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Enerige & Management > Stromnetz - Gleichstromleitung Ultranet kommt voran
Bild: Verbund
STROMNETZ:
Gleichstromleitung Ultranet kommt voran
Mit dem Einstieg in die Planfeststellung geht das Verfahren zum Bau der Gleichstromleitung Ultranet in eine nächste entscheidende Runde.
 
Bei einer Antragskonferenz der Bundesnetzagentur wurde jetzt über den Trassenverlauf diskutiert. Behörden, Vereinigungen und interessierte Bürger konnten Hinweise geben. Die Veranstaltung fand in Heppenheim statt und befasste sich mit dem ersten Abschnitt von Riedstadt (Hessen) bis Mannheim-Wallstadt (Baden-Württemberg), teilte die Bundesnetzagentur mit. Präsident Jochen Homann nannte dabei Ultranet einen wichtigen Bestandteil der Energiewende.

Als Ergebnis der Antragskonferenz erstellt die Bundesnetzagentur einen sogenannten Untersuchungsrahmen. Der enthält dann Vorgaben zur Überarbeitung der Trasse durch den Netzbetreiber Amprion, der das Projekt plant und realisiert. Das können zum Beispiel genauere Abwägungen zur Betroffenheit eines Naturschutzgebietes sein oder Untersuchungen zu alternativ vorgeschlagenen Trassenverläufen.

Ultranet ist der südliche Abschnitt einer neuen Gleichstromverbindung von Niedersachsen über Nordrhein-Westfalen nach Baden-Württemberg. Die Trasse wird – im Gegensatz zu den anderen beiden Gleichstromverbindungen Südlink und Südostlink – nicht als Erdkabel, sondern als 380-kV-Freileitung geplant. Und zwar auf bestehenden Wechselstrommasten.

Wie Südlink und Südostlink soll Ultranet Windkraftstrom aus dem Norden der Republik in den Süden bringen und Ersatz für den Kernkraftstrom liefern, der Ende 2022 nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Ultranet beispielsweise endet in Philippsburg, wo bereits dieses Jahres das gleichnamige Kernkraftwerk vom Netz geht. Die 340 Kilometer lange Leitung wird für eine Leistung von bis zu 2 000 MW ausgelegt. Die Fertigstellung von Ultranet ist für 2023 geplant, erklärte ein Unternehmenssprecher gegenüber E&M.

Das Projekt Ultranet, das im südlichen Abschnitt in die Verantwortung des Übertragungsnetzbetreibers TransnetBW übergeht, hat zwei technische Besonderheiten: Es ist das erste Mal, dass Gleichstrom und Wechselstrom gemeinsam auf denselben Masten übertragen werden. Wie Amprion mitteilte, wurde diese Möglichkeit intensiv untersucht und man sei zu dem Ergebnis gekommen, dass der Betrieb sicher möglich ist. Auf einigen Abschnitten bräuchten nur die bisherigen Isolatoren ausgetauscht werden.

Die zweite Besonderheit ist die Anknüpfung von Ultranet an eine Gleichstromleitung von Niedersachsen nach Nordrhein-Westfalen, die sozusagen die Norderweiterung des Projekts darstellt. Dafür soll ein Konverter entstehen, der eine Weiterleitung des Windstroms sowohl nach Baden-Württemberg als auch einen Abzweig für Nordrhein-Westfalen ermöglicht.

Eine Erdverkabelung von Ultranet hält Amprion nicht für sinnvoll. Das würde die bestehende Wechselstromleitung nicht ersetzen und es wäre parallel zur Freileitungstrasse ein zusätzlicher Kabelgraben nötig, so das Unternehmen. Das hätte Eingriffe in Natur und Landschaft zur Folge.
 
 

Günter Drewnitzky
© 2019 Energie & Management GmbH
Dienstag, 25.06.2019, 12:03 Uhr

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