht die IEA davon aus, dass etwa 2030 China die USA als größter Ölverbraucher ablöst. 2040 werde in den USA, in Europa und in Japan ein klarer Rückgang im Ölverbrauch zu sehen sein. China, Russland und Brasilien werden um 2040 den Höhepunkt im jährlichen Verbrauch erreicht haben. Das stärkste Verbrauchswachstum wird es zugleich in Indien geben. Einen höheren Verbrauch werden aber auch Südostasien, der Nahe Osten und das südliche Afrika erleben.
 
Der Gasverbrauch wird bis zum Jahr 2040 noch um rund 50 % zunehmen. Von etwa 2030 an wird in den USA zugleich die Produktion fallen, weil dann die Schiefergas-Lagerstätten zunehmend ausgebeutet sein werden. Weiter aufwärts in der Gasproduktion wird es dagegen in Qatar, Australien und zugleich auch in Ostafrika gehen. Beim Gas kommt es, wie Birol betont, aber ganz entscheidend auf die Preisgestaltung für LNG an. Der Preis müsse niedrig genug sein, um die Verbraucher anzureizen. Zugleich aber muss der Preis hoch genug liegen, um weitere Investitionen zu sichern.
 
„Kritische Stress-Anzeichen“ beobachtet die IEA derzeit beim Blick auf die CO2-Emissionen. Der Rückgang der Emissionen lässt klar auf sich warten. So geht die IEA davon aus, dass weltweit diese Emissionen sogar noch um ein Fünftel zunehmen werden. Die bisher eingeplanten Finanzmittel zur Reduzierung der Emissionen würden viel früher erschöpft sein als das Reduktionsziel erreicht werden könnte.
 

Katharina Otzen
© 2020 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 13.11.2014, 11:51 Uhr

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