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Enerige & Management > F&E - Grüner Wasserstoff für Hanauer Industriepark
Bild: Fotolia 48500453 S alphaspirit - Fotoliacom
F&E:
Grüner Wasserstoff für Hanauer Industriepark
Die südhessische Industriestadt Hanau will sich als Standort für Wasserstofftechnologie und Energiespeicherentwicklung etablieren.
 
Power-to-Gas im kleinen Maßstab wird jetzt auch in einem anwendungsorientierten Demonstrationsprojekt im Industriepark Wolfgang in Hanau erprobt. Erneuerbarer Strom wird dabei in besser speicherbaren Wasserstoff umwandelt. Besonderheit in Hanau: Der grüne Wasserstoff wird im Industriepark gleich wieder verwendet und ersetzt nicht regenerativen Wasserstoff aus anderen Quellen.

Die Elektrolyse-Anlage ist mit 30 kW Leistung relativ klein. Auch die Produktion ist mit stündlich 4 m3 Wasserstoff überschaubar. Zwischengespeichert wird der Energieträger in Hochdruckflaschen aus Stahl. Am Projekt beteiligt sind der Hanauer Membranhersteller SolviCore, die Hochschule RheinMain in Rüsselsheim, der Frankfurter Energieversorger Mainova und die Stadtwerke Hanau.

Gebaut wurde die Anlage für das Industrieunternehmen SolviCore, das im Industriepark Wolfgang Membranen fertigt. Zur Produktion dieser zentralen Komponenten für Brennstoffzellen und Elektrolyseure gehört auch ein Teststand für so genannte Proton-Austauch-Membranen (Proton-Exchange-Membranes – PEM). Den für die Tests nötigen Wasserstoff musste das Unternehmen bislang von außen beziehen. Künftig liefert ihn die Demonstrationsanlage am Firmenstandort. Nicht am Teststand verbrauchter Wasserstoff kann in das Gasnetz eingespeist werden.

Auch wenn der erzeugte Wasserstoff zum großen Teil vor Ort wieder genutzt wird, sehen die Projektpartner die Anlage in Hanau auch als Beitrag zur Entwicklung von Speichern für elektrische Energie. Stromspeicherung spiele für den Erfolg der Energiewende eine entscheidende Rolle, weiß man auch in der südhessischen Industriestadt.

Regenerativen Strom problemlos speichern

„Wir wissen jetzt, dass wir regenerativen Strom als Wasserstoff problemlos speichern können“, unterstreicht SolviCore-Geschäftsführer Holger Dziallas. Stadtwerke-Geschäftsführer Steffen Maiwald erhofft sich vom Projekt Fortschritte im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit der Elektrolysetechnologie. Die in der Demonstrationsanlage eingesetzte Technik – die Membranen des Elektrolyseurs stammen aus SolviCore-Fertigung – funktioniert problemlos.

„Technisch arbeitet die Anlage einwandfrei“, sagt Birgit Scheppat, Professorin an der Hochschule RheinMain, die das Demonstrationsprojekt wissenschaftlich begleitet. Besondere Anforderungen sieht Scheppat in der erforderlichen dynamischen Fahrweise, die notwendig wird wegen des unstet anfallenden Wind- oder Solarstroms. Sie erwartet sich vom Anlagenbetrieb Erkenntnisse zur Degradation der Membranen, also zur Lebensdauer der Elektrolysetechnik.

Laut Medienberichten kostete die Power-to-Gas-Anlage in Hanau etwa 150 000 Euro, wovon das Land Hessen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung etwa die Hälfte übernahm. Die Stadt Hanau sieht das erfolgreiche Demonstrationsprojekt als gewichtiges Argument für ihre Bewerbung als Standort für das hessische Wasserstoff-Anwenderzentrum. Konkurrent ist der Industriepark Höchst bei Frankfurt.
 

Peter Focht
Redakteur
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Freitag, 20.02.2015, 17:34 Uhr

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