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Enerige & Management > Wasserstoff - Green Energy Hub Wilhelmshaven erzeugt hohes Marktinteresse
Quelle: Shutterstock / Tomasz Makowski
WASSERSTOFF:
Green Energy Hub Wilhelmshaven erzeugt hohes Marktinteresse
Die Zeichen für eine Umsetzung stehen gut: Der in Wilhelmshaven anvisierte Importterminal für wasserstoffbasierte, grüne Gase stößt im Markt auf gute Resonanz. 
 
Das Unternehmen Tree Energy Solutions (TES) will mit einem Energielogistikpark die Hafenstadt Wilhelmshaven zur europäischen Drehscheibe für grünen Wasserstoff ausbauen. Über ein "Green Energy Hub" sollen Schiffe anlanden können und Wasserstoff sowie grüne Gase nach Deutschland gelangen. Hinzu kommt die Möglichkeit, durch den Import von Flüssigerdgas (Liquified Natural Gas − LNG) mittelfristig Deutschlands Energieversorgung zu sichern, bevor auf grünes Gas umgestellt wird. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2025 geplant.

Ein Ende April gestartetes "unverbindliches ​Interessenbekundungsverfahren" − eine sogenannte "Open Season" − erzeugte ein starkes Interesse im Markt, wie TES in einer Mitteilung vom 13. Juni bekannt gab. Angeboten hatte TES eine Terminal-Kapazität inklusive grundlegender Dienstleistungen von jährlich bis zu 20 Mrd. m3. Mehr als die doppelte Menge dessen wurden laut TES von den teilnehmenden Unternehmen nachgefragt.

Otto Waterlander erklärt: "An unserem kommerziellen Angebot für konventionelles Flüssigerdgas haben mehr als 25 Parteien ihr Interesse gezeigt. Bemerkenswerterweise wollen über 70 Prozent davon noch vor dem Jahr 2043 auf den Import von grünem Gas umstellen." Laut dem Chief Commercial Officer bei TES spiegelt die positive Marktresonanz die derzeit äußerst schwierigen Marktbedingungen und den starken Willen wider, Deutschland einen direkten Weg zu alternativen Importen zu eröffnen.

Nach der nun abgeschlossenen Phase der Interessenbekundung gehe TES nun in bilaterale Verhandlungen mit allen an Kapazitäten interessierten Parteien über. Das Terminal in Wilhelmshaven werde dabei unter der Bezeichnung "AvantHy-Terminal" eingebunden. Mit dem Abschluss der Verhandlungen rechne das Untenrehmen im Laufe des kommenden Monats. 
Zehn lokale Speichertanks vorgesehen

Zum Hintergrund: Das Open-Season-Verfahren ist eine Methode, die allen interessierten Parteien einen offenen Nutzungszugriff auf ein Importterminal sicherstellt, und somit einen transparenten Zuordnungsmechanismus der Kapazitäten bedeutet.

Die Wilhelmshavener Terminal-Anlage soll aus sechs Schiffsanlegestellen, 2 Mio. m3 Speicherkapazität an Land mit zehn lokalen Speichertanks bestehen. Sechs davon sollen laut TES bereits in der Anfangsphase bereit stehen. Das Terminal wird einen direkten Zugang zu einem weitverzweigten Gasleitungsnetz bieten. Darin einbezogen sind die bereits bestehenden Salzkavernen in Etzel und die Groninger Gasnetzinfrastruktur. Ferner plant TES Exportanlagen für verflüssigtes CO2 zu errichten, da der Green Energy Hub ebenfalls an das CO2-Transportnetzwerk des Fernleitungsnetzbetreibers Open Grid Europe angebunden wird. Darüber hinaus will TES in Wilhelmshaven auch grünen Wasserstoff produzieren.
 

Davina Spohn
Redakteurin
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Dienstag, 14.06.2022, 15:20 Uhr

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