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Enerige & Management > Vertrieb - Haushalte zahlen fast ein Fünftel mehr für Energie
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Haushalte zahlen fast ein Fünftel mehr für Energie
Privathaushalte müssen für Heizöl, Gas, Strom und Sprit tiefer in die Tasche greifen als noch vor einem Jahr. Das Vergleichsportal Verivox hat eine Preissteigerung von 18 % errechnet.
 
Im Juli 2021 lagen die Energiekosten für einen Musterhaushalt bei 4.040 Euro pro Jahr. Ein Jahr zuvor war die gleiche Menge Energie noch für 3.422 Euro zu bekommen und damit 18 % günstiger. Dies zeigen Zahlen des Energiekostenindex, den Verivox am 6. August vorgelegt hat. Das Portal bezieht sich bei seinen Zahlen auf einen 3-Personen-Musterhaushalt mit einem Wärmebedarf von 20.000 kWh, einem Stromverbrauch von 4.000 kWh und einer Fahrleistung von 13.300 Kilometern im Jahr.

"Einen ähnlich starken Preisanstieg hat es zuletzt im Jahr 2005 gegeben als der Wirbelsturm Katrina die Ölpreise erstmals auf über 70 Dollar pro Barrel trieb", kommentiert Thorsten Storck von Verivox die Zahlen mit Blick auf Vergleichswerte aus den Vorjahren. 

Haushalte mit Ölheizungen bekamen laut dem Vergleichsportal die Preissteigerung am deutlichsten zu spüren: So verteuerte sich das Heizen mit Öl auf Jahressicht um 56,1 Prozentpunkte. Wurden für 20 Hektoliter Heizöl im Juli 2020 noch 882 Euro fällig, waren es ein Jahr später bereits 1.377 Euro. 

Ein Preisplus von 12,9 % registriert Verivox bei Gas. Die Kosten für 20.000 kWh stiegen von 1.094 Euro auf 1.236 Euro. Da mehr Haushalte mit Gas als mit Heizöl heizen, sind laut Verivox die Heizkosten im mengengewichteten Durchschnitt aktuell um 25,3 % höher als im Juli 2020.

Die Kosten für Strom haben sich im Jahresvergleich um 4,8 % verteuert. Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh stiegen die Stromkosten von 1.153 Euro auf 1.208 Euro. Storck: "Ein Preiseffekt von rund 2,5 % ist − wie bei Mineralölprodukten auch − auf die Mehrwertsteuer zurückzuführen. Diese war im Juli 2020 als konjunkturfördernde Maßnahme für sechs Monate von 19 auf 16 % gesenkt worden. Darüber hinaus sorgten hohe Strom-Beschaffungskosten dafür, dass im Jahresverlauf immer mehr Stromversorger ihre preise erhöht haben." 

An der Zapfsäule mussten Autofahrerinnen und Autofahrer im Juli im mengengewichteten Durchschnitt 24,3 % mehr ausgeben als noch im Vorjahresmonat. Die Kosten für Benzin steigen um 23 %, die Kosten für Diesel gingen um 27 % nach oben. 
 

Davina Spohn
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Freitag, 06.08.2021, 11:51 Uhr

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