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Enerige & Management > Digitale Energienutzungspläne - Haßfurt auf dem Weg zur "Smart City"
Bild: Shutterstock, Krunja
DIGITALE ENERGIENUTZUNGSPLÄNE:
Haßfurt auf dem Weg zur "Smart City"
Als eine von 13 Kommunen wurde Haßfurt für die erste Staffel der „Modellprojekte Smart Cities“ ausgewählt. Nun soll ein „digitaler Energienutzungsplan“ als Grundlage erstellt werden.
 
In diesen Modellregionen sollen sektorenübergreifende digitale Strategien für das Stadtleben der Zukunft entwickelt werden. Das Bundesinnenministerium (BMI) hat den Wettbewerb „Modellprojekte Smart Cities“   initiiert. Insgesamt sollen in den nächsten Jahren noch drei Staffeln und damit rund 50 Modellprojekte mit insgesamt rund 750 Mio. Euro gefördert werden.

Eine der ersten Kommunen, die nun als Modell startet, ist die bayerische Kreisstadt Haßfurt. Als Grundlage und ersten Baustein im Rahmen einer Smart-City-Strategie wird Haßfurt nun zuerst einen „digitalen Energienutzungsplan“ erarbeiten – Projektpartner dabei ist das Institut für Energietechnik IfE an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden (IfE). Das teilte das Amberger Institut am 30. Juli mit.
 
Der digitale Energienutzungsplan (ENP) soll als strategisches Planungsinstrument den Kommunen einen Überblick geben. „Im ENP wird die momentane Energiebedarfs- und Energieversorgungssituation in einer Gemeinde oder einem Landkreis detailliert erfasst und darauf basierend konkrete Handlungsempfehlungen für eine klimaschutzfreundliche Energieversorgung vor Ort ausgearbeitet“, erklärt die OTH Amberg-Weiden. Das Bayerische Wirtschaftsministerium unterstützt die Gemeinden und Landkreise dabei im Rahmen des Förderprogramms „Energienutzungspläne“ (ENP)   .

Bayerisches Förderprogramm für digitale Energienutzungspläne

Vorläufer und erstes Pilotprojekt in Bayern war der digitale Energienutzungsplan für das Berchtesgadener Land im Jahr 2017. Auf Basis einer umfassenden digitalen Datengrundlage wurde für jede der 15 Landkreiskommunen ein Maßnahmenkatalog zur Umsetzung konkreter Projekte erarbeitet. Besonders vielversprechende Projekte wurden technisch und wirtschaftlich genauer betrachtet und für eine zeitnahe Umsetzung in den Kommunen aufbereitet. „Rückblickend kann ich sagen: uns reut keine Minute, kein Euro, den wir dafür eingesetzt haben. Denn durch den Einsatz ist ein wirklich umsatzorientiertes Konzept entstanden, das allen Nutzen bringt.“, so Georg Grabner, Landrat im Berchtesgadener Land.

Knapp zwei Jahre nach Vorstellung des Energienutzungsplanes konnten im Berchtesgadener Land Projekte mit einem Gesamtvolumen von 9 Mio. Euro erfolgreich verwirklicht werden. Ein Beispiel hierfür ist der Energieverbund in der Stadt Freilassing: Mehrere über das Stadtgebiet verteilte kommunale Liegenschaften, wie etwa die Grund- und Mittelschule, das Freizeitbad und die Kläranlage werden strom- und wärmeseitig zu einem Areal vernetzt, das sich vollständig selbst mit Wärme und zum großen Teil selbst mit Strom versorgt. Die gebäudescharf ausgearbeiteten Datengrundlagen im Rahmen des digitalen ENP bildeten hierfür die Basis.

Der digitale Energienutzungsplan für das Berchtesgadener Land wurde ebenfalls durch das Institut für Energietechnik IfE in Zusammenarbeit mit der „ENIANO“ GmbH, einem Spin-Off der TU München, erarbeitet.

Mit Erhalt des Zuwendungsbescheides wird nun die Stadt Haßfurt nach eigenen Angaben den ersten digitalen Energienutzungsplan nach den neuen Förderrichtlinie des bayerischen Wirtschaftsministeriums erarbeiten. Es soll ein 3-D Energiesystemmodell entstehen, dass jedes Gebäude detailliert abbildet sowie dessen Wärmebedarf und energetische Sanierungsoptionen ausweist.
Auf Basis dieses Ist-Zustands sollen anschließend die Potenziale zur Versorgung mit erneuerbaren Energien ebenfalls gebäudescharf analysiert werden.
 Modellprojekte Smart CityAuf die Ausschreibung des BMI hatten sich rund hundert Städte, Kreise und Gemeinden aus ganz Deutschland beworben. Ausgewählt wurden Solingen, Ulm und Wolfsburg in der Kategorie „Großstädte“, Cottbus, Gera und Kaiserslautern in der Kategorie „Mittlere Städte“ sowie Grevesmühlen, Haßfurt, Süderbrarup und Zwönitz in der Kategorie „Kleinstädte und Landgemeinden“. In der Kategorie „Interkommunale Kooperationen und Landkreise“ wurden die Kooperation Arnsberg, Olpe, Menden, Soest und Bad Berleburg und die Kooperation Brandis, Naunhof, Borsdorf, Großpösna, Belgershain, Parthenstein und Machern sowie der Landkreis Wunsiedel ausgewählt.

Weitere Infos unter https://www.smart-cities-made-in.de/    
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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