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Enerige & Management > Wasserstoff - Grenzüberschreitendes Wasserstoff-Bündnis am Oberrhein
Bild: Thyssenkrupp Steel Europe
WASSERSTOFF:
Grenzüberschreitendes Wasserstoff-Bündnis am Oberrhein
Der Freiburger Versorger Badenova will mit Partnern aus Industrie und Forschung im Projekt "HTWin" die Oberrheinregion fit machen für Transport und Nutzung von grünem Wasserstoff.
 
Den Aufbau einer grenzüberschreitenden grünen Wasserstoffinfrastruktur im Dreiländereck Frankreich, Schweiz, Deutschland hat das frisch gegründete Konsortium im Visier. Badenova verkündet dies in einer gemeinsamen Mitteilung mit ihrer Tochter, der Infrastruktur-Entwicklungsgesellschaft ITG. 

Zu dem Konsortium gehören nach eigenen Angaben insgesamt 17 Industriepartner, wie etwa die Badenova und ihre Töchter ITG und "bnNETZE" sowie Badische Rheingas und MTU Friedrichshafen. Wissenschaftliche Unterstützung bekommt das Konsortium durch das Oberrheincluster für Nachhaltigkeitsforschung, dem unter anderem vier Fraunhofer-Institute, die Hochschule Karlsruhe und die Universität Freiburg angeschlossen sind.

Schließung des Atomkraftwerks Fessenheim als Schwunggeber

Gemeinsam arbeiten die Partner an dem Projekt "HTWin". Dieses folgt, wie es aus Freiburg heißt, der europäischen Grundidee, einen Transportkorridor entlang der Achse Rotterdam bis Genua auf der Basis von grünem Wasserstoff aufzubauen. "Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit hin zu grünem Wasserstoff hat durch den mit der Schließung des französischen Atomkraftwerks begonnenen Post-Fessenheim-Prozess auf französischer und deutscher Seite weiter an Dynamik gewonnen", so die Projektinitiatorin Prof. Barbara Koch vom Oberrheincluster für Nachhaltigkeitsforschung. "Das ist eine riesige Chance zur Weiterentwicklung einer nachhaltigen Region."

Den durch die Schließung des Atomkraftwerks im Elsass entstandenen "Schwung" wollen die Partner für ihr gemeinsames HTWin-Projekt nutzen. Die Grundidee ist, bereits vorhandene Bausteine in der Region heranzuziehen, wie etwa Hafenstrukturen, bestehende Elektrolyse-Anlagen, Gas- und Stromnetze, Industrieanlagen und Erneuerbare-Energieanlagen.
 
Die Kernorte des HTWin-Projektes (zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken)
Grafik: Badenova


Vier Zielstränge haben sich die Projektpartner auf die Fahnen geschrieben:
  • Die Wasserstoff-Produktion durch zentrale Elektrolyse-Anlagen, die den Strom aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen der Region beziehen
  • Verteilung und Speicherung des Wasserstoffs durch Auswahl und Aufbau erster Verteilnetz-Strukturen. Mobile und stationäre Wasserstoffspeicher sollen zum Einsatz kommen und Wasserstofftankstellen mit Fokus auf Schifffahrt und Schwerlastverkehr sollen errichten werten
  • Optimierte Kreislaufnutzung durch Nutzung des bei der Elektrolyse anfallenden Sauerstoffs und Kohlenstoffs in der ansässigen chemischen und verbrennungsintensiven Industrie 
  • Aufbau einer Transformations- und Datenplattform, um Entwicklungsvorstellungen bürgerlicher Interessenvertretungen zu integrieren und klimarelevante Aspekte zu erfassen und zu messen. 
Den Vorteil ihres Projektes sehen die Partner in seinem ganzheitlichen Ansatz. Es füge sich "nahtlos in die nationale und europäische Wasserstoffstrategie" ein. Das Konsortium hat sich beim Bundeswirtschaftsministerium um eine Förderung über das IPCEI-Programm beworben. Gefördert werden damit Projekte von EU-weitem Interesse (Important Projects of Common European Interest – IPCEI).
 

Davina Spohn
Redakteurin
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Donnerstag, 25.03.2021, 15:16 Uhr

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