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Garbsen testet Funknetz der nächste Generation
Schmalbandige Funknetze wie Lorawan oder Sigfox sind bei vielen Stadtwerken im Einsatz. Die noch relativ junge Mioty-Funktechnik erproben jetzt die Stadtwerke Garbsen.
 
Um künftig in Echtzeit Zustandsdaten aus den Verteilnetzen zu erhalten und frühzeitig Steuerungsbedarfe zu erkennen, sollen bei den Stadtwerken Garbsen (Niedersachsen) im Rahmen eines Pilotprojektes Funksensoren innerhalb der Netze verbaut werden.

Voraussetzung für deren digitale Vernetzung ist ein robustes Funknetzwerk, das Daten tausender Sensoren über mehrere Kilometer drahtlos übertragen kann. Die Stadtwerke setzen dabei auf Mioty, eine neuartige Kommunikationstechnologie des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS. Die softwarebasierte Technologie lässt sich den Low Power Wide Area Networks (LPWAN) im 868-MHz-Band zuordnen, hebt sich jedoch in Sachen Skalierbarkeit und geringe Störanfälligkeit von bestehenden Systemen ab.

Die Kerntechnologie von Mioty ist das am Fraunhofer IIS entwickelte "Telegramm Splitting". Die Software gliedert die Datenpakete in zahlreiche Unterpakete auf und überträgt diese verteilt über die Zeit sowie Frequenzen und ermöglicht dadurch eine sehr hohe Resistenz gegen Störeinflüsse. Dadurch lässt sich die Übertragungskapazität im physikalisch schmalbandigen Funknetz vervielfachen.

Übertragung von 65.000 Nachrichten pro Stunde

Mioty kann nach Angaben des IIS die Daten von bis zu einer Million Sendern mit nur einem Empfänger realisieren und dabei bis zu 65.000 Nachrichten pro Stunde übertragen. Die für LPWAN-typischen Eigenschaften wie hohe Reichweiten und extreme Energieeffizienz bleiben dabei erhalten oder werden im Vergleich zu Systemen wie Lorawan oder Sigfox sogar noch übertroffen. 

"Als lokaler und verlässlicher Infrastrukturbetreiber wollen wir unsere Anlagen auf die Anforderungen der kommenden Jahre ausrichten. Mit Mioty erhalten wir die derzeit leistungsstärkste Funk-Technologie am Markt", erklärt Daniel Wolter, Geschäftsführer der Stadtwerke Garbsen. Der Versorger ist dazu der Mioty-Allianz beigetreten, er ist der bundesweit erste, der die Technologie für eine Smart City nutzen will.

Derzeit prüfen die Stadtwerke Garbsen die Mioty-Technologie zunächst in einer dreimonatigen Testphase auf ihre Leistungsfähigkeit. Anfang März 2021 hatten Techniker dazu eine Funkantenne auf dem Dach des Rathauses installiert. Sensoren in Wasser- und Wärmemengenzählern, die an verschiedenen Stellen in Garbsen installiert sind, liefern in der Testphase Daten. Geprüft werden neben der Qualität der Datenaufbereitung die Zuverlässigkeit der Datenübertragung und die Störanfälligkeit der Geräte.
 

Peter Koller
Redakteur
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Montag, 29.03.2021, 11:57 Uhr

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