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Enerige & Management > Wärme - Gebäudeallianz nennt Forderungen für Klimaschutz
Bild: Ralf Kalytta, Fotolia
WÄRME:
Gebäudeallianz nennt Forderungen für Klimaschutz
Eine „Gebäude-Allianz“ aus 25 Verbänden fordert intensive Maßnahmen zum klimagerechten und sozialen Umbau der Energieversorgung in Wohnhäusern und bei gewerblichen Flächen.
 
Die Gebäude-Allianz, ein Zusammenschluss von über 25 Verbänden, hat einen Fünf-Punkte-Plan für Maßnahmen vorgelegt, mit denen sich die erhöhten Ziele für den Gebäudesektor im Entwurf des neuen Klimaschutzgesetzes sicher erreichen lassen. „Die Gebäudewirtschaft ist eines der Sorgenkinder der deutschen Klimaschutzbemühungen. Hier gibt es seit einem Jahrzehnt praktisch keinen Fortschritt“, kritisierte Katharina Reuter, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Nachhaltige Wirtschaft (BNW).

Der Gebäudesektor hat sein Klimaziel des vergangenen Jahres bereits als einziger knapp verfehlt. Das Bundesbauministerium ist deshalb gesetzlich verpflichtet, ein Sofortprogramm vorzulegen. Offizielle Berechnungen im Auftrag des Bundes zeigten ohnehin, dass die bestehenden Instrumente eindeutig nicht ausreichen werden und bis zum Jahr 2030 eine drastisch wachsende Ziellücke entsteht, wenn nicht schnell gegengesteuert wird. Der Gebäudesektor muss in den nächsten zehn Jahren fast 45 % seiner aktuellen Treibhausgasemissionen einsparen.

Gebäudeallianz will Chancen nutzen

Öl- und Gasheizungen waren laut Angaben des Ifeu-Instituts allein 2019 für etwa 122 Mio. Tonnen CO2-Emissionen verantwortlich. Etwa die Hälfte des gesamten Energiebedarfs wird für Wärme genutzt. Daher haben sich Umweltverbände, Gewerkschaften, Verbraucherschutz-, Mieterschutz- und Unternehmensverbänden zur Gebäude-Allianz zusammengeschlossen. Sie fordern ambitionierten Klimaschutz im Gebäudesektor. Dabei betonen sie auch die Chancen, weil ambitionierte Maßnahmen nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch sozialverträglich umsetzbar und wirtschaftlich attraktiv seien.

Christian Noll, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff), appellierte an die Politik: „Ohne zusätzliche Maßnahmen bleiben die Klimaziele im Gebäudesektor Makulatur. Denn Eigentümer und Lösungsanbieter brauchen klare Leitplanken für Investitionen. Dafür müssen Fordern und Fördern stärker zusammen gedacht und die Instrumente stärker an der tatsächlichen Zielerreichung ausgerichtet werden.“

Forderungen an die Politik

Konkret fordert die Gebäude-Allianz bedarfsgerechte Förderprogramme. Diese sollen energetische Mindeststandards für Bestandsgebäude festlegen, die den Eigentümern den Weg zur Klimaneutralität aufzeigen und zusätzliche Modernisierungen anstoßen, besonders der Gebäude mit den höchsten Energierechnungen. Die CO2-Bepreisung solle so weit ansteigen, dass Klimaschutz wirtschaftlich sei. Gleichzeitig müssten die CO2-Kosten für jeden individuell spürbar erstattet werden.

Zur aktuellen Diskussion um die Lastenverteilung der CO2-Bepreisung zwischen Mietern und Vermietern hat das Bündnis eine klare Meinung. Da Mieter keinen Einfluss auf den energetischen Zustand ihrer Wohnung oder die Art der Heizung haben, sei es dringend geboten, die Abwälzung der gesamten Kosten allein auf die Mieter umgehend zu beenden. Zudem betont das Bündnis, dass bereits heute erprobte Technologien für eine erneuerbare Wärmeversorgung bereitstünden.

Es sei jetzt an der Politik, die Weichen für deren flächendeckenden Einsatz zu stellen und sogenannte fossile „Lock-in-Effekte“ zu vermeiden. Auch die öffentliche Hand könne und müsse ihren Beitrag zur Zielerreichung im Gebäudesektor leisten. So müsste sie ihre neuen Gebäude bereits ab 2023 klimaneutral bauen, eine verbindliche höhere Modernisierungsrate umsetzen und Lebenszyklusanalysen beauftragen, bevor statt einer Sanierung öffentlicher Gebäude die Abrissbirne zum Einsatz komme.

Das gemeinsame Positionspapier der Gebäude-Allianz   steht als PDF zum Download bereit.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Donnerstag, 20.05.2021, 12:55 Uhr

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