• Kölner Lichtkonzept macht Fortschritte
  • Die meisten Kohlekraftwerke stehen in China, Indien und den USA
  • Zusammenfassung der deutschen Tagesmeldungen vom 04. August
  • Gas: Aufwärtstrend setzt sich fort
  • Strom: Gas zieht Cal 21 nach oben
  • Bundesnetzagentur startet erste Ausschreibung für den Kohleausstieg
  • "stromausfall.de" gibt es nicht mehr
  • Energieverbrauch sinkt in Folge der Corona-Pandemie
  • Neue Doppelspitze für Stadtwerke Schorndorf
  • Sonnenstrom als Treiber der Mobilitätswende
Enerige & Management > Kernkraft - Grüne fordern Atomgipfel der EU zu Nuklearrisiken
Bild: Fotolia.com, Thorsten Schier
KERNKRAFT:
Grüne fordern Atomgipfel der EU zu Nuklearrisiken
Grünen-Chefin Simone Peter hat in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert, sich für einen EU-Atomgipfel zur Neubewertung atomarer Risiken in Europa einzusetzen.
 
Angesichts zunehmender Störfälle in Altmeilern halten die Grünen einen EU-Gipfel für erforderlich. Zuletzt hatten Recherchen von WDR und Süddeutscher Zeitung aufgedeckt, dass die Schwere eines Störfalls in dem seit Jahren umstrittenen französischen KKW Fessenheim im Jahr 2014 von der Aufsichtsbehörde verharmlost wurde. Mehrere nahe Deutschland gelegene Reaktoren in Frankreich, Belgien, der Schweiz und Tschechien seien tickende Zeitbomben, das machten Studien und Experteneinschätzungen „immer wieder deutlich“, schreibt Grünen-Chefin Peter in ihrem Offenen Brief an die Kanzlerin mit Datum vom 5. März. „Hunderte von Stör- und Zwischenfälle und systematische Mängel dieser grenznahen Anlagen dokumentieren seit Jahren deren Gefährlichkeit.“

Daher bestehe dringender Handlungsbedarf, die Menschen rund um diese Kraftwerke besser vor den Folgen möglicher Katastrophen zu schützen. „Nach wie vor fließen Informationen über Störungen und Unfälle in den Anlagen nur unzureichend an die jeweiligen Nachbarländer, es mangelt an Transparenz und Mitspracherechten“, so Peter. Eine umfassende Neubewertung der atomaren Risiken in Europa sei „längst überfällig" und sollte Gegenstand eines EU-Atomgipfels sein. "Ich möchte Sie persönlich darum bitten, sich diesem Anliegen über die Bemühungen von Umweltministerin Hendricks hinaus anzunehmen“, schreibt die Grünen-Vorsitzende.

Sie appelliert an die Kanzlerin, sich „mit hoher Priorität“ für eine Verbesserung der Atomsicherheit einzusetzen, die Zusammenarbeit der nationalen Aufsichtsbehörden umfassender auszugestalten und die sofortige Abschaltung der grenznahen Risikoanlagen zusammen mit den Landesregierungen der Anrainerländer zu fordern. Auch der jüngsten Äußerung der französischen Energieministerin Ségolène Royal, die Laufzeiten der französischen AKW auf bis zu 50 Jahre zu verlängern, „sollte deutlich widersprochen werden“, betont Peter. 

„Die Zusammenarbeit zur atomaren Sicherheit über Grenzen hinweg muss die Sicherheitsinteressen aller Bürger verfolgen. Es ist Zeit für einen europäischen Gipfel zu atomaren Sicherheitsfragen“, erklärte auch die Vorsitzende der Grünen im EU-Parlament, Rebecca Harms.
 

Angelika Nikionok-Ehrlich
Redakteurin
+49 (0) 170 2383219
eMail
facebook
© 2020 Energie & Management GmbH
Montag, 07.03.2016, 13:01 Uhr

Mehr zum Thema