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Energie & Management > Elektrofahrzeuge - Hohe Ladeleistung auch in der Niederspannung
Bild: Jonas Rosenberger
Elektrofahrzeuge

Hohe Ladeleistung auch in der Niederspannung

Dank eines Schwungradspeichers des israelischen Speicherherstellers Chakratec sollen Hotelgäste in Leipzig künftig schnell ihr Elektroauto laden können.
Als erstes Unternehmen in Deutschland wird die Hotelkette Premier Inn die Technik von Chakratec einsetzen, geht aus einer Mitteilung des Speicherspezialisten hervor. Dieser zufolge haben die beiden Unternehmen eine Vereinbarung zur Installation der Ladelösung in Leipzig geschlossen. Weitere Partner im Projekt sind die GHH Business Consult sowie das Ingenieursbüro EES Tübingen.

Chakratec, das 2013 gegründet wurde, setzt einen Schwungradspeicher ein, um dort Schnellladeleistung zur Verfügung zu stellen, wo das Stromnetz an sich nicht dafür ausgelegt ist. Der Speicher kann in Zeiten, in denen Überschussstrom anfällt, diesen aufnehmen und als kinetische Energie speichern. Bei Bedarf kann diese dann abgegeben werden und die Ladeleistung über die, die an dieser Stelle im Stromnetz möglich wäre, hinaus erhöhen. Laut einer Broschüre von Chakratec lässt sich damit in einem Niederspannungsnetz eine Ladeleistung bis zu 100 kWp pro Ladepunkt erreichen.

Speicher soll auch helfen, Lastspitzen zu vermeiden

Ein wesentlicher Vorteil der Schwungradspeicher ist die hohe Zahl von Ladezyklen. Der Hersteller spricht von mehr als 150.000 Lade- und Entladevorgängen, die ohne eine Verringerung der Kapazität über eine Systemlebensdauer von rund 20 Jahren möglich sind. Darüber hinaus handelt es sich um eine rein mechanische Speicherlösung, die im Gegensatz zu herkömmlichen Batterien ohne einen chemischen Elektrolyten auskommt.

Zunächst soll das Leipziger Haus von Premier Inn mit der Ladetechnik ausgestattet werden. In den nächsten fünf Jahren sei dann eine Ausweitung auf weitere Standorte in ganz Deutschland geplant, heißt es in der Mitteilung weiter. Insgesamt betreibt das Unternehmen nach eigenen Angaben derzeit rund 800 Hotels weltweit, davon 21 in Deutschland. Über den Ladeservice hinaus will Premier Inn die Schwungradspeicher auch einsetzen, um Lastspitzen im täglichen Betrieb der Häuser zu vermeiden.

Mit der Volkswagen-Tochter Skoda und dem Energieversorger PRE arbeitet Chakratec bereits seit 2019 zusammen, um die Technologie in der Tschechischen Republik zu testen. Darüber hinaus hat Wien Energie am Flughafen der österreichischen Hauptstadt einen Schwungmassespeicher von Chakratec getestet. Bei einer Netzanschlussleistung von 40 kW sei dennoch eine Ladeleistung von 100 kW möglich und damit eine volle Beladung des Fahrzeugs innerhalb von 20 Minuten, heißt es auf der Internetseite des österreichischen Energieversorgers.

Der Speicher, der in Wien eingesetzt wird, besteht aus zehn magnetisch im Vakuum gelagerten Schwungmassespeichern, die jeweils 250 Kilogramm wiegen und auf bis zu 18.000 Umdrehungen pro Minute beschleunigt werden. Bei der Entladung wird die Masse gebremst und so die kinetische Energie in elektrische umgewandelt.
 
Im Jahr 2019 haben Wien Energie und Chakratec am Flughafen
der österreichischen Hauptstadt einen Schwungmassespeicher
an einer Ladesäule installiert
Bild: Chakratec


 

Mittwoch, 10.02.2021, 14:18 Uhr
Fritz Wilhelm
Energie & Management > Elektrofahrzeuge - Hohe Ladeleistung auch in der Niederspannung
Bild: Jonas Rosenberger
Elektrofahrzeuge
Hohe Ladeleistung auch in der Niederspannung
Dank eines Schwungradspeichers des israelischen Speicherherstellers Chakratec sollen Hotelgäste in Leipzig künftig schnell ihr Elektroauto laden können.
Als erstes Unternehmen in Deutschland wird die Hotelkette Premier Inn die Technik von Chakratec einsetzen, geht aus einer Mitteilung des Speicherspezialisten hervor. Dieser zufolge haben die beiden Unternehmen eine Vereinbarung zur Installation der Ladelösung in Leipzig geschlossen. Weitere Partner im Projekt sind die GHH Business Consult sowie das Ingenieursbüro EES Tübingen.

Chakratec, das 2013 gegründet wurde, setzt einen Schwungradspeicher ein, um dort Schnellladeleistung zur Verfügung zu stellen, wo das Stromnetz an sich nicht dafür ausgelegt ist. Der Speicher kann in Zeiten, in denen Überschussstrom anfällt, diesen aufnehmen und als kinetische Energie speichern. Bei Bedarf kann diese dann abgegeben werden und die Ladeleistung über die, die an dieser Stelle im Stromnetz möglich wäre, hinaus erhöhen. Laut einer Broschüre von Chakratec lässt sich damit in einem Niederspannungsnetz eine Ladeleistung bis zu 100 kWp pro Ladepunkt erreichen.

Speicher soll auch helfen, Lastspitzen zu vermeiden

Ein wesentlicher Vorteil der Schwungradspeicher ist die hohe Zahl von Ladezyklen. Der Hersteller spricht von mehr als 150.000 Lade- und Entladevorgängen, die ohne eine Verringerung der Kapazität über eine Systemlebensdauer von rund 20 Jahren möglich sind. Darüber hinaus handelt es sich um eine rein mechanische Speicherlösung, die im Gegensatz zu herkömmlichen Batterien ohne einen chemischen Elektrolyten auskommt.

Zunächst soll das Leipziger Haus von Premier Inn mit der Ladetechnik ausgestattet werden. In den nächsten fünf Jahren sei dann eine Ausweitung auf weitere Standorte in ganz Deutschland geplant, heißt es in der Mitteilung weiter. Insgesamt betreibt das Unternehmen nach eigenen Angaben derzeit rund 800 Hotels weltweit, davon 21 in Deutschland. Über den Ladeservice hinaus will Premier Inn die Schwungradspeicher auch einsetzen, um Lastspitzen im täglichen Betrieb der Häuser zu vermeiden.

Mit der Volkswagen-Tochter Skoda und dem Energieversorger PRE arbeitet Chakratec bereits seit 2019 zusammen, um die Technologie in der Tschechischen Republik zu testen. Darüber hinaus hat Wien Energie am Flughafen der österreichischen Hauptstadt einen Schwungmassespeicher von Chakratec getestet. Bei einer Netzanschlussleistung von 40 kW sei dennoch eine Ladeleistung von 100 kW möglich und damit eine volle Beladung des Fahrzeugs innerhalb von 20 Minuten, heißt es auf der Internetseite des österreichischen Energieversorgers.

Der Speicher, der in Wien eingesetzt wird, besteht aus zehn magnetisch im Vakuum gelagerten Schwungmassespeichern, die jeweils 250 Kilogramm wiegen und auf bis zu 18.000 Umdrehungen pro Minute beschleunigt werden. Bei der Entladung wird die Masse gebremst und so die kinetische Energie in elektrische umgewandelt.
 
Im Jahr 2019 haben Wien Energie und Chakratec am Flughafen
der österreichischen Hauptstadt einen Schwungmassespeicher
an einer Ladesäule installiert
Bild: Chakratec


 

Mittwoch, 10.02.2021, 14:18 Uhr
Fritz Wilhelm

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