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Enerige & Management > Smart Meter - Gateway-Hersteller rücken Argumentation des BMWi  gerade
Bild: Fotolia.com, unique3d
SMART METER:
Gateway-Hersteller rücken Argumentation des BMWi  gerade
Neben PPC hat auch EMH Metering klargestellt, dass die 450-MHz-Frequenz für das intelligente Messwesen sehr vorteilhaft wäre, aber nicht zwingend notwendig ist.
 
Nachdem ein Schreiben des Bundeswirtschaftsministeriums an Ingrid Nestle, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, am Rosenmontag für Verwunderung in der Energiebranche und für Verunsicherung in der breiten Öffentlichkeit gesorgt hatte, bringen die Smart-Meter-Gateway-Hersteller die Diskussion wieder auf den Boden der Tatsachen.

Peter Heuell erklärte nun zur Debatte um die 450-MHz-Frequenz für die Energiewirtschaft: „Für das intelligente Messwesen ist die 450-MHz-Frequenz sehr nützlich und wünschenswert. Denn beim Einsatz der Gateways in tiefliegenden Kellern kommt die Mobilfunktechnik an ihre Grenzen“, sagt der Geschäftsführer von EMH Metering. Ein zweites Kommunikationsmodul, das Daten per Mobilfunk an die Marktteilnehmer senden solle, helfe daher auch nicht weiter. „Aus unserer Sicht ist das eine völlig abwegige Lösung“, so Heuell.

Staatssekretär Ulrich Nußbaum hatte in einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Nestle auf die Möglichkeit Bezug genommen, dass der Energiewirtschaft die 450-MHZ-Frequenz künftig nicht zur Verfügung stünde oder die Branche sie lediglich nach einem Modell der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) zur Sicherung der kritischen Infrastruktur mitbenutzen dürfe. Von „signifikanten Nachteilen für die Digitalisierung der Energiewende“, von einer „umfassenden Neubearbeitung (…) des Zertifizierungsprozesses“ und von „mehrjährigen Verzögerungen“ in diesem Fall hatte Nußbaum gesprochen.

„Die Digitalisierung der Energiewende kann ab sofort beginnen“

Heuell stellt sich zwar hinter die Forderung der Energiewirtschaft nach Zuweisung der 450-MHz-Frequenz. Sie sollte seiner Überzeugung nach für alle Smart Meter-Aufgaben freigegeben werden. Für die Mehrzahl der Einbaufälle habe dieses Thema jedoch überhaupt keine Relevanz. „Die Digitalisierung der Energiewende kann daher ab sofort beginnen“, so der EMH-Metering-Geschäftsführer.

In der Energiewirtschaft werden seit längerer Zeit auch Szenarien diskutiert, die eine Kombination verschiedener Kommunikationstechnologien vorsehen. So könnten schwierige bauliche Gegebenheiten etwa mit Breitband-Powerline für die ersten beziehungsweise letzten Meter und dann mit herkömmlichem Mobilfunk für die weitere Übertragung überwunden werden.

Vor Heuell hatte bereits Ingo Schönberg im Gespräch mit E&M klargestellt, dass man kein WAN-Modul für kritische Infrastruktur und eines für sonstige Dienste in einem Smart Meter Gateway vorsehen werde. Der Vorstandsvorsitzende der Power Plus Communications AG (PPC) hatte betont, dass Smart Meter Gateways mit verschiedenen Kommunikationstechnologien angebunden und betrieben werden können.

In der aktuellen Diskussion sei zu bedenken, so Schönberg, dass die Energiewirtschaft in erster Linie die 450-MHz-Frequenz als schwarzfallfeste Kommunikationslösung in der Leittechnik und für den Betriebsfunk benötige. Hier bestehe für die Betreiber kritischer Infrastrukturen der dringlichste Bedarf. Für das intelligente Messwesen oder andere smarte Anwendungen sei die 450-MHz-Frequenz zwar sehr nützlich, aber nicht zwingend notwendig.

PPC hatte im Dezember 2018 als erster Anbieter von Smart Meter Gateways die Zertifizierung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erhalten. Nach Sagemcom Dr. Neuhaus im September 2019 konnte EMH Metering im Dezember des vergangenen Jahres den Zertifizierungsprozess abschließen und sorgte damit für die für den offiziellen Rollout-Start gesetzlich vorgeschriebene Mindestzahl an Geräteanbietern.
 
 

Fritz Wilhelm
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Mittwoch, 26.02.2020, 16:22 Uhr

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