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Enerige & Management > Aus Der Aktuellen Zeitungsausgabe - Headhunter sind wieder optimistisch
Quelle: Fotolia / Rido
AUS DER AKTUELLEN ZEITUNGSAUSGABE:
Headhunter sind wieder optimistisch
Durch die Corona-Pandemie ist das Geschäft der Personalberatungsfirmen zurückgegangen. Nun hoffen sie auf einen Aufholeffekt.
 
Für das laufende Jahr zeigen sich die Personalberater optimistisch. Bei den Geschäftsaussichten bis Ende des Jahres gehen 60 % der Marktteilnehmer von einer weiteren Verbesserung aus. Das zeigen Zahlen des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU). Das Jahr zuvor sah es noch anders aus. Hier musste die Branche ein Umsatzminus von 8 % einstecken. „Die schnell in der Pandemie einsetzende Zurückhaltung vieler Kunden bei Personalneueinstellungen haben 2020 zu einem Umsatzrückgang in der Headhunter-Branche auf 2,3 Mrd. Euro geführt.“ Das waren 200 Mio. Euro weniger Umsatz als 2019.

Das aktuelle Wachstum wird laut BDU vor allem im Kerngeschäft der Berater generiert − der Suche, Auswahl und Gewinnung von Führungskräften und Experten. Die Recruiting-Unternehmen rechnen in diesem Jahr mit einem Wachstum von 16,8 % in diesem Beratungsfeld. Im Vorjahr war der Bereich mit einem Rückgang von 10,7 % noch der Hauptgrund für das Umsatzminus der Branche. Zuwächse bei der Geschäftsentwicklung sollen zudem von den Beratungsfeldern „Sonstige HR-Beratung“ (+9,6 %) und „Managementdiagnostik“ (+7,4 %) ausgehen.

Die Unternehmen greifen bei der Auswahl immer noch mit einem überwältigenden Anteil auf Männer zurück. Zwar entschieden sie sich im vergangenen Jahr für mehr Frauen, um 10 % lag der Anteil höher als 2019. Gleichwohl liegt der Frauenanteil aber immer noch erst bei 28,5 %.

Die Corona-Pandemie hat auch bei den Personalberatern für einen Digitalisierungsschub gesorgt. Arne Adrian, Vorsitzender des BDU-Fachverbands Personalberatung: „Zum Beispiel Videointerviews mit Kandidatinnen und Kandidaten sind heute und auch künftig nicht mehr wegzudenken. Bei allen Beteiligten ist die länger vorherrschende Skepsis deutlich gewichen.“ Vor allem die Vorauswahlphase sei dadurch effizienter zu gestalten. 

Durch die Digitalisierung steigen allerdings auch die Anforderungen an die Unternehmen selbst und ihre Berater. So müssten interne Prozesse überprüft und neue Lösungen gefunden werden. Als Beispiel nennt Adrian die Einführung von „komplett mobil durchstrukturierten Such- und Auswahlprozessen“. Weiterhin führen die Digitalisierung und agilere Unternehmensstrukturen zu erhöhten Anforderungen bei Mitarbeitenden und somit zu völlig neuen Suchprofilen.

Bei rund einem Fünftel der Recruiting-Projekte waren bei den gesuchten Experten umfangreichere digitale Kenntnisse gefragt. Und auch das ist ein neuer Trend laut Verband: Auch Führungskräfte müssen sich in den Social-Media-Kanälen mit ihren Profilen gut positionieren. „Das ist heute sowohl bei den Unternehmen als auch bei den Personalberatern eine klare Erwartung.“

65.000 Jobs in 2020 vermittelt

In der Personalberatungsbranche waren 2020 nach aktuellen Zahlen des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater hierzulande rund 14.400 Mitarbeitende beschäftigt. 6.850 davon waren Berater, 4.000 sogenannte Researcher. Über 65.000 Positionen in Unternehmen und Organisationen vermittelten die Personalberater. Die durchschnittliche Besetzungsdauer war zwölf Wochen. Im Durchschnitt wurden 13 Auswahlinterviews mit Kandidatinnen und Kandidaten geführt, von ihnen wurden am Ende den Kunden vier bis fünf vorgestellt. Die durchschnittliche Honorarhöhe der Headhunter lag bei 27 % des Einkommens des zu vermittelnden Bewerbers. 
 

Stefan Sagmeister
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Dienstag, 19.10.2021, 09:40 Uhr

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