• Strompreise ziehen 2020 deutlich an
  • Zusammenfassung der deutschen Tagesmeldungen vom 21. November
  • Gas: Stimmung weiter "bearish"
  • Strom: Wind drückt Spot
  • RechtEck: Bundesarbeitsgericht kippt womöglich Regelung
  • Effizienz-Ziele übererfüllt
  • Erdgasförderung löst leichte Erdbeben im Kreis Verden aus
  • BEMD bestätigt seinen Vorstandsvorsitzenden
  • Rechnungshof prüft Standort-Verfahren für Batteriefabrik
  • Umweltbank gibt Geld für förderfreien Solarpark
Enerige & Management > Smart Meter - GWAdriga macht sich startklar
Bild: Fotolia.com, unique3d
SMART METER:
GWAdriga macht sich startklar
Der neue IT-Dienstleister GWAdrigea geht davon aus, seine operative Arbeit als Gateway-Administrator für Smart Meter im nächsten Jahr aufzunehmen.
 
Mit der geplanten Einführung von intelligenten Messsystemen anstelle der bisher in Privathaushalten und vielen Gewerbebetrieben üblichen einfachen, nicht fernauslesbaren Stromzähler werden auch strenge Anforderungen an ein sicheres und kompetentes Messdatenmanagement Einzug halten. Die intelligenten Zähler, auch Smart Meter genannt, werden dafür mit so genannten Gateways, über die der Datenverkehr abgewickelt wird, ausgestattet.

Genau da setzt das Angebot der so genannten Gateway-Administratoren an, die sich gerade auf diesem neuen Markt formieren. „Unser Ziel ist es, GWAdriga als den führenden unabhängigen Dienstleister für Gateway-Administration und Messdaten-Management am deutschen Energiemarkt zu etablieren, sagt Geschäftsführer Michal Sobotka.

Die Anfang des Jahres gegründete GWAdriga GmbH & Co. KG mit Sitz in Berlin ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Oldenburger EWE AG, der Kölner RheinEnergie AG und der Westfalen Weser Netz GmbH in Paderborn, die es in ihren Netzen auf insgesamt rund 480 000 Zählpunkte bringen, die mit intelligenten Messsystemen ausgerüstet werden müssen.

Sobotkas Geschäftsführerkollege Ralfdieter Füller geht davon aus, dass GWAdriga neben den eigenen Gesellschaftern weitere Kunden gewinnen kann. Das Unternehmen sei mit etwa 15 potenziellen Interessenten im Gespräch. Als Startvorteil dabei bewertet der die kommunale Verankerung seiner Gesellschafter.

Kleine Stadtwerke hat er indes weniger als Kunden im Auge, sein Blick ist vor allem auf große und mittelgroße Energieversorger oder Messstellenbetreiber gerichtet. Ein Gateway-Administrator brauche mindestens 500 000 Zählpunkte, um das Geschäft wirtschaftlich betreiben zu können, meint er. Das sei auch der wesentliche Grund für die GWAdriga-Gründung gewesen.

Noch Fragenzeichen hinter der Zählertechnik

Die Entscheidung über das für ihr Serviceangebot nötige IT-System haben die Geschäftsführer schon getroffen. „Als Softwarepartner haben wir uns für die BTC AG entschieden, die über sehr viel Erfahrung in Sachen IT-Lösungen für die Energiebranche verfügt“, berichtet Füller. Die BTC ist ein Tochterunternehmen der EWE AG.

Indes wissen die GWAdriga-Verantwortlichen immer noch nicht, welche Zähler zum Einsatz kommen werden. Es gebe noch keine Messsysteme, die den künftigen Anforderungen entsprechen, sagt Füller. Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende, das die technischen Richtlinien für intelligente Messsysteme zur Gewährleistung von Datenschutz, Datensicherheit und Interoperabilität festlegen soll, ist nämlich noch nicht verabschiedet. Die beiden Geschäftsführer hoffen, dass es bis zum Herbst steht. Danach müssen die neuen Zähler noch durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert werden. Außerdem muss die Bundesnetzagentur Festlegungen zur zum Datenkommunikation treffen.

Auch wenn also noch relativ unklar ist, wie lange das genau dauert, will GWAdriga im nächsten Jahr auf jeden Fall mit der operativen Arbeit loslegen. Die Verantwortlichen hoffen dabei auch, dass die technischen Festlegungen, die aus dem Gesetzentwurf zu erkennen sind, nicht mehr wesentlich verändert werden.

Er wisse von einige Unternehmen, die beispielsweise bereits Vereinbarungen mit Installateuren zum Einbau der neuen Zähler getroffen haben und deshalb auf jeden Fall im nächsten Jahr loslegen wollen, berichtet Füller. RheinEnergie wolle beispielsweise 2017 auf jeden Fall mit dem Smart-Meter-Rollout beginnen, versichert Sobotka. Bis zu 30 000 intelligente Zähler könnten dann, wenn es gut laufe, im nächsten Jahr ins Feld gebracht und in das GWAdriga-System eingebunden werden, meint Füller. In den darauf folgenden Jahren rechne er nach derzeitigem Stand mit jeweils etwa 40 000 neu hinzukommenden Messsystemen.

Der seit letzten Jahr kontrovers diskutierte Entwurf des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende sieht vor, dass ab 2017 alle Messstellen in Haushalten und Gewerbebetrieben mit einem Stromverbrauch von mehr als 10 000 kWh pro Jahr und ab 2020 alle Messstellen mit mehr als 6 000 kWh/a bis 2028 mit intelligenten Messsystemen ausgerüstet werden müssen.
 

Peter Focht
Redakteur
+49 (0) 30 89746265
eMail
facebook
© 2019 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 25.05.2016, 17:49 Uhr

Mehr zum Thema