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Enerige & Management > Wärmenetz - Herne versorgt Stadtteil künftig mit Grubengas
Quelle: Fotolia / fefufoto
WÄRMENETZ:
Herne versorgt Stadtteil künftig mit Grubengas
Die Stadtwerke Herne haben die ersten Gebäude, die später mithilfe von Grubengas versorgt werden, an das dafür nötige Wärmenetz angeschossen.
 
Die Stadtwerke Herne schließen − ein Jahr nach Beginn der Bauarbeiten − nun die ersten Gebäude im Stadtteil Horsthausen an ein neues Fernwärmenetz an, teilte der Versorger mit. Das Besondere daran: Als Brennstoff wird künftig Grubengas aus der stillgelegten Zeche „Friedrich der Große“ genutzt, das damit nicht mehr ungenutzt in die Atmosphäre entweicht. Grubengas gilt wegen seines hohen Methangehalts als weitaus schädlicher als CO2.

Größter Abnehmer der Wärme aus Grubengas ist das Düsseldorfer Wohnungsunternehmen LEG. Nach erfolgreicher Testphase heizen nun die Mieter von 298 LEG-Wohnungen mit Grubengas, teilten die Stadtwerke Herne weiter mit. „Durch den Bau des Netzes ist es uns möglich geworden, unsere Gebäude CO2 neutral zu machen und einen weiteren Schritt auf unserem Weg zur Klimaneutralität in 2045 zu gehen“, sagte Volker Wiegel, operativer Vorstand der LEG Immobilien SE.
 
Volker Wiegel, Vorstand der LEG SE, Joachim Ditzen, Geschäftsführer der LEG-Tochter EnergieServicePlus GmbH und Stadtwerke-Vorstand Ulrich Koch starten im Blockheizkraftwerk die Versorgung der ersten LEG-Häuser mit Wärme aus Grubengas
Quelle: Frank Dieper

Neben der LEG werden mindestens weitere 300 Haushalte an das neue Wärmenetz mit angeschlossen im Quartier Herne-Horsthausen im Nordosten der Emscherkommune. Nach Informationen der Stadtwerke habe habe man sich entschieden, aufgrund der hohen Nachfrage den Netzverlauf zu erweitern. Der Großteil von bis zu fünf Mio. Euro Investitionssumme flossen in den Leitungsbau. Denn das Kraftwerk, das die Energie liefert, existiert bereits mit dem seit 2005 betriebenen BHKW am nahe gelegenen Zechenring. Zusätzlich zu den BHKW-Motoren wurden zwei Spitzenlastkessel installiert, die bei erhöhter Wärmenachfrage mit Biogas betrieben werden.

Die KWK-Anlage hat eine elektrische Leistung von 1.100 kW und eine thermische Leistung von 1.120 kW. In den Wintermonaten werden bei Bedarf zwei Spitzenlastkessel mit je 2 MW zugeschaltet. Die Menge ist nach Auskunft der Stadtwerke Herne ausreichend zur Erzeugung von rund 6 Mio. kWh Wärme. Hinzu kommen nochmals gut 6 Mio. kWh Strom.

„Eine effiziente und klimafreundliche Wärmeversorgung ist für uns nicht erst seit diesen angespannten Zeiten wichtig“, betont Stadtwerke-Vorstand Ulrich Koch und verweist auf das zweite Herner Grubengas-Netz an der Akademie Mont-Cenis und die Fernwärmeversorgung aus industrieller Abwärme. „Wir freuen uns, dass wir in diesem Engagement vor großen Abnehmern wie der LEG, aber auch von zahlreichen privaten Hauseigentümern unterstützt werden.“
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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