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Enerige & Management > Gasnetz - Gasmarkt weiter mit Konvertierungsentgelt
Bild: Fotolia.com, WestPic
GASNETZ:
Gasmarkt weiter mit Konvertierungsentgelt
Die Gasmarktgebiete Gaspool und NCG können im kommenden Winter weiter ein Konvertierungsentgelt erheben. Die Bundesnetzagentur prüft sogar eine Verlängerung der Genehmigung.
 
Der Beibehaltung des Konvertierungsentgeltes für die bilanzielle Konvertierung von H-Gas nach L-Gas durch die Marktgebietsverantwortlichen Gaspool und NetConnect Germany (NCG) vom 1. Oktober 2016 bis zum 31. März 2017 werde nicht widersprochen, teilte die Bundesnetzagentur am 9. Mai mit. Die Behörde akzeptiert damit die Anzeige der beiden Marktgebietsbetreiber aus dem Januar, die Erhebung eines Konvertierungsentgelts nicht wie geplant im Oktober 2016 auslaufen zu lassen.

Das Entgelt im Marktgebiet Gaspool bleibt nun bis März 2017 bei 0,441 Euro/MWh, im NCG-Gebiet bei 0,453 Euro/MWh. Auch die Erlaubnis für NCG, das Entgelt kurzfristig bis zu einem Betrag von 1,811 Euro/MWh erhöhen zu können, bleibt bestehen. Darüber hinaus will die Netzagentur prüfen, ob das Konvertierungsentgelt über März 2017 hinaus beibehalten werden kann. Für die Konvertierungsrichtung von L-Gas nach H-Gas wird dagegen ab Oktober kein Konvertierungsentgelt mehr erhoben.

Die Gaspool Balancing Services GmbH begrüßt die Entscheidung der Bundesnetzagentur, der am 26. Januar angezeigten Verlängerung des Absenkungszeitraumes für das Konvertierungsentgelt um ein halbes Jahr nicht zu widersprechen, teilte das Unternehmen am 10. Mai mit. Auch eine NCG-Sprecherin zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung der Regulierungsbehörde.

Das Entgelt wird für die bilanzielle Konvertierung erhoben, wenn also die Marktgebietsverantwortlichen dafür sorgen, dass L-Gas-Verbraucher mit dieser Gasqualität beliefert werden, auch wenn ihre Gaslieferanten H-Gas dafür einspeisen. Das Entgelt sollte im Zuge des Wechsels zu qualitätsübergreifenden Marktgebieten als Übergangsregelung gelten und im Oktober auslaufen.

Im Januar hatten die beiden Marktgebiete angezeigt, dass sie das Entgelt über diesen Zeitraum hinaus erheben wollen. Diese Möglichkeit ist in der Festlegung Konni Gas, die das Konvertierungssystem reguliert, ausdrücklich vorgesehen. Die Marktgebietsverantwortlichen begründeten die ihrer Meinung nach nötige Verlängerung mit veränderten Rahmenbedingungen. Die L-Gas-Produktion in den Niederlanden gehe schneller zurück als es bei der Einführung des Konvertierungssystems absehbar war.

Um den daraus resultierenden Aufwand möglichst gering zu halten, sei es sinnvoll, durch das Entgelt einen Anreiz für Gashändler zu schaffen, ihre Bilanzkreise qualitätsspezifisch zu bewirtschaften, also für ihre L-Gas-Kunden auch tatsächlich L-Gas einzuspeisen.

Die Händlerseite hatte sich dagegen ausgesprochen, das Konvertierungsentgelt weiter zu erheben. Unter anderen hatten die Händlervereinigung Efet und der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) in ihren Stellungnahmen gefordert, das Entgelt wie vorgesehen zum 1. Oktober auf Null zu reduzieren.
 

Peter Focht
Redakteur
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Mittwoch, 11.05.2016, 12:33 Uhr

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