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Enerige & Management > Gas - Gazprom reduziert Lieferungen erneut
Erdgasspeicher Bernburg, Quelle: VNG
GAS:
Gazprom reduziert Lieferungen erneut
Russland fährt die Lieferungen über Nord Stream 1 wieder zurück. Ab Mittwoch sollen statt der bisherigen 40 nur noch 20 % der möglichen Gasmenge nach Deutschland gelangen.
 
(dpa) − Der russische Gaskonzern Gazprom senkt die Lieferungen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 weiter. Von diesem Dienstag an würden noch 20 Prozent oder 33 Millionen Kubikmeter Gas täglich durch die wichtigste Versorgungsleitung nach Deutschland fließen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Grund sei die Reparatur einer weiteren Turbine, hieß es.

Die deutschen Speicher befänden sich „endlich wieder auf einem ordentlichen Einspeicherpfad“, hatte sich der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, sich noch am Morgen auf Twitter gefreut. Der Füllstand am 23. Juli lag bei 65,91 %. „Jetzt gilt es, die 75 % Quote zum 1.9. zu schaffen.“ Auch der angeschlagene Gasimporteur Uniper habe die Ausspeicherung, also die Entnahme von Gas, beendet.

Während des vorübergehenden Stopps russischer Gaslieferungen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 aufgrund von Wartungsarbeiten wurde in Deutschland zwar Gas eingespeichert, aber auf sehr niedrigem Niveau. Uniper hatte sogar damit begonnen, Gas aus Speichern zu entnehmen. Um einen Mangel im Winter zu vermeiden, will Deutschland die Speicher so schnell wie möglich zu füllen. Bis zum 1. November sollen sie zu 95 % gefüllt sein.

Müller hält es allerdings für unrealistisch, dass das erreicht wird. Wenn es dabei bleibe, dass durch die Gaspipeline Nord Stream 1 rund 40 % der Lieferkapazität fließe, seien im besten Fall maximal 80 bis 85 % zu erreichen, sagte er bei einem Krisengipfel der baden-württembergischen Landesregierung nach Angaben von Teilnehmern. Durch die neue Entwicklung könnten aber auch diese bescheideneren Ziele − je nach Dauer der Lieferkürzungen − in Gefahr geraten.

Das Ziel der Bundesregierung und der Netzagentur sei es, 20 Prozent Gas einzusparen, um sich für den Winter vorzubereiten. "Wir liegen im Moment bei etwa 14 Prozent Einsparung. Ohne zusätzliche Anstrengung kommen wir da im Winter nicht hin", sagte Müller.
 

dpa
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Montag, 25.07.2022, 11:45 Uhr

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