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Enerige & Management > Wasserstoff - Gebundener Wasserstoff für saubere Schiffsantriebe
Bild: Shutterstock/Alexander Limbach
WASSERSTOFF:
Gebundener Wasserstoff für saubere Schiffsantriebe
Schiffsantriebe sind aus Emissionssicht mit die größten "Dreckschleudern". Ein deutsch-norwegisches Joint Venture will das ändern. 
 
Das deutsche Unternehmen Hydrogenious LOHC Technologies GmbH und die norwegische Reederei „Johannes Oestensjoe dy AS“ haben das Joint Venture Hydrogenious LOHC Maritime AS gegründet. Ziel ist es, emissionsfreie Anwendungen für die Seeschifffahrt auf Basis der LOHC-Technologie (Liquid Organic Hydrogen Carrier) zu entwickeln und zu vermarkten.

Der Fokus liege dabei auf bordseitigen LOHC-/Brennstoffzellen-Antriebssystemen im Megawattmaßstab, teilten die Unternehmen mit. 2025 soll ein kommerzielles Produkt betriebsbereit sein. Bei der LOHC-Technologie wird Wasserstoff chemisch an ein flüssiges organisches Trägermaterial gebunden, was besondere Sicherheit ermöglicht. Zudem kann bestehende Kraftstoffinfrastruktur an Bord und in Häfen genutzt werden. Die zum norwegischen Ministerium für Klima und Umwelt gehörende Förderagentur Enova hat angekündigt, das erste Projekt des Joint Ventures – "HyNjord" – mit rund 2,5 Mio. Euro zu unterstützen. Dabei geht es um die Entwicklung eines 200-kW-Piloten des LOHC-/Brennstoffzellen-Antriebssystems.

„Die strategische Planung für den neuen Typ eines LOHC-basierten Serviceschiffs für Offshore-Windparks war bei der Oestensjoe-Tochter Edda Wind bereits beschlossene Sache. Optimal für uns, um unsere stationären Anlagen nicht zuerst auf die Straße, sondern sinnvollerweise aufs Wasser zu bringen“, so Daniel Teichmann, CEO und Gründer von Hydrogenious LOHC Technologies und Vorsitzender des Joint Venture Boards. Hydrogenious selbst arbeite an integrierten Onboard-Lösungen aus LOHC-Release-Unit und Brennstoffzelle für den Schwerlastverkehr auf Straße und Schiene.

Hydrogenious ist 2013 von Wissenschaftlern der Universität Erlangen-Nürnberg gegründet worden. Die Besonderheit der Hydrogenious-Lösung besteht darin, dass Wasserstoff chemisch an das nichttoxische, nichtexplosive und kostengünstige Trägeröl Benzyltoluol gebunden wird, mit dem große Mengen Wasserstoff unter Umgebungsbedingungen gespeichert und transportiert werden können, wobei die bereits bestehende Infrastruktur für Flüssigbrennstoffe genutzt werden kann.
 

Peter Koller
Redakteur
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Freitag, 02.07.2021, 12:02 Uhr

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