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Quelle: Shutterstock / Igor Grochev
GAS:
Gasimporteure sichern Belieferung der LNG-Terminals zu
Uniper, RWE und EnBW / VNG haben eine Absichtserklärung mit dem Bundeswirtschaftsministerium unterzeichnet. Ziel: die zeitnahe Auslastung der deutschen Flüssigerdgas-Terminals sichern.
 
Vom Jahreswechsel 2022/23 an sollen die schwimmenden Terminals für die Anlandung von Flüssigerdgas (LNG) in Brunsbüttel und Wilhelmshaven in Betrieb gehen. Zu ihrer Belieferung mit LNG verpflichteten sich die Energieunternehmen Uniper, RWE und EnBW / VNG am 16. August in einem Memorandum of Understanding (MoU) mit dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWK). Damit herrsche nun Planungssicherheit für die Belieferung und den Betrieb der Spezialschiffe, sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne).

Die Spezialschiffe fungieren als Terminals und versetzen das durch extreme Kühlung verflüssigte Erdgas wieder in einen gasförmigen Zustand. Erklärtes Ziel des BMWK und der Betreiber ist es, diese sogenannten FSRU (Floating Storage and Regasification Units) sofort von der Inbetriebnahme im Winter 2022/23 an voll auszulasten. Die unterzeichnenden Gasimporteure sichern die dafür nötige Liefermenge zu. Da wegen des Ukraine-Krieges zu wenig Pipeline-Gas aus Russland geliefert wird, muss die deutsche Versorgung auf anderen Wegen gesichert werden. Einer der Wege ist die Erschließung neuer Kapazitäten und Ursprungsländer durch die LNG-Terminals, ein anderer höhere Liefermengen aus Norwegen (siehe separate Meldung).

Habeck: Wichtiger Beitrag zur sicheren Gasversorgung

Die beiden Terminals werden übergangsweise von Uniper und RWE betrieben, bis eine Zweckgesellschaft den Betrieb übernimmt. Um die Belieferung der FSRU kümmert sich neben Uniper und RWE auch EnBW beziehungsweise das Tochterunternehmen VNG. Damit werde vom Jahreswechsel 2022/23 an ein wichtiger Beitrag zur Gasversorgungssicherheit geleistet, betonte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Die Kapazität der beiden ersten LNG-Terminals beträgt jährlich 12,5 Mrd. Kubikmeter. Der deutsche Erdgasbedarf liegt bei etwa 90 Mrd. Kubikmeter pro Jahr.

Neben russischem Erdgas, das bis zum Mai 2022 die Hälfte des deutschen Bedarfs deckte, bezieht Deutschland aus den Niederlanden und Norwegen Pipelinegas. Für Lieferungen per Schiff muss die Infrastruktur jetzt erst geschaffen werden. Zu den ersten beiden LNG-Terminals sollen weitere in Lubmin und Stade kommen.
 
Bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung zur Belieferung der LNG-Terminals am 16. August 2022: Wirtschaftsminister Robert Habeck (Zweiter von rechts) mit Vertretern von Uniper, RWE, VNG und EnBW
Quelle: E&M / Harmsen

Habeck sagte bei der Unterzeichnung der Absichtserkältung: „Mit dem Import von Flüssigerdgas machen wir uns unabhängiger von Importen russischen Pipelinegases.“ Die Planungen und Arbeiten an den Terminals in Brunsbüttel und Wilhelmshaven lägen im Zeitplan, versicherte der Minister.

Die entsprechenden rechtlich bindenden Verträge mit den Energieunternehmen würden jetzt schnell ausgearbeitet. Die unterzeichnenden Unternehmen erklären mit dem MoU ihre Absicht, ihre Lieferfenster vom Jahreswechsel 2022/23 bis zum 31. März 2024 voll auszulasten.

Der Bund least die beiden FSRU jeweils von Uniper und RWE. Perspektivisch ist vorgesehen, dass alle FSRU des Bundes von einer Zweckgesellschaft betrieben werden, deren Gründung vorbereitet wird, informierte das BMWK.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Dienstag, 16.08.2022, 13:21 Uhr

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