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Enerige & Management > Gasmarkt - Gaspreise setzen leichten Aufwärtstrend fort
Quelle: Pixabay / Mimzy
GASMARKT:
Gaspreise setzen leichten Aufwärtstrend fort
Fester haben sich die nordwesteuropäischen Gaspreise am Mittwoch präsentiert.
 
Am niederländischen TTF gewann der Day-ahead bis gegen 13:20 Uhr 13,05 Euro auf 128,05 Euro/MWh. Der Frontmonat legte 2,50 Euro auf 123,00 Euro zu. Am deutschen THE notierte der Day-ahead mit einem Plus von 7,45 Euro auf 122,50 Euro. Die Gaspreise setzten ihren leichten, wetterbedingten Aufwärtstrend damit auch am Mittwoch fort. An dem prognostizierten Kaltluftvorstoß zum Monatswechsel hat sich in den Prognosekarten der Wetterdienste nichts geändert.

Ihren vorläufigen Tiefpunkt sollen die Temperaturen am 6. Dezember erreichen. Für Deutschland werden laut dem US-Wetterdienst Temperaturen von 6 Grad Celsius unter dem Durchschnittswert prognostiziert. Gegen Ende der 18-tägigen Vorhersageperiode soll sich die Kälte aber mildern. Andere Wetterdienste rechnen allerdings mit einer deutlich weniger dramatischen Temperaturentwicklung für die kommenden Tage.
 
Die am Dienstag von der EU-Kommission vorgeschlagene neue Preisobergrenze hat das Marktgeschehen hingegen nur wenig beeinflusst. Der Mechanismus werde wahrscheinlich nicht in Kraft treten, da der für die Umsetzung erforderliche Schwellenwert voraussichtlich nicht erreicht wird, so Goldman Sachs. Weder die Bedingung einer Preisobergrenze von 275 Euro/MWh bei einer Haltedauer von zwei Wochen noch die Preisdifferenz von 58 Euro/MWh zu LNG bei einer Haltedauer von zehn Handelstagen seien in diesem Jahr erfüllt worden, selbst als die Preise in die Höhe geschossen seien, so Goldman-Sachs-Analystin Samantha Dart in einer Mitteilung. Der Vorschlag verringere die Liquidität in einem liquiditätsarmen Markt weiter, erhöhe das Risiko von Kürzungen bei der Gasversorgung und "würde sich möglicherweise auf die Abrechnungspreise für bestehende Verträge und den Wert bestehender Absicherungen auswirken". Unterdessen hat Moldau russische Vorwürfe gegen die Ukraine zurückgewiesen, wonach diese Lieferungen, die für den kleinen osteuropäischen Binnenstaat vorgesehen waren, für sich selbst abgezweigt hat.

Die Ukraine wies Gazproms Anschuldigungen ebenfalls zurück. Kiew warf Russland vor, die „Fakten zu manipulieren“, um die Einschränkung seiner Gaslieferungen zu rechtfertigen. Die russischen Anschuldigungen werden von Marktbeobachtern als mögliches Vorspiel für eine weitere Einschränkung der russischen Gaslieferungen über die Ukraine nach Europa bewertet. Derzeit liefert Gazprom noch gut 40 Millionen Kubikmeter Gas täglich über Velke Kapusany nach Europa. Gazprom hat deutlich gemacht, dass mit Einschränkungen ab Montag gerechnet werden könne.
 

Claus-Detlef Großmann
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Mittwoch, 23.11.2022, 17:08 Uhr

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