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Enerige & Management > Österreich - Gasnetze als "tragende Säule der Energiewende"
Bild: Andrei Merkulov, Fotolia
ÖSTERREICH:
Gasnetze als "tragende Säule der Energiewende"
Rund 14,5 Mrd. Euro möchte die österreichische Gaswirtschaft bis 2050 in die Produktion von synthetischem Methan und Biomethan sowie die Infrastruktur investieren.
 
Bis 2030 ließe sich die Produktion von synthetischem Methan und Biomethan in Österreich von derzeit rund 50 Mio. Normkubikmetern auf 500 Mio. Normkubikmeter ungefähr verzehnfachen. Bis 2050 wäre eine weitere Steigerung auf insgesamt etwa 2 Mrd. Normkubikmeter möglich, von denen 500 Mio. Normkubikmeter synthetisches Methan sowie 1,5 Mrd. Normkubikmeter auf Biomethan entfallen würden. Die Kosten für die Gaserzeugung sowie die technischen Anlagen zur Einspeisung ins Gasnetz würden sich auf insgesamt etwa 14,5 Mrd. Euro belaufen. Das zeigt ein Bericht der Österreichischen Energieagentur im Auftrag des Fachverbands Gas Wärme (FGW), der gesetzlichen Vertretung der österreichischen Gaswirtschaft.

FGW-Obmann Peter Weinelt betonte, die Gasnetze seien „die tragende Säule der Energiewende“. Jede zweite der rund 300 Biogasanlagen befinde sich in der Nähe einer Gasleitung und könne daher mit geringem Aufwand an diese angeschlossen werden. So lasse sich das Biomethan für die Verstromung ebenso nutzen wie als Kraftstoff und für Heizzwecke. Dies sei sinnvoller, als das Biogas wie derzeit mit geringem Wirkungsgrad in Kleinanlagen direkt zu verstromen.

Ferner könne die Gasinfrastruktur mit Hilfe von Power-to-Gas-Technologien zur saisonalen Speicherung überschüssigen Ökostroms verwendet werden. Österreich plant, seinen gesamten jährlichen Strombedarf ab 2030 bilanziell mittels erneuerbarer Energien zu decken. Zu rechnen ist damit, dass in den Sommermonaten ein Stromüberschuss von etwa 10 TWh auftritt

Dieser könnte zur Erzeugung von Wasserstoff verwendet und in Gasspeichern zur Wiederverstromung im Winter gelagert werden. Weinelt zufolge haben die Gasspeicher eine Kapazität von etwa 93,2 TWh. Zum Vergleich: Laut der Regulierungsbehörde E-Control betrug der Stromverbrauch der Endkunden im Jahr 2017 etwa 71,8 TWh. Verbunden mit dem Ausbau und dem Betrieb der Anlagen wäre das laut Schätzung der Energieagentur eine Wertschöpfung in Österreich von insgesamt rund 20,7 Mrd. Euro im Zeitraum 2020 bis 2050.

Die Ausbau- und Betriebskosten sollten laut Weinelt über eine Förderung ähnlich der geplanten neuen Ökostromförderung aufgebracht werden: „Unser Wunsch wäre ein Marktprämienmodell, bei dem die Fördermittel per Ausschreibung vergeben werden.“ Abgelehnt wird dagegen die in Diskussion befindliche Förderung über ein Quotensystem. Dabei müsste jeder Gasversorger dem von ihm verkauften Erdgas einen vorgeschriebenen Anteil an synthetischem Methan sowie Biomethan beimengen.

Laut Weinelt würde das das dazu führen, dass billiges Biomethan oder synthetisches Methan im Ausland, etwa in der Ukraine, beschafft und nach Österreich transportiert würde: „Somit würde ein Quotenmodell zu einem Abfluss an Wertschöpfung ins Ausland führen.“
 

Klaus Fischer
© 2019 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 23.05.2019, 15:33 Uhr

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