• Strom schwächer, CO2 und Gas legen leicht zu
  • Größter PV-Park Süddeutschlands vollständig am Netz
  • Größter Solarpark des Südens komplett am Netz
  • Eigenes Stadtwerk bleibt Energielieferant in Stuttgart
  • Stadtwerke Potsdam zufrieden mit operativem Geschäft
  • Salzstock Gorleben wird endgültig geschlossen
  • Uniper prüft Reaktivierung von Pumpspeicherkraftwerk
  • Bundesrat beschließt Kartenzahlung an Ladesäulen
  • Verbände wollen Start von Redispatch 2.0 verschieben
  • Rainer Sylla zu den Elektrizitätswerken Schönau gewechselt
Enerige & Management > F&E - Härtetest für Offshore-Elektrolyseur vor der französischen Atlantikküste
Illustration einer Wasserstoffproduktion auf dem Meer in einem Windpark, Grafik: Greenstat
F&E:
Härtetest für Offshore-Elektrolyseur vor der französischen Atlantikküste
Das französische Start-up Lhyfe baut vor der Westküste Frankreichs mit Partnern an einer Offshore-Wasserstoffproduktion. Die Testanlage soll 2022 in Betrieb gehen.
 
"Neue Maßstäbe auf dem europäischen Wasserstoffmarkt" will das französische Start-up Lhyfe mit seinem Projekt an der Atlantikküste vor Le Croisic setzen. Wie das Unternehmen mit Sitz in Nantes mitteilt, will es bis zum kommenden Jahr die "weltweit erste Offshore-Wasserstoffproduktion" realisiert haben. Fachliche Unterstützung bekommt das 40-köpfige Unternehmen von der Universität Centrale Nantes und dem Unternehmen Chantiers de l'Atlantique − einer Werft, die sich auf den Bau und die Entwicklung von Offshore-Anlagen spezialisiert hat. 

Entstehen soll die Anlage auf dem Offshore-Testgelände "SEM-REV" der Universität. Dort ist bereits seit 2018 eine 2-MW-Windturbine von Vestas auf einer schwimmenden Plattform in Betrieb. Diese wird nun um einen 1-MW-Elektrolyseur erweitert, so Jan Martin Wehrhold von der Berliner Unternehmensberatung DWR Eco GmbH gegenüber dieser Redaktion. DWR Eco übernimmt die Pressearbeit für Lhyfe in Deutschland und Europa.

Der Elektrolyseur soll direkt an die Windkraftanlage angebunden sein und pro Tag etwa 200 Kilogramm Wasserstoff produzieren. Abnehmer gibt es bislang keine, der Wasserstoff dient erst einmal nur Forschungszwecken. In dem Einsatz von Elektrolyseuren auf hoher See sieht das Start-up generell ein großes Potenzial für eine nachhaltige Wasserstoffproduktion. Die hohe Verfügbarkeit der Energiequelle und das große Entwicklungspotenzial der Offshore-Windenergie würden dafür sprechen − Bedingungen, die die Elektrolyse sehr kosteneffizient machen. 

Den Vorteil einer schwimmenden Windkraftanlage erkennt Lhyfe darin, dass sie keine direkte Verbindung an das Stromnetz benötigt. Die Testanlage soll im Atlantik auf Herz und Nieren geprüft werden und 15 bis 18 Meter hohen Wellen standhalten.
 
Schwimmende Windkraftanlage auf dem Offshore-Testgelände "SEM-REV" der Universität Centrale Nantes
Bild: Lhyfe

Die Partner wollen mit der Anlage Erfahrungen sammeln, um die Technologie dann ab 2024 in großem Maßstab zum Einsatz zu bringen. Perspektivisch soll die Elektrolyseleistung auf 100 MW hochskaliert und die Windkapazität dementsprechend aufgestockt werden. Über eine Rohrleitung wird der Wasserstoff zum Festland gebracht. Mögliche Anwender sieht Lhyfe insbesondere auf der Straße: die Busse der Kommunen.

Luc Grare, Head of International Business von Lhyfe, erachtet das Pilotprojekt als einen "großen Meilenstein für die gesamte Wasserstoffindustrie". Er zeigt sich sehr zuversichtlich: "Als erster Wasserstoffproduzent der Welt schaffen wir es, eine Offshore-Wasserstoffproduktion zu realisieren, und zwar früher als all unsere Wettbewerber."

Lhyfe ist aktuell dabei, vier Dependancen in Deutschland aufzubauen. Das 2017 in Nantes gegründete Start-up produziert und liefert grünen Wasserstoff für den Einsatz im Transportsektor und in der Industrie. 
 

Davina Spohn
Redakteurin
+49 (0) 8152 9311 18
eMail
facebook
© 2021 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 10.06.2021, 15:15 Uhr

Mehr zum Thema