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Enerige & Management > Gasnetz - Grüne gegen Gasnetz-Rekommunalisierung
Bild: Fotolia.com, WestPic
GASNETZ:
Grüne gegen Gasnetz-Rekommunalisierung
Die Rekommunalisierung des Strom- und des Gasnetzes in Berlin ist weiter ein heißes Thema – die Zahl der verbliebenen Bewerber um die neu zu vergebenden Konzessionen ist indes überschaubar.
 
Erst nach der Sommerpause wird das Abgeordnetenhaus über den Vorschlag von Finanzsenator Ulrich Nußbaum entscheiden, die Ende 2013 ausgelaufene Gaskonzession an die landeseigene Gesellschaft Berlin Energie zu vergeben.

Der neue Akteur hatte sich beim Auswahlverfahren gegen den derzeitigen Inhaber Gasag durchgesetzt. Die Stadt müsste für diese Lösung das Netz für geschätzt etwa 1 Mrd. Euro von den privaten Gasag-Eignern Eon, Vattenfall und GDF Suez kaufen. Die Gasag hat gegen die Auswahlentscheidung des Senators Klage beim Berliner Landgericht und Beschwerde beim Bundeskartellamt eingereicht. Die Wettbewerbsbehörde hat eine Überprüfung der Gasnetz-Konzessionsvergabe eingeleitet.

Auch auf politischer Ebene ist der vom Senat vorgesehene Kauf des Gasnetzes umstritten. Ein Rückkauf durch das Land lohne sich nicht, weil das Netz mit dem zunehmenden Ausbau der erneuerbaren Energieversorgung an Wert verliere und sogar zurückgebaut werden müsse, erklärte am 21. Juli Michael Schäfer, Energieexperte der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Bei einer konsequenten Klimaschutzpolitik bringe ein Rückkauf wirtschaftliche Verluste mit sich, weil in einem klimaneutralen Berlin nur noch 12 statt heute 35 % der Haushalte über das Gasnetz mit Wärme versorgt würden.

Beim der Neuvergabe der der Ende 2014 auslaufenden Stromkonzession sind noch drei Bewerber im Rennen. Der momentane Inhaber Stromnetz Berlin, Berlin Energie und die Genossenschaft BürgerEnergie Berlin, die hofft, zusammen mit der landeseigenen Gesellschaft, die schon beim Gasnetz die Nase vorn hatte, zum Zuge zu kommen. Die Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin ist jedoch weiter der Auffassung, das beste Angebot für die Konzession vorgelegt zu haben und deshalb wieder zum Zug zu kommen. Seit Anfang des Jahres aus dem Rennen um das Stromnetz ausgeschieden sind nicht nur Alliander Deutschland, sondern auch das Stadtwerke-Netzwerk Thüga.
 

Peter Focht
Redakteur
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Dienstag, 22.07.2014, 15:37 Uhr

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