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Enerige & Management > Biomasse - Holzheizkraftwerk in Köln auf der Kippe
Bild: Fotolia.com, XtravaganT
BIOMASSE:
Holzheizkraftwerk in Köln auf der Kippe
Während ein von der Rheinenergie AG geplantes Holzheizkraftwerk vor dem Aus steht, hat sich das Kölner Unternehmen an einer Anlage zur Biomethaneinspeisung beteiligt.
 
Der Kommunalversorger will rund 15 Mio. Euro in den Bau eines Heizkraftwerkes mit 1,9 MW elektrischer und 5,2 MW thermischer Leistung investieren, das im rechtsrheinischen Stadtteil Merheim Landschaftspflege- und Waldrestholz verfeuern soll. „Bleibt es aber bei den im EEG vorgesehenen Änderungen für die Förderung von Bioenergie, muss die Rheinenergie das Projekt endgültig stoppen, weil es komplett unwirtschaftlich wird“, teilte das Unternehmen am 8. Mai mit. „Wir haben unser Projekt sehr weit entwickelt und bereits die Aufträge an entsprechende Lieferanten vergeben“, sagt Ulrich Bemmann, Leiter der Abteilung Erneuerbare Energie bei der Rheinenergie. Geplant ist, die Anlage zur Jahresmitte 2015 in Betrieb zu nehmen. Bleibt es bei den vorgesehenen Änderungen für die Förderung von Bioenergie, „muss die Rheinenergie das Projekt endgültig stoppen, weil es komplett unwirtschaftlich wird“.

Der Entwurf für die EEG-Reform sieht unter anderem die ersatzlose Streichung der Einsatzstoffvergütungsklassen I und II vor. Diese wurden mit dem EEG 2012 eingeführt, um die energetische Nutzung von Biomassen wie zum Beispiel Waldrest- und Landschaftspflegeholz anzureizen. „Wir sind sehr daran interessiert, mit dem Holzheizkraftwerk Merheim II einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, dafür müssen aber die Rahmenbedingungen stimmen“, betont Bemmann.

Unabhängig davon hat sich die Rheinenergie über die Rheinwerke GmbH, einem Gemeinschaftsunternehmen mit den Stadtwerken Düsseldorf, mit 50 Prozent am Biogaspool 3 beteiligt. Die von der Arcanum Energy Systems GmbH entwickelte Projektgesellschaft, an der die Stadtwerke Heidelberg die andere Anteilshälfte erworben hat, baut eine Biomethananlage im brandenburgischen Wolfshagen. Voraussichtlich in diesem Sommer soll die Anlage mit einer Einspeisekapazität von 700 m3/h Biogas mit Erdgasqualität ins Gasnetz pressen. „Biomethan ist ein wichtiger Baustein der Energiewende und ermöglicht es uns, in den hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen unserer Anteilseigner flexibel Strom und Wärme zu erzeugen“, sagt Bemmann.

Die Rheinenergie verfügt über mehrere Biogasanlagen mit insgesamt knapp 2,5 MW elektrischer Leistung und betreibt im Rahmen von Energie-Contractings rund ein Dutzend Biomethan-BHKW. Zum Portfolio im Bereich der erneuerbaren Energien gehören darüber hinaus Windkraftanlagen mit rund 90 MW Gesamtleistung sowie Photovoltaikanlagen mit einer Spitzenleistung von insgesamt etwa 20 MW.
 

Michael Pecka
Redakteur
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Donnerstag, 08.05.2014, 16:53 Uhr

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