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Enerige & Management > Klimaschutz - IEA mahnt Effizienz- und Klimapolitik von Regierungen an
Bild: Fotolia.com, Nicole Effinger
KLIMASCHUTZ:
IEA mahnt Effizienz- und Klimapolitik von Regierungen an
Die Internationale Energieagentur (IEA) betont in ihrem aktuellen World Energy Outlook die Bedeutung von politischer Regulierung für Effizienzsteigerungen und Klimaschutz.
 
Selbst in China sei die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Emissionen gelungen, verdeutlichte IEA-Chef Fatih Birol am 11. November bei der Präsentation des jüngsten World Energy Outlooks (WEO) in Berlin. Diese „happy divorce“ (fröhliche Scheidung) sei vor allem durch verbesserte Effizienz zustande gekommen. Dass die Nutzung von Kohle und Öl seit 2010 nicht größer angewachsen ist, verdankt sich vor allem der Diversifizierung durch den Einsatz von immer mehr erneuerbaren Energien, Erdgas und Kernkraft. Die Effizienzpolitiken weltweit seien vor allem durch hohe Energiekosten getrieben, erläutert Birol und mahnt: "Der niedrige Ölpreis sollte kein Grund sein, in den Effizienzbemühungen nachzulassen."

Die Effizienzsteigerungen in den vergangenen zehn Jahren seien nicht durch Änderungen des Verbraucherverhaltens, sondern hauptsächlich durch Regulierung und Standards erreicht worden. So unterliegen laut IEA bereits heute die Hälfte des Energieverbrauchs in China verpflichtenden Effizienzstandards, 2005 waren es nur 3 %. Bei der Einschränkung des Wachstums des weltweiten Energiebedarfs auf ein Drittel bis 2040, während die Weltwirtschaft in diesem Zeitraum um 150 % wachse, spiele die Energieeffizienz eine wichtige Rolle, so die IEA. In OECD-Ländern schränken Effizienzmaßnahmen das Wachstum der Nachfrage auf 60 % des eigentlich zu erwartenden Wertes ein. „Wir brauchen die Effizienzpolitik der Regierungen“, betont daher Birol.

Nötig seien aber auch Preissignale, wie etwa einen CO2-Preis. Wenn dies bei der Weltklimakonferenz in Paris gelänge, wäre das eine „willkommene Überraschung“, meint der IEA-Chef. Die bisher angemeldeten nationalen Verpflichtungen nennt er „beeindruckend“. Dennoch reichten sie laut IPCC nicht zur Erreichung des Ziels, die Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts auf 2°C zu begrenzen, sondern nur für 2,7°C – „mit katastrophalen Folgen für uns alle“, so Birol. Deshalb müssten in Paris weitere Maßnahmen vereinbart werden. „Die Energiewende findet statt, aber sie braucht ein starkes Signal aus Paris“, betont er. „Energie sollte Kernstück einer Vereinbarung in Paris sein.“ Um die richtigen Signale für Investitionen zu setzen und einen kohlenstoffarmen, hochgradig effizienten Energiesektor zu schaffen, „ist eine eindeutige und glaubwürdige Vision einer langfristigen Dekarbonisierung als Kern der internationalen Bemühungen gegen den Klimawandel erforderlich“, stellt die IEA klar.

Unterstützung für erneuerbare Energien sollte fortgesetzt werden

Bereits in ihrem Sonderbericht im Juni hatte die IEA zusätzliche Maßnahmen definiert. Dazu gehören neben einer Steigerung der Energieeffizienz im Industrie-, Gebäude- und Transportsektor unter anderem die „progressive Verringerung des Gebrauchs der am wenigsten effizienten Kohlekraftwerke und Verbot ihres Baus“ sowie die Erhöhung der Investitionen in erneuerbare Energien im Stromsektor von 270 Mrd. US-Dollar in 2014 auf 400 Mrd. US-Dollar in 2030 und die allmähliche Abschaffung der Subventionen für fossile Energien (für Endnutzer bis 2030). Die Subventionen für fossile Brennstoffe betrugen laut den Angaben 2014 global knapp 500 Mrd. US-Dollar, für Erneuerbaren-Technologien lagen sie bei 112 Mrd. US-Dollar (plus 23 Mrd. US-Dollar für Biokraftstoffe). Mangels eines bedeutenden CO2-Preises in vielen Ländern seien unterstützende Gesetzgebung und Subventionen für den Erneuerbaren-Ausbau „weiterhin entscheidend“, so die IEA. Ein Anstieg auf 170 Mrd. US-Dollar in 2040 sichere eine Zunahme der Erneuerbaren-Erzeugung (ohne Wasserkraft) auf das Fünffache.

Fast ein Viertel des Endenergieverbrauchs entfallen laut dem IEA-Szenario 2040 auf Elektrizität. Der Stromsektor führe die Bewegung zu einem kohlenstoffarmen Energiesystem an, heißt es weiter. Die Experten gehen davon aus, dass 60 Cent jedes in neue Kraftwerke investierten US-Dollars 2040 in Erneuerbaren-Technologien fließen werden, vor allem in Wind- und Solarenergie, und, so Birol, nur 40 Cent in alle anderen Technologien zusammen. Erwartet wird, dass die Wachstumsrate der durch Stromerzeugung entstandenen CO2-Emissionen bis 2040 nur ein Fünftel der Wachstumsrate der erzeugten Strommenge betragen. In den letzten 25 Jahren war das Verhältnis 1:1. Allerdings, so die IEA, werfe die große Menge an Erzeugungskapazitäten, die neu hinzukommen müssten sowie die abnehmende Auslastung durch die Integration fluktuierender erneuerbarer Energien, „Fragen zu den passenden Marktmechanismen auf, die die erforderlichen Investitionen in die Erzeugung und die Versorgungsnetze begünstigen“.
 

Angelika Nikionok-Ehrlich
Redakteurin
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Mittwoch, 11.11.2015, 17:43 Uhr

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