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Enerige & Management > Gas - Gas spielt wichtige Rolle für Klimaschutz
Bild: Fotolia.com, WoGi
GAS:
Gas spielt wichtige Rolle für Klimaschutz
Mit dem neuen Namen „Zukunft Gas“ unterstreicht die Brancheninitiative ihren Willen, die Klimawende aktiv mitzugestalten und betont die Rolle von Gas in der Energiewende.
 
Die deutsche Gaswirtschaft sei schon lange mehr als das erfolgreiche Produkt Erdgas. Aus diesem Grund nennt sich die Brancheninitiative „Zukunft Erdgas“ ab sofort: „Zukunft Gas“. Effiziente Heiztechnologien, Brennstoffzellen für Heizungen und Fahrzeuge, klimafreundliches Biogas oder Innovationen zur klimaneutralen Gewinnung von Wasserstoff seien neue Themen der Branche. „Mit dem neuen Namen unterstreicht die Gaswirtschaft ihre aktive Transformation in Richtung Klimaneutralität“, sagte Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative.

„Gas mit seiner breit ausgebauten Infrastruktur ist neben Strom die zweite Säule der zukünftigen Energieversorgung“, erklärte Kehler. Der neue Markenauftritt der Initiative steht für ihren Mut und ihre Ambitionen, mit innovativen Technologien die Dekarbonisierung des Energiesystems zum Erfolg zu führen. Im vergangenen Jahr lag der Anteil von Erdgas am Primärenergieverbrauch bei fast 27 %. Im Zuge des Ausstiegs aus Kohle- und Atomenergie werde dieser Anteil in den kommenden Jahren noch wachsen, auch für die Stromerzeugung.

Treibhausgasfreie Zukunft hat schon begonnen

Für die Zukunft sieht Kehler einen festen Platz für gasförmige Energieträger im deutschen Energiemix. Die Ablösung von Kohle durch hocheffiziente Erdgaskraftwerke spare sofort 70 % der Treibhausgasemissionen. „Viele Mitgliedsunternehmen treiben bereits seit mehr als zehn Jahren die Entwicklung von Power-to-Gas-Anlagen voran", betonte Kehler. Sie investierten in das Erdgasnetz und bauten daraus ein Speicher- und Transportmedium für erneuerbare Energien auf. „Und sie produzieren wasserstofffähige Gasthermen und innovative Brennstoffzellen-Heizungen.“ 

An dem Pressegespräch nahm auch der Vorstandsvorsitzende der Verbundnetz Gas (VNG), Ulf Heitmüller, teil. Er hob die Anstrengungen seines Unternehmens hervor, durch Aufbau von Biogasanlagen Wertschöpfung und Arbeitsplätze in den ländlichen Regionen zu sichern und zugleich klimafreundliche Energie zu gewinnen. Dafür müsste aber die Politik bessere Rahmen setzen, die den Klimaschutz honorieren. „Leider ist der versprochene Stakeholderdialog vom Bundeswirtschaftsministerium noch nicht begonnen worden“, bedauerte Heitmüller.
 
Rolle von Gas auf dem Weg zur Klimaneutralität
Bild: VNG

Politik muss Rahmen für grünes Gas setzen

Für die Durchsetzung von Wasserstoff bedürfe es schnell der versprochenen Experimentierräume, in denen abseits des „Urwalds aus Förderung und Regulierung“ die technische Erprobung und Skalierung begonnen werden könne, appellierte Heitmüller weiter. Zudem müsse EU-weit klimafreundliches Gas zertifiziert werden um seinen Beitrag zum Klimaschutz über Marktmechanismen wie den CO2-Preis honorieren zu können.

Die VNG habe für ihr Marktgebiet mit dem Transporteur Ontras bereits die Netze analysiert und komme zum Schluss, dass zwar tausende Kilometer Gasleitungen für den Wasserstofftransport benötigt würden aber nur 10 % neu gebaut werden müssten. „Den Löwenanteil können wir über umgewidmete heute schon existierende Erdgasleitungen transportieren“, sagte Heitmüller. Produktion, Speicherung und Transport von grünem Wasserstoff nach Leuna erprobe die VNG in den kommenden Jahren in Bad Lauchstädt.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Dienstag, 12.01.2021, 14:01 Uhr

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