• Strom: Kalenderjahr sinkt unter 40-Euro-Marke
  • Gas: Preise gehen wieder zurück
  • Krefeld will RWE bei Erneuerbarem-Kurs unterstützen
  • Eon bekräftigt mittelfristige Ziele
  • Kollenrott: "Wir sehen noch deutlichen Nachbesserungsbedarf"
  • Lorawan und Mieterstrom
  • Untersuchung fordert Verlagerung der EEG-Umlage
  • Ads-Tec ermöglicht Hochleistungsladen in der Niederspannung
  • Altmaier: Gutes Signal für die Energiewende
  • Solarnutzung vom Balkon forcieren
Enerige & Management > Stromnetz - Homann: "Netzausbau enttäuschend"
Bild: Fotolia.com, Gina Sanders
STROMNETZ:
Homann: "Netzausbau enttäuschend"
Dem Präsidenten der Bundesnetzagentur (BNetzA) geht der Ausbau des Übertragungsnetzes zu langsam. Für 2016 hofft er auf Fortschritte.
 
Nach dem Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) sind insgesamt 1 876 km neue Übertragungsleitungen geplant. Umgesetzt sind bis Ende 2015 lediglich 558 km, also etwa 30 %. Davon wurden im dritten Quartal 2015 rund 71 km fertiggestellt. Agenturmeldungen zufolge ist für Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, der aktuelle Stand des Netzausbaus „enttäuschend“.

Laut Internetseite der BNetzA ist auch noch keines der Vorhaben mit Pilotstrecken für Erdkabel in Betrieb. Am weitesten ist bisher der Netzbetreiber Amprion, der mit den abschließenden Arbeiten für das 380-kV-Wechselstrom-Erkabelprojekt in der Gemeinde Raesfeld beschäftigt ist.

Angesichts fehlender Übertragungskapazitäten sind Homann zufolge immer mehr Redispatch-Maßnahmen notwendig, die im ersten Halbjahr 2015 schon rund 250 Mio. Euro an Kosten verursacht hätten. Er halte es für möglich, dass bis 2020 jährlich sogar 1 Mrd. Euro oder mehr anfallen. Dies sei ein deutliches Signal, dass der Netzausbau schneller vorankommen müsse, so der BNetzA-Präsident. Vorsichtig optimistisch zeigt er sich für das neue Jahr. Mehrere Leitungsprojekte seien im Planungs- bzw. Bauverfahren weit fortgeschritten und könnten 2016 fertiggestellt werden. Dazu gehört dem Monitoring-Bericht der BNetzA zufolge die vollständige Inbetriebnahme der sogenannte Thüringer Strombrücke, von der Teile bereits am 17. Dezember in Betrieb gegangen sind.

Die Planungsverfahren für die weiteren rund 5 500 km Leitungen, die im Bundesbedarfsplangesetz bis 2024 vorgesehen sind, sieht Homann auf einem guten Weg.

Angesichts der überregionalen Bedeutung der Übertragungsnetze hält Homann bundesweit einheitliche Entgelte für deren Nutzung für angebracht. Homanns Begründung laut der Nachrichtenagentur dpa: „Das sind Kosten der Energiewende, das geht alle an.“
 

Fritz Wilhelm
Stellvertretender Chefredakteur
+49 (0) 6007 9396075
eMail
facebook
© 2020 Energie & Management GmbH
Dienstag, 29.12.2015, 15:45 Uhr

Mehr zum Thema