• Commodity-Preise legen zu
  • Steag-Chef Rumstadt legt Amt nieder
  • Bayerische Verteilnetzbetreiber fordern richtige Weichenstellungen
  • Inpower-Insolvenzverwalter spricht mit Investoren
  • Koalitionsvertrag stimmt Windbranche vorsichtig optimistisch
  • Gas.de muss aus dem Markt ausscheiden
  • Grüner Vor-Ort-Wasserstoff für das Projekt "H2goesRail"
  • Enercity peilt Rekordumsatz für das Jahr 2021 an
  • "Ohne Geothermie keine Wärmewende"
  • "Versorgungssicherheit gibt es nicht zum Nulltarif"
Enerige & Management > Wärme - Heizspiegel 2021 zeigt großes Sparpotenzial bei Kosten und Klimagasen
Quelle: Fotolia/Ralf Kalytta
WÄRME:
Heizspiegel 2021 zeigt großes Sparpotenzial bei Kosten und Klimagasen
Im Rahmen der vom Bundesumweltministerium geförderten Online-Klimaschutzberatung „Mein Klimaschutz" ist der Heizspiegel 2021 veröffentlicht worden. Er soll zum Energiesparen anregen.
 
Mit dem Online-Portal Heizspiegel.de können Mieterinnen und Mieter sowie Eigentümerinnen und Eigentümer von nun an ihren Heizenergieverbrauch bewerten. Der diesjährige Heizspiegel verdeutliche, dass es noch viel ungenutztes Potenzial beim Energiesparen gibt, teilte die die gemeinnützige Beratungsgesellschaft CO2-Online mit. Auf der Website sind deshalb auch Tipps für klimafreundliches, effizientes Heizen zu finden. Das spare Geld und schütze das Klima durch weniger CO2-Emissionen. Für den Heizspiegel 2021 wurden über 120.000 Datensätze aus rund 30 Mio. zentralbeheizten Haushalten in ganz Deutschland ausgewertet.

Der Heizspiegel wurde durch CO2-Online in Zusammenarbeit mit dem Mieterbund (DMB) und dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) erarbeitet. Das Ergebnis zeige, dass effizientes Heizen die Kosten um rund 14 Mrd. Euro und die Emissionen um rund 58 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr senken könnte. Das ergebe sich aus der ermittelten Differenz zwischen energetisch sanierten und unsanierten Gebäuden.

Hälfte der Heizenergie lässt sich einsparen

Durchschnittlich 475 Euro fürs Heizen zahlten durchschnittliche Bewohner einer 70 Quadratmeter großen Vergleichswohnung in einem energetisch guten Mehrfamilienhaus (MFH) mit Erdgasheizung im vergangenen Jahr. Für Bewohner eines MFH in einem schlechten energetischen Zustand waren die Heizkosten mehr als doppelt so hoch – etwa 965 Euro. Entsprechend höher sind auch die CO2-Emissionen. „Im Sektor Wärme schlummert noch viel Potenzial, um schädliche Klimagase zu reduzieren“, sagte VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing.

Vor diesem Hintergrund forderte der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) eine schnellere Wärmewende. „Der Gebäudesektor hat als einziger Sektor im letzten Jahr seine Klimaschutzziele nicht erreicht und muss erheblich nachbessern“, sagte BEE-Präsidentin Simone Peter. Er sei für ein Drittel der Treibhausgas-Emissionen in Deutschland verantwortlich. Die Wärmewende müsse mit den zur Verfügung stehenden Fördermitteln, einer Verbesserung im Ordnungsrecht wie beim Gebäudeenergiegesetz und noch besseren Marktbedingungen ambitioniert beschleunigt werden, forderte sie.

Höhere Heizkosten für die kommende Saison

Darüber hinaus zeigt der Heizspiegel, dass die Kosten bei den meisten Heizsystemen im vergangenen Jahr gesunken sind. Grund dafür waren vor allem niedrigere Energiepreise und das mildere Wetter während der Heizsaison. Die schwankenden Energiepreise sind vor allem auf globale Entwicklungen während der Corona-Pandemie zurückzuführen. Sinkende Preise waren die Folge geringerer Nachfrage und größerer Fördermengen von Gas und Öl. Im Zuge der Erholung der Weltwirtschaft haben die Preise dann wieder angezogen. Für dieses Jahr müssen Verbraucher daher wieder mit steigenden Heizkosten rechnen.
 
Heizkostenstatistik in Deutschland 2005 bis 2021 -
zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.
Quelle: CO2-Online

Auch der neue CO2-Preis führe in diesem Jahr im Schnitt zu 13 % höheren Heizkosten in Häusern mit Erdgas-Heizung, wie CO2-Online ermittelte. Im vergangenen Jahr waren die Heizkosten noch um 5 % gesunken, weil die Brennstoff-Nachfrage wegen der Corona-Pandemie zurückging. In Häusern mit Ölheizung müsse mit 44 % höheren Kosten gerechnet werden. Kostensteigerungen im einstelligen Prozentbereich kommen auf Nutzer von Fernwärme, Wärmepumpen und Holzpellets zu, erklärte CO2-Online-Geschäftsführerin Tanja Loitz.

Der Heizspiegel 2021 belege zudem, dass auch kleine Sparmaßnahmen im Alltag wie etwa energiesparendes Lüften, moderne Thermostate oder ein Sparduschkopf den Verbrauch verringern, die Kosten senken und CO2-Emissionen vermeiden. Im Rahmen der Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) werden bis zu 45 % der Kosten für den Umstieg auf Heizungen mit erneuerbaren Energieträgern übernommen. Diese Austauschprämie kann beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) beantragt werden.

Heizkostenvergleich und Fördermöglichkeiten finden sich auf der Heizspiegel-Webseite   .
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
+49 (0) 151 28207503
eMail
facebook
© 2021 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 29.09.2021, 15:41 Uhr

Mehr zum Thema