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Energie & Management > Gaskraftwerke - Gaslobby fordert deutschen Kapazitätsmarkt für Kraftwerke
Quelle: Fotolia / Ralf Urner
Gaskraftwerke

Gaslobby fordert deutschen Kapazitätsmarkt für Kraftwerke

Die Gaswirtschaft fordert den Bau neuer Gaskraftwerke. Sonst sei der „angepeilte Kohleausstieg nicht wie geplant realisierbar“.
Ohne den „Neubau geregelter Stromerzeugungskapazitäten“, heißt es in einer Mitteilung des Lobbyverbandes „Zukunft Gas“, seien die Klimaziele in Gefahr. Um die Kraftwerksstrategie der Bundesregierung fristgerecht umzusetzen, müssten die Weichen noch in diesem Jahr gestellt und erste Ausschreibungen gestartet werden.

Diesen Zeitplan hält der Chef des Verbandes, Timm Kehler, für gefährdet: „Eine weitere Vertagung können wir uns keines falls leisten.“ Bis 2030 würden mindestens 15 GW geregelte Kapazität neu gebaut werden. Um die „Stromlücke“ zu schließen, sind nach Ansicht des Verbandes mittelfristig „20 bis 30 Kraftwerke nötig“, die nicht nur mit fossilem Erdgas, sondern auch mit Wasserstoff oder Biomethan betrieben werden können.

Für den Bau fehlten bislang jedoch die notwendigen Investitionsanreize, weil diese Kraftwerke zwar „stets bereitgehalten werden, aber nur bei Bedarf zum Einsatz kommen“. Solche Investitionen könnten in einem „Energy Only Market“ kaum wirtschaftlich umgesetzt werden.

Kehler verlangt von der Bundesregierung die Einführung eines „umfassenden Kapazitätsmarktes“, um wirksame Anreize für den Bau neuer Kraftwerke zu setzen. Statt auf „beihilferechtliche Abstimmungen“ zu warten, solle sich das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin an Ländern wie Belgien orientieren, die Kapazitätsmechnismen bereits eingeführt hätten.
 
Quelle: Zukunft Gas

Auch andere Länder in der EU vergüteten das Vorhalten von Kapazitäten und schafften so ein Geschäftsmodell für die Kraftwerksbetreiber. Andernfalls bestehe das Risiko, „dass wir uns mit teuren, unsystematischen Lösungen in ein langwieriges, beihilferechtliches Abenteuer begeben“.

In Anbetracht der drohenden Stromlücke müsse schleunigst gehandelt werden, um 2030 nicht nur den gegenwärtigen Bedarf zu decken, sondern außerdem mehr Elektrofahrzeuge und mehr Wärmepumpen zu betreiben. Dazu zähle auch die Ausarbeitung einer Wasserstoffstrategie, um in Zukunft Wasserstoff für die Kraftwerke bereitzustellen.

Der Lobbyverband hat im vergangenen Jahr vom Beratungsunternehmen Enervis ein Konzept für ein neues Strommarktdesignt entwickeln lassen. Die Studie "Marktdesign für einen sicheren, wirtschaftlichen und dekarbonisierten Strommarkt" ist im Internet abrufbar.

Donnerstag, 8.06.2023, 12:26 Uhr
Tom Weingrtner
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Gaskraftwerke
Gaslobby fordert deutschen Kapazitätsmarkt für Kraftwerke
Die Gaswirtschaft fordert den Bau neuer Gaskraftwerke. Sonst sei der „angepeilte Kohleausstieg nicht wie geplant realisierbar“.
Ohne den „Neubau geregelter Stromerzeugungskapazitäten“, heißt es in einer Mitteilung des Lobbyverbandes „Zukunft Gas“, seien die Klimaziele in Gefahr. Um die Kraftwerksstrategie der Bundesregierung fristgerecht umzusetzen, müssten die Weichen noch in diesem Jahr gestellt und erste Ausschreibungen gestartet werden.

Diesen Zeitplan hält der Chef des Verbandes, Timm Kehler, für gefährdet: „Eine weitere Vertagung können wir uns keines falls leisten.“ Bis 2030 würden mindestens 15 GW geregelte Kapazität neu gebaut werden. Um die „Stromlücke“ zu schließen, sind nach Ansicht des Verbandes mittelfristig „20 bis 30 Kraftwerke nötig“, die nicht nur mit fossilem Erdgas, sondern auch mit Wasserstoff oder Biomethan betrieben werden können.

Für den Bau fehlten bislang jedoch die notwendigen Investitionsanreize, weil diese Kraftwerke zwar „stets bereitgehalten werden, aber nur bei Bedarf zum Einsatz kommen“. Solche Investitionen könnten in einem „Energy Only Market“ kaum wirtschaftlich umgesetzt werden.

Kehler verlangt von der Bundesregierung die Einführung eines „umfassenden Kapazitätsmarktes“, um wirksame Anreize für den Bau neuer Kraftwerke zu setzen. Statt auf „beihilferechtliche Abstimmungen“ zu warten, solle sich das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin an Ländern wie Belgien orientieren, die Kapazitätsmechnismen bereits eingeführt hätten.
 
Quelle: Zukunft Gas

Auch andere Länder in der EU vergüteten das Vorhalten von Kapazitäten und schafften so ein Geschäftsmodell für die Kraftwerksbetreiber. Andernfalls bestehe das Risiko, „dass wir uns mit teuren, unsystematischen Lösungen in ein langwieriges, beihilferechtliches Abenteuer begeben“.

In Anbetracht der drohenden Stromlücke müsse schleunigst gehandelt werden, um 2030 nicht nur den gegenwärtigen Bedarf zu decken, sondern außerdem mehr Elektrofahrzeuge und mehr Wärmepumpen zu betreiben. Dazu zähle auch die Ausarbeitung einer Wasserstoffstrategie, um in Zukunft Wasserstoff für die Kraftwerke bereitzustellen.

Der Lobbyverband hat im vergangenen Jahr vom Beratungsunternehmen Enervis ein Konzept für ein neues Strommarktdesignt entwickeln lassen. Die Studie "Marktdesign für einen sicheren, wirtschaftlichen und dekarbonisierten Strommarkt" ist im Internet abrufbar.

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Tom Weingrtner

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