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WASSERSTOFF:
Hamburg forciert Aufbau einer Wasserstoff-Clusterstruktur
Das Cluster Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH) will mit einem Wasserstoff-Cluster die Region Hamburg als eine der wichtigen Metropolen auf der Wasserstofflandkarte etablieren.
 
Die Akteure der Hamburger Wasserstoffwirtschaft sollen mit dem Aufbau des neuen Hamburger Wasserstoff-Clusters künftig eine gemeinsame Plattform erhalten. Mit Hochdruck soll eine grüne Wasserstoffwirtschaft in Hamburg vorangetrieben werden.

Dieses Ziel ins Visier nimmt nun das Branchennetzwerk Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH). Wie das Netzwerk am 22. Februar in einem Online-Pressegespräch bekannt gegeben hat, sollen dazu die Wasserstoffaktivitäten der Mitglieder in einem Cluster gebündelt werden. 

Das Netzwerk ergänzt sein Führungsteam: Um das neue Thema Wasserstoff im Vorstand des EEHH zu repräsentieren, wurde Fabian Ziegler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Shell Holding GmbH, als neues Vorstandsmitglied berufen. "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit im EEHH-Cluster, um die Wasserstoffwirtschaft in der Metropolregion Hamburg und Norddeutschland voranzubringen", so Ziegler.

Abnehmer in Industrie und im Mobilitätssektor

Neben Biokraftstoffen, Power-to-Liquids-Anwendungen und E-Ladestationen schaue sich der einstige Mineralölkonzern Shell auch den Wasserstoff genauer an. "Wir müssen das gesamte Piano-Stück spielen, wenn wir die ehrgeizigen Klimaziele von Paris erreichen wollen", sagte Ziegler in seinem Statement. Der in der Region Hamburg erzeugte grüne Wasserstoff soll seine Abnehmer nicht nur in der Industrie- und in Chemieunternehmen finden, sondern auch im Schwerlastverkehr auf der Straße, der Schifffahrt und in der zivilen Luftfahrt. Dieser strategische Ansatz soll nun mit den Mitgliedern des EEHH-Clusters sowie der Wasserstoffwirtschaft weiter vertieft werden.

Eine wichtige Rolle bei der Erzeugung des Wasserstoffs soll der "Hamburg Green Hydrogen Hub" in Hamburg-Moorburg einnehmen, an dem neben Shell auch Mitsubishi Heavy Industries, Vattenfall und die Wärme-Hamburg beteiligt sind. Wie wir berichteten, unterschrieben die vier Partner im Januar eine Absichtserklärung. Laut dieser wollen sie am Standort des stillgelegten Vattenfall-Kohlekraftwerks Moorburg einen Elektrolyseur mit einer Leistung von 100 MW errichten. 

Bereitschaft für Wasserstoff-Projekte vorhanden

Die Metropolregion Hamburg soll zur Blaupause für eine Wasserstoffwirtschaft werden, wie Michael Westhagemann, parteiloser Wirtschaftssenator in Hamburg, aufführte. "Wir haben nicht nur das größte zusammenhängende Industriegebiet, sondern wir finden auch hier die Abnehmer, die bereit sind, Wasserstoffprojekte gemeinsam zu starten." Alle Akteure des Ökosystems Wasserstoff sollen abgebildet werden: von der Erzeugung, über die Infrastruktur bis hin zur Anwendung.

Hinter dem Netzwerk EEHH stehen mittlerweile 190 Mitglieder, die vor allem aus den Bereichen Windenergie, Solarenergie, erneuerbarer Wärme, Sektorenkopplung und Wasserstoff kommen. "Wir haben viele Technologieanbieter, Projektentwickler, Energieversorger, Dienstleister und eine sehr aktive Forschungs- und Bildungslandschaft", so EEHH-Geschäftsführer Jan Rispens.

Die Erweiterung um das Wasserstoff-Cluster schließe einen Kreis, wie Sebastian Averdung, Vorstandsvorsitzender EEG-Cluster, ergänzte. Grüner Wasserstoff bedeute auch, mehr Druck aufzubauen für einen Ausbau der erneuerbaren Kapazitäten. "Die Erzeugung von Wind Onshore und Offshore voranzutreiben, ist heute genauso wichtig wie zu unserer Gründungszeit vor zehn Jahren", so Averdung.

Sektorenkopplung schon länger ein Thema

Seit 2016 verfolge das Cluster eine erweiterte Strategie, nach der neben dem Ausbau der Erneuerbaren im Stromsektor auch ein starker Fokus auf den Wärmesektor und eine umfassende Systemkompetenz gelegt werde. Bereits seit fünf Jahren sei das EEHH-Cluster ein sehr aktiver Netzwerkakteur, wenn es um den Kompetenzaufbau der Cluster-Mitglieder im Bereich der Sektorenkopplung geht. Das Netzwerk nennt hier das Sektorenkopplungskonsortium NEW 4.0, für das das Cluster seit über vier Jahren das Fachmarketing leistet.

"Viele Synergien sind im Cluster dadurch entstanden, dass Mitglieder grünen Strom aus Wind- oder Solarprojekten über kürzere oder längere Zeit speichern und dass dieser Strom für die Dekarbonisierung von Industrie, Verkehr und Wärmeversorgung eingesetzt wird", erklärt Averdung. "Wir freuen uns, dass wir auf diesem Weg mit einem starken Wasserstoff-Standbein weitergehen können."
 

Davina Spohn
Redakteurin
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