• Einspeisung aus Wind und Solar lassen nach
  • Oberbürgermeister: Über kurz oder lang Gasrationierungen
  • Wenn Hacker mit dem Blackout drohen
  • Studie: Ladelücke gefährdet Klimaziele
  • Markt für nachhaltige Finanzierungen schrumpft weiter
  • EnBW engagiert sich weiter in Düsseldorf
  • Sozialdemokraten kritisieren "Antiteuerungspaket" der Regierung
  • EnBW erweitert sein Ladeangebot um sieben weitere Länder
  • Wissing fordert mehr Ladesäulen in Kommunen
  • Deneff Jahreskonferenz "Effizienzrepublik Deutschland"
Enerige & Management > Strom - Grüner Strom mit roter Jahresbilanz
Quelle: Shutterstock
STROM:
Grüner Strom mit roter Jahresbilanz
Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch ist nach vorläufigen Berechnungen 2021 zurückgegangen. Rund 238 Mrd. kWh schlagen in der Jahresbilanz zu Buche.
 
Der Energiewende ist diesem Jahr die Puste ausgegangen: Nur gut 42 % des in Deutschland verbrauchten Stroms haben erneuerbare Energien beigetragen. Das sind fast vier Prozentpunkte weniger als 2020. Zu diesem vorläufigen Ergebnis kommen das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Nach den Berechnungen macht grüner Strom im laufenden Jahr 238 Mrd. kWh aus, 2020 waren es 250 Mrd. kWh.
  • Aus Windkraftanlagen an Land stammen demnach 92 Mrd. kWh (2020: 105 Mrd. kWh),
  • Aus Offshore-Anlagen 25 Mrd. kWh (2020: 27 Mrd. kWh).
  • Ein leichtes Plus zeichnet sich dagegen für die Photovoltaik ab. Sie steuert gut 51 Mrd. kWh bei (2020: 49 Mrd. kWh).
  • Biomasse kommt wie laut Erhebung wie im Vorjahr auf rund 50 Mrd. kWh.
  • Auf Wasserkraftanlagen entfallen knapp 20 Mrd. kWh (2020: 19 Mrd. kWh).
Die gesamte Erzeugungsleistung beziffern ZSW und BDEW auf mehr als 582 Mrd. kWh. Das entspricht einem Plus von knapp 3 %. Der Bruttostromverbrauch beläuft sich den Berechnungen zufolge auf beinahe 562 Mrd. kWh (2020: 546 Mrd. kWh). Zieht man die Bilanz für die Stromerzeugung heran, ergibt sich für die Erneuerbaren ein Anteil von nicht ganz 41 % (2020: 44 %).
Vor dem Hintergrund der Zahlen fordert BDEW-Chefin Kerstin Andreae von der neuen Bundesregierung, „zeitnah bestehende Hemmnisse und Restriktionen für den Erneuerbaren-Ausbau“ aus dem Weg zu räumen. Das gelte
  • „insbesondere für die Beschleunigung von Planung- und Genehmigungsverfahren,
  • die Flächenbereitstellung von zwei Prozent der Bundesfläche für Windkraftanlagen,
  • eine zeitnahe Ausweisung weiterer Flächen auf hoher See für die Nutzung durch Offshore-Windenergie
  • sowie den Abbau bürokratischer Hürden für den PV-Ausbau.“
Mehr Kohle

ZSW-Vorstand Frithjof Staiß sieht im Ausbau der Erneuerbaren „ein umfangreiches Investitionsprogramm für die Wirtschaft“. Besonderes Augenmerk müsse auf „das Schließen von Lücken in den heimischen Wertschöpfungsketten vom Material über die Produktion bis zur Errichtung und zum Betrieb der Erneuerbaren-Energien-Anlagen gerichtet werden“. Der Wissenschaftler fordert, dass bestehende Produktionsstandorte etwa in der Photovoltaikindustrie in Deutschland erweitert sowie neue etabliert werden.

Daten des Statistischen Bundesamtes aus dem dritten Quartal zeigen, dass Kohle in den vergangenen Monaten der wichtigste Energieträger zur Stromerzeugung war. Das Plus bei Kohleverstromungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beträgt Statistikern zufolge fast 23 %-Punkte. Für den Kohlestrom-Anteil an der insgesamt eingespeisten Strommenge hatte sich im dritten Quartal ein Wert von 32 % errechnet.
 
 

Manfred Fischer
© 2022 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 15.12.2021, 15:23 Uhr

Mehr zum Thema