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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - Hamburg auf Kurs zur emissionsfreien Busflotte
Quelle: Hamburger Hochbahn AG
ELEKTROFAHRZEUGE:
Hamburg auf Kurs zur emissionsfreien Busflotte
Bei der Umstellung ihrer Busflotte auf emissionsfreie Antriebe sieht sich Hamburger Hochbahn AG gut im Plan. Aktuell fahren 100 E-Busse im Linienverkehr. 
 
Vor knapp drei Jahren − im Januar 2019 − war es, als die Hamburger Hochbahn AG den ersten serienreifen E-Bus in den Liniendienst schickte. Mittlerweile sind 100 E-Busse, darunter 88 Solobusse und zwölf Gelenkbusse, im öffentlichen Personennahverkehr auf Hamburgs Straßen unterwegs. Fünf weitere Solo- und Gelenke-E-Busse werden bis zum Jahresende dazu kommen. 

Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der Hochbahn AG, sieht in dem Wachstum die Bestätigung der gewählten Strategie: "Unser klarer Kurs, die Umstellung auf eine emissionsfreie Flotte konsequent und zügig anzugehen, war das richtige Signal an die Hersteller, um die Fahrzeuge in der benötigten Stückzahl liefern zu können. Wir liegen absolut im vorgezeichneten Zeitplan: Zum Ende des Jahrzehnts wird der letzte Dieselbus vom Hof rollen und wir fahren komplett emissionsfrei durch Hamburg." In Zahlen ausgedrückt heißt das: Die komplette Busflotte von derzeit 1.100 Bussen soll auf emissionsfreie Antriebstechnik umgestellt werden. Der CO2-Ausstoß in der Hansestadt sinkt damit um jährlich 65.000 Tonnen, so das Unternehmen.

Doch auch der Blick in die nähere Zukunft, zeigt das Engagement des Unternehmens: Bereits in vier Jahren will es die Flotte von 100 auf 430 E-Busse ausgebaut haben. Mehr als 600 Ladeplätze sollen dann für die E-Busse bereit stehen. Dafür baut die Hamburger Hochbahn AG zwei Busbetriebshöfe komplett neu und rüstet drei Busbetriebshöfe mit der entsprechenden Ladeinfrastruktur nach. Die übrigen vier Busbetriebshöfe sollen in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts folgen. Gleichzeitig werden alle Werkstätten des Tochterunternehmens FFG auf emissionsfreie Antriebstechnologien ausgerichtet.

Die "grüne Batterie" im Blick

Der Klimaschutzgedanke des Hamburger Verkehrsunternehmens ist noch tiefgreifender: Neben dem emissionsfreien Antrieb nimmt es die gesamte Produktionskette in den Blick. So laden die E-Busse bereits heute schon Ökostrom und senken bereits jetzt die CO2-Emissionen der Flotte um 75 % im Vergleich zum Dieselbus.

Zudem betrachtet das Unternehmen auch die in den Bussen verbaute Batterietechnik. Schon bei der letzten Ausschreibung seien Nachhaltigkeitskriterien zu 10 % vergaberelevant, heißt es aus Hamburg. Transparenz über die komplette Liefer- und Produktionskette der Batterien sei von den Herstellern der Busse gefordert gewesen. Das Ziel sei die "grüne Batterie". Dabei spielen nicht nur ökologische Kriterien eine Rolle, auch soziale Bedingungen und die Achtung von Menschenrechten bei der Herstellung der Batterien und bei den eingesetzten Vorprodukten werden abgefragt.

"Wir wissen, dass dies ein sehr ambitioniertes Ziel ist. Gleichzeitig sehen wir aber auch bei den Herstellern und Lieferanten das Bewusstsein wachsen, dass eine klimaneutrale und faire Produktion künftig kein attraktives Add-On mehr ist, sondern zum Standard wird", erklärt Markus Dietmannsberger, Projektleiter bei der Hochbahn.

"Es war komplett richtig, dass wir zunächst auf die E-Bustechnologie gesetzt haben. Die Entwicklungsfortschritte sind beträchtlich. Gleichzeitig bleiben wir technologieoffen und beobachten die Märkte sehr intensiv", bilanziert Henrik Falk die ersten knapp drei Jahre des Einsatzes der serienreifen Fahrzeuge. Für die 5 % Busumläufe (Fahrt ohne Zwischenladung), die länger als 300 Kilometer sind, verfolgt die Hochbahn weiterhin auch andere technologische Lösungen wie etwa Brennstoffzellenbusse ab 2023 (wir berichteten). 
 

Davina Spohn
Redakteurin
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